Unser Gaming-Wochenende: Nier Replicant, Returnal und Monkey Island

Von Altem und Neuem.

Das Wetter spielt verrückt, aber diesmal wenigstens in unsere Hände. Ich genieße die warmen Sonnenstrahlen und war - abseits von ein paar kleinen Runden League of Legends - viel draußen und habe die Open World meiner Stadt erkundet. Dabei bin ich über einen wie wild klopfenden Specht gestolpert - ein Vogel, der mit seinen Nackenmuskeln sicher mit Kratos, Hulk und Co. mithalten kann.

Weil man natürlich nicht nur frische Luft schnappen und Sonne tanken kann, haben sich die lieben Kollegen nach der vollen Sauerstoffdröhnung in ihre Zimmerchen zurückgezogen, um sich auch in den virtuellen Welten ein wenig die Beine zu vertreten. Ein wenig Bildschirmbräune schadet so kurz vor dem Sommer sicher nicht.

Judith: Mein Wochenende war sonnig und relativ erholsam für meine Verhältnisse - ich kann generell selten Abschalten, aber die letzten Tagen waren ziemlich entspannt. Ein bisschen Zeit zum Zocken habe ich mir natürlich auch genommen. Zum einen war ich einfach in Frühlingsstimmung und da gab es kaum was Besseres als eine einer entspannte Sonntags-Runde mit Stardew Valley (außer aus dem Haus an die frische Luft gehen, vielleicht... ähm). Im Sternentautal war ich diesmal ganz spendabel und habe frisches Eis an alle möglichen Nachbarn verteilt, ganz uneigennützig, nicht um mich einzuschleimen!

DarkSoulsFace
Mein neues Dark-Souls-Gesicht... seltener zu sehen, aber besonders ikonisch

Ansonsten habe ich die Tage eine kleine persönliche Errungenschaft in einem Spiel erzielt, das vielleicht nicht ganz so relaxt ist. Das war zwar eigentlich unter der Woche, aber wir tun einfach mal, als wäre es am Samstag gewesen, denn will euch unbedingt davon berichten, ist in Ordnung, oder? Ich bin nämlich ein kleines bisschen stolz. Nach meinem letzten Dark-Souls-Frust habe ich hart trainiert - stellt es euch wie einen rocky-mäßigen Trainingszusammenschnitt mit cooler Rockmusik vor - und fühlte mich bei jeder geglückten Parade ein ganz kleines bisschen wie Gott. Danach habe ich dann endlich den Glockengargoyle aufs Parkett geschickt und das mit lauten Freudenschreien natürlich! Die letzte Durststrecke habe ich jetzt also hinter mir und es kann weitergehen - vielleicht werde ich ja doch noch eine richtige Souls-Spielerin?

Alex: Am Wochenende habe ich auf der PS Vita ein wenig Alundra gespielt, ein exzellentes Zelda-Like für die PSone von 1997. Lustigerweise habe ich erst gestern herausgefunden, dass es im Grunde der Nachfolger von Landstalker (Mega Drive) ist. Ich halte Alundra für einen der besten, wenn nicht sogar das beste Zelda-like, was vor allem an der Geschichte liegt, in der reihenweise zentrale Charaktere sterben. So viel Emotion hatte mir bis 97 kein Action-Adventure zugetraut. Toll! Ich schätze zwar nicht, dass ich die 30-stündige Kampagne noch zu einem Ende bringe, bevor meine neue Vita-Speicherkarte ankommt, mit der ich endgültig auf einen US-Account switchen werde, aber auch so war es schön, dieses besondere Spiel mal wieder mit frischen Augen zu erleben.

Ansonsten stand für den Test noch Returnal auf dem Plan, das deutlich schwerer ist, als ich nach Beendigung des ersten von sechs Biomen erwartet hatte. Ich habe das zweite Biom noch nicht verlassen, ja, ich würde sagen, ich hänge hier gerade fest. Ich gehe aber davon aus, dass heute der Knoten platzt und es dann besser flutscht. Ansonsten habe ich noch einen Blick auf die Castle-Demo von Resident Evil 8 Village geworfen. Aber das ist ein Thema für einen anderen Text…

wochenende_alex
Die Crimson Wastes sind mein aktuell mein Untergang.

Benjamin: Wie, zocken bei dem schönen Wetter? Okay, man kann ja nicht nur draußen sein. Die Wochenendunterhaltung war dann aber eher ein wenig seichter. Zum Beispiel in Overcooked: All You Can Eat, wobei manche Level schon präzise Koordination und Zusammenarbeit erfordern. Andere hingegen sind ein Kinderspiel. Aber es ist auf jeden Fall immer wieder ein Spaß! Am Sonntag stand dann, nach einer vorangegangenen 7km-Wanderung, eine Runde Mario Party 2 auf dem Programm, das sich doch ein wenig liebevoller und besser präsentiert als der jüngste Switch-Ableger. Und mir kam der Gedanke daran, dass ein Mario Party mit hübsch gezeichneten, animierten 2D-Spielbrettern echt schick aussehen könnte. Mal sehen, wohin die Serie als nächstes geht. Und dann gab's da noch ein drittes Spiel im Bunde, zu dem erfahrt ihr aber erst im Verlauf der Woche mehr.

