Hey Nintendo, habt ihr Super Mario Party vergessen?

Neue Inhalte sucht man vergebens.

6,99 Millionen Exemplare von Super Mario Party für die Switch wurden Nintendos Webseite zufolge bis zum 30. Juni 2019 verkauft. Das sind nicht wenige. Im Gegenteil, das ist ein großer Erfolg. Von solchen Zahlen wagen andere Entwickler nicht zu träumen. Und doch stelle ich mir in diesen Tagen die Frage, ob Nintendo vergessen hat, dass dieses Spiel existiert.

Vorgestern spielten wir erstmals nach längerer Zeit wieder eine Runde Super Mario Party, das heute die gleichen Inhalte hat wie zu seiner Veröffentlichung: Vier Spielfelder, die gleichen Charaktere und Mini-Spiele. "Möglich, dass Nintendo über Updates noch was nachliefert", schrieb ich letzten Oktober in meinem Test. Das hat Nintendo nicht getan. Und das wundert mich.

Warum? Dazu reicht allein ein Blick auf andere Switch-Titel des Unternehmens und wie es mit diesen umging. Nehmen wir Splatoon 2 als Beispiel. Ein Spiel, das ein Stück weit erfolgreicher war als Super Mario Party. Es erhielt neue Waffen, Stages, es gab monatliche Splatfests und mit der Octo Expansion eine größere Erweiterung. Insgesamt eine Menge frischer Inhalte.

Neue Spielbretter hätten nicht geschadet.

Andere Beispiele sind deutlich weniger erfolgreich, als es Splatoon 2 und Super Mario Party sind. Zum Beispiel Arms. Zirka zwei Millionen Exemplare des Titels verkaufte Nintendo, nach der Veröffentlichung versorgte das Unternehmen das Spiel mit einer ganzen Reihe neuer Charaktere und Stages.

Mario Tennis Aces bringt es bis dato (Stand 30. Juni 2019) auf 2,75 Millionen abgesetzte Einheiten, zirka vier Millionen weniger als Super Mario Party. Der Unterschied zwischen den beiden: Bis jetzt erhielt Mario Tennis Aces mehrere Updates, die unter anderem neue Inhalte mit sich brachten. Darunter waren neue Charaktere, ein neuer Singleplayer-Modus oder eine zusätzliche Koop-Herausforderung. Alles keine Kleinigkeiten.

Und Super Mario Party? Das geht bis heute leer aus. Keine kostenlosen Ergänzungen, ebenso wenig kostenpflichtiger DLC. Dabei hätten einige neue Inhalte dem Titel nicht geschadet. Ein, zwei neue Spielbretter. Zwei, drei zusätzliche Charaktere. Eine Handvoll neuer Mini-Spiele. Es ist nicht so, dass es hier keine Möglichkeiten für Neues gäbe.

Weniger erfolgreiche Titel erhielten neue Inhalte, Super Mario Party nichts.

Mir ist bewusst, dass ich kein Anrecht darauf habe, dass Nintendo mir zusätzliche Inhalte schenkt. Unter Umständen - abhängig vom Gebotenen - hätte ich auch gerne dafür gezahlt. Mich wundert einfach, dass hier absolut nichts kommt. Vor allem in Anbetracht, dass Nintendo weit weniger erfolgreiche Titel mit nicht wenigen Gratis-Inhalten versorgte. Rechtfertigt der Erfolg von Super Mario Party - sieben Millionen sind kein Pappenstiel - nicht, ein wenig dieses Umsatzes in ein paar neue Dinge zu investieren und den Käufern was zurückzugeben? Für mich ist das verschenktes Potenzial, dieses Spiel hat mehr verdient. Und es wirft in mir die Frage auf: Hat Nintendo Super Mario Party vergessen?

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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