Angeblicher Obsidian-Mitarbeiter: Alpha Protocol hätte eingestellt werden sollen

Inklusive Schuldzuweisungen

Über ein Spiel wie Alpha Protocol, das gefühlte zwei Ewigkeiten in der Entwicklungshölle schmorte, sind die Kritiker eigentlich fast immer sehr geteilter Meinung. Eher selten ist es aber, dass sich der Entwickler selbst öffentlich negativ über die Entwicklungsphase äußert. Dies scheint aber gerade passiert zu sein – sofern die Angaben eines angeblichen Entwicklers in der Kommentarsektion von Joystiq der Wahrheit entsprechen, bzw. es sich bei der Person tatsächlich um einen Angestellten von Obsidian handelt.

Unter dem Namen „a tired dev“ schreibt er unter der negativen Kritik Joystiqs:

„Es wurde eine Tonne Arbeit in dieses Spiel gesteckt. Das Problem ist, dass es eine Tonne ungezielter Arbeit war oder Arbeit an Dingen, die einfach dumm waren. Der Ausführende Produzent des Spiels, Chris Parker (auch einer der Besitzer der Firma), schien zu denken, dass er der weltbeste Designer aller Zeiten sei und erschaffte all diese beschissenen Systeme und wollte von keinem der richtigen Designer oder Entwickler von den Dingen, die nicht funktionierten, etwas hören. Und man kann nicht gerade gut mit einem der Firmenbesitzer streiten, wenn er nicht zuhören will. Er hat das Spiel im Grunde übernommen und exakt diktiert, wie alles funktionieren würde (oder beziehungsweise eben nicht funktionieren). Die anderen Produzenten haben dies früh begriffen und einfach aufgegeben, sodass Parker all diese Programmierer und Designer direkt mikromanagen musste.“

„Auch SEGA war ein Faktor, weil sie immer wieder die Design-Anforderungen änderten (ja, sie hatten in dieser Hinsicht einen großen Einfluss), wodurch die Produzenten und Designer nie wirklich Zeit hatten, sich für ein Feature-Set zu entscheiden, das sie dann umsetzen und polieren hätten können. Die Schuld liegt dennoch hauptsächlich bei Obsidian, weil die Ausführung absolut fürchterlich war und es war vor zwei Jahren schon offensichtlich, dass dieses Spiel verworfen hätte werden sollen. Stattdessen haben sie sich aber darauf konzentriert, immer mehr Features einzubauen und haben die, die sie hatten, nie wirklich repariert. Das ist ein Rezept für Tonnen an Bugs und keinerlei Politur… wie man sieht.“

„Dieses Spiel war ein vollkommenes Scheitern der Produktion und es ist kein Wunder, dass so viele Entwickler die Firma verlassen haben, selbst noch nachdem 40% der Mitarbeiter gekündigt worden war. Ich bin aber immer noch glücklich mit einigen von Obsidians anderen aktuellen Projekten, einschließlich New Vegas, weil sie ziemlich gut verlaufen. Ihr großes unangekündigtes Projekt sieht großartig aus und ist schon jetzt sehr viel besser, als es AP jemals war und es könnte das Spiel werden, das jedermann in AP zu finden hoffte.”

„SEGA hätte AP statt Aliens abbrechen sollen.”

Im Eurogamer.de-Test konnte sich Alpha Protocol aber dennoch recht eindeutig auf die gute Seite der Wertungsskala spionieren. Obsidian und SEGA können also nicht alles falsch gemacht haben.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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