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Früher war alles besser...

Ana: Bis heute läuft auf Steam wieder eine online “Convention”. Vielleicht habt ihr sie ja auch mitbekommen: Die LudoNarraCon. Es ist bereits die dritte Veranstaltung vom Indie Publisher Fellow Traveller, die kleine narrative Spiele auf der Valve Plattform feiern. Im Zuge dessen habe ich den Stream angeschmissen und mir mit dem Chat gleich drei (von 20) Demos angeschaut: Button City, Kraken Academy!! und Mind Scanners. Kraken Academy!! Hat es uns allen am meisten angetan. Ein Brokkoli als Love Interest? Wie könnte man da NEIN sagen! Lustigerweise fand ich (oder eher Judith) erst während des Spiels heraus, dass hinter dem Spiel ein nettes deutsches Entwicklerteam steckt. Kraken Academy!! ist aber nicht so einfach zu beschreiben: Das Spiel ist eine Mischung aus einer Visual Novel, Quicktime Elementen und einem klassischen Adventure, in dem man mit “WASD” durch die Welt läuft und die ein oder andere Quest erfüllt. Richtige Kämpfe gab es in der Demo zwar noch nicht, einen Haufen bunter Charaktere, die mir jetzt schon ans Herz gewachsen sind, dafür schon.

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Broccoli Girl und Butter Boy lernen sich in der Musik-AG kennen. Über den Kochkurs reden wir lieber nicht.

Und wenn keine Demos gespielt wurden, ging es die letzten zwei Tage nur noch um NieR Replicant und Shin Megami Tensei. Bei NieR bin ich aktuell noch nur Zuschauerin, aber das ändert sich hoffentlich sehr bald! Mir ist jetzt schon aufgefallen, dass es im Vergleich zu Automata deutlich leerer und langsamer ist und sich mehr an Fantasy orientiert. Gefällt mir persönlich aber sehr, denn trotz der aufgehübschten Grafik, enthält Replicant eine ordentliche Schippe Nostalgie. Und dass ich es gerade noch nicht selbst spielen kann, fällt mir überhaupt nicht schwer, denn ich komme trotzdem in den Genuss der wundervollen Klänge von Keiichi Okabe. Der Soundtrack ist einfach ein Traum! Shin Megami Tensei dagegen grinded sich fröhlich nebenher, denn ich weigere mich vehement dagegen, den Schwierigkeitsgrad auf “gnädig” zu stellen. Bei Nocturne - da bin ich überzeugt - gehört es zur Erzählung sich durch diese trostlose Welt zu quälen.

Martin: Mein Wochenende war so retro, wie es nur sein kann, praktisch ein Klischee: Ich habe Monkey Island gespielt. Nicht unbedingt, weil ich Monkey Island spielen wollte. Mehr, weil ich unzufrieden war, dass ich keine schöne Ausgabe der MT-32-Musik habe und dieses sehr persönliche Problem habe ich mit Hilfe einer Mischung aus Lo- und Hightech aus der Welt schaffen können. Von der über 35 Jahre alten MPU-401 in den 30 Jahre alten MT-32 in den 2 Jahre alten Steinberg USB-C Recorder und das frisch gepatchte Cubase war es Generations-Crossover, maximaler Aufwand und maximale Bastelfreude.

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Basteln am Wochenende. Das macht man doch so, oder?

Dabei fiel mir so einiges mal wieder über das sagenhafte "Früher" auf. Monkey Island war eigentlich schon ganz schön hohl. Sicher, es gab ja nichts und das mussten wir noch teilen, aber wenn man sich das legendäre Fechtduell näher anguckt oder wie man zum Schwertmeister kommt… Wie kann es sein, dass wir da nicht nach zwei Minuten darauf kamen? Tage und Wochen brachten wir damit zu? Wie blöd waren wir damals eigentlich? Egal, das hat den Spaß damals nicht gemindert. Heute mögen die Rätsel nicht mehr der Renner sein, aber der Humor hat seine Höhen. "Gib witziges Konfetti an schwerbewaffneten Clown wird immer funktionieren." Also ja, ein kleiner Ausflug in die Zeit einfacherer Adventures und retro-modernem Technik-Overkill.

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Lustigste Szene in einem Computerspiel? Das hier war schwer zu toppen.

Neue Spiele? New-Game-Plus-Plus im Nier-Remake. Ich will schließlich irgendwann auch das neue Ende im eigenen Spiel mal sehen, selbst wenn ich ja weiß, wie es ausgeht. Vor allem, wenn das Spiel immer noch so viel Freude macht und dank moderner Technik nun keine Ladezeiten mehr hat - oder fast keine, wenn man auf einer älteren Xbox oder einer PS4 spielt. Zum Glück gibt es hier den Soundtrack, denn wenn nicht, würde ich mich sofort mit meinem Recorder hinsetzen. Gute Güte, ist der immer noch brillant!

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Über den Autor:

Melanie Weißmann

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