Eurogamer: Dafür sind die Produktionskosten der Verpackung und der Spiele selbst ja auch günstiger geworden.

Karl Magnus Troedsson: Das stimmt zum Teil, aber zum Beispiel sind Blu-Ray-Discs sehr teuer in der Herstellung. Unterm Strich kostet es heutzutage viel mehr, Spiele zu produzieren. Früher waren die Teams vielleicht 30 Mann stark, heutzutage umfassen sie 150 Leute oder sind noch größer. Und da der Preis gleich geblieben ist, müssen wir nach Möglichkeiten suchen, an anderer Stelle Umsatz zu machen.

Ob es Ingame-Advertisment, Micro-Transactions oder Werbung auf speziellen Webseiten ist, jeder versucht Alternativen zu finden. Es geht nicht darum, viel Geld zu verdienen und dann auf einem Haufen Gold zu sitzen. Wir versuchen als Firma nur zu überleben. Es geht darum, dass unsere Mitarbeiter und natürlich auch ich selbst bezahlt werden. Mehr nicht.

Eurogamer: Ich verstehe ja Euer Problem und wenn Ihr Spiele für eine andere Art von Community machen würdet, wäre es auch kein Problem. Jemand der Singstar oder ähnliche Spiele nutzt, hat weniger Probleme damit, etwas mehr für einen Song zu bezahlen. Die Battlefield-Community reagiert dagegen aber sehr empfindlich auf zusätzliche Kosten. Schließlich bekamen sie in der Vergangenheit ja nicht nur ein komplettes Spiel für einen fixen Preis, sondern auch noch Dutzende kostenlose Modifikationen. Kein Wunder also, dass sie nun bei 4 Euro für 5 Waffen, die noch nicht mal etwas besonderes leisten, sauer reagieren.

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Karl Magnus Troedsson: Es ist sehr interessant, was du eben gesagt hast. Wir haben die Waffen so ausbalanciert, dass die Waffen, die man sich freiwillig dazu kaufen kann, keinen Vorteil verschaffen. Die Leute mögen zwar die eine Waffe mehr, weil sie ein anderes Zielsystem hat oder schneller schießt, aber im Prinzip sind sie alle gleich stark. Es ist also egal, was wir machen, die Leute hassen es. Wenn die zusätzlichen Gewehre besser als der Rest wären, würden uns die Leute dafür hassen, dass wir den Käufern einen Vorteil verschaffen. Wenn wir aber Geld wollen für Waffen, die keinen Vorteil verschaffen, werfen sie uns vor, dass diese ihren Preis nicht wert sind.

Eurogamer: Also solltet Ihr keine Waffen anbieten, die man kaufen kann.

Karl Magnus Troedsson: (lacht) Naja, manche Leute mögen es ja trotzdem und wollen diese Waffen.

Eurogamer: Na dann müsst Ihr sie eben kostenlos anbieten.

Karl Magnus Troedsson: Das haben wir ja jetzt auch gemacht. Ich war verärgert über die Reaktionen der Community und habe dann gesagt: „Lasst sie uns ihnen einfach schenken, denn egal was wir machen, irgendjemand ist sowieso auf uns sauer.“

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Eurogamer: Grundsätzlich finde ich solche kleinen Add-ons ja gut, wie Ihr sie ja auch schon bei Battlefield 2 eingesetzt habt. Aber es geht um den Preis, sie müssen eben ihr Geld wert sein. Außerdem darf man nicht vergessen, dass eine Multiplayer-Community eben etwas besonderes ist. Erstens kommunizieren sie viel miteinander und zweitens bekommen sie sehr viel Spiel für ihr Geld, weil sie ja praktisch selbst der Inhalt sind.

Karl Magnus Troedsson: Das ist auch ein sehr interessanter Punkt. Bei Bad Company hosten nämlich wir die Server und nicht die Community. Und man darf nicht vergessen, dass man unsere Spiele für Monate, wenn nicht gar Jahre spielen kann. Es gibt Leute, die kaufen sich immer nur das nächste Battlefield und lassen alles andere links liegen. Das ist natürlich schön, aber die Leute sehen oft nicht den Wert dahinter. Stattdessen sind sie sauer, wenn wir mal irgendwas nicht kostenlos herausgeben. Die Leute müssen auch mal sehen, dass diese Dinge nicht aus dem Nichts entstehen. Wir müssen ja irgendwie Geld verdienen.

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