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Assassin's Creed: Ezio Collection auf Switch: Nicht schlecht, aber mit Luft nach oben

Die Ezio Collection auf der Switch ist nicht schlecht, hätte aber auch besser abschneiden können.

Die Assassin's Creed: The Ezio Collection, die zuerst für PlayStation 4 und Xbox One erschienen ist, bekommt ihr nun endlich auch für Nintendo Switch. Sie bündelt AC2, Brotherhood und Revelations in einem Paket, was zu einem guten Spielerlebnis führen sollte. Schließlich haben wir mit AC3, Black Flag und Rogue bereits spätere, fortschrittlichere Teile der Serie auf Nintendos Hybrid gesehen. Komprimierter Ton mit niedriger Qualität und eine Reihe von Bugs in AC3 trübten diese Portierungen aber. Die Frage ist: Hat Ubisoft aus seinen Fehlern gelernt oder sind diese frühen Assassin's-Creed-Titel am besten auf anderen Plattformen genießbar?

In der Theorie sollten diese Spiele gut für die Switch geeignet sein. Die Open-World-Action-Adventures stecken voller kleiner Aufgaben und Missionen, die sich für kurze Spielsitzungen eignen. Außerdem sind die ersten Teile technisch für die siebte Konsolengeneration ausgelegt, mit der die Switch mehr als mithalten kann, zumal es sich um frühere Titel der Serie handelt. Es gibt eine klare visuelle Weiterentwicklung: Assassin's Creed 2 sieht als Mid-Gen-Titel ganz passabel aus, hat aber deutliche Schwächen. Die Gesichtsmodellierung und -animationen sind ungeschickt und die Umgebungsdetails sind begrenzt, mit flachen und simpel aussehenden Gebäuden. Brotherhood zeigt einige moderate Verbesserungen, besonders bei den Gesichtern der Charaktere, ist aber ansonsten ähnlich.

Revelations hingegen ist ein ausgereiftes Spiel der späten PS3/Xbox-360-Generation, mit viel realistischerer Beleuchtung und geometrisch anspruchsvollen Umgebungen. Die Stadt Konstantinopel ist in Rauch, Nebel und Dunst gehüllt und verfügt über großartige Wettereffekte, einschließlich vernünftiger Wolkenschatten. Das Charakter-Rendering machte hier einen weiteren großen Schritt, mit einer für die damalige Zeit besonders realistischen Darstellung der Haut. Es war ein technisches Juwel, das nur durch die schlechte Leistung auf Konsolen beeinträchtigt wurde - obwohl die beiden vorherigen Spiele auch nicht sehr stabil liefen.

Wie schlagen sich diese Spiele also auf der Switch? Beginnen wir mit AC2, das eine komplizierte und ziemlich kompromittierte Umsetzung ist. Die ursprüngliche Version hatte einen stilisierten, aber etwas unrealistischen Look bei der Szenenbeleuchtung. Dieser Look wurde in der 2016 erschienenen Ezio Collection zugunsten einer normalisierten Farbpalette, realistischerer Hauttöne, flacherer Beleuchtung mit weniger Glanzlichtern und reduziertem Bloom entfernt. Die Switch-Version ähnelt den Builds für die Last-Gen-Konsolen, allerdings mit einigen Abstrichen: Die Tiefenschärfe ist größtenteils verschwunden, die Ambient Occlusion wurde reduziert und auch die Schattenauflösung und die Draw Distance sind beeinträchtigt. Mit all diesen Änderungen entfernt sich das Spiel noch weiter von der ursprünglichen Ästhetik der PS3/Xbox-360-Versionen.

AC2 behält die überarbeitete Ästhetik der anderen Versionen der Ezio Collection bei, die im Vergleich zur ursprünglichen Version erheblich verändert wurde.

Glücklicherweise blieb Assassin's Creed Brotherhood in der ursprünglichen Ezio Collection mehr oder weniger unangetastet, abgesehen von Verbesserungen der Ambient Occlusion und der Texturauflösung. Die Einstellungsanpassungen auf der Switch sind bekannt - Schattenqualität und Draw Distance wurden reduziert und die Ambient Occlusion sowie die Tiefenschärfe wurden komplett herausgenommen - aber das stört hier nicht so sehr, da die Gesamtästhetik mehr oder weniger der ursprünglichen Veröffentlichung entspricht.

Revelations ist ein wenig interessanter. Die ursprüngliche Ezio Collection entspricht überwiegend der Xbox-360-Version, abgesehen von einigen Verbesserungen bei der Texturauflösung. Auf der Switch sind hier auch die gleichen Kürzungen vorhanden. Allerdings gibt es auf der Switch einen weiteren Schnitt - und zwar einen großen. Einige der atmosphärischen Elemente - wie die anspruchsvollen Staubeffekte - sind verschwunden, was dem Spiel ein simpleres und weniger verwittertes Aussehen verleiht. Die Switch-Version sieht in vielen Szenen klarer, heller und weniger ausgefeilt aus. Es gibt auch einige störende Artefakte der Schattenfilterung in bestimmten Zwischensequenzen auf der Switch, die vorwiegend bei den Schatten der Charaktere auffallen.

AC Revelations ist dem Original sehr ähnlich - auch wenn die atmosphärischen Rendering-Effekte auf der Switch reduziert wurden.

Abgesehen von Assassin's Creed 2, das in keiner Version der Ezio Collection besonders gut umgesetzt wird, machen die Switch-Veröffentlichungen ihre Sache größtenteils gut. Durch den Wegfall von Tiefenschärfe, Ambient Occlusion und anderen visuellen Effekten sehen die Switch-Versionen jedoch manchmal etwas klinisch aus, was im Vergleich zu den Xbox-360-Versionen manchmal etwas unvorteilhaft ist. Überraschend, wenn man das Alter der Originalspiele bedenkt.

In Bezug auf die Bildqualität bietet die Switch im Dock eine Auflösung von 1080p, die unter Last auf bis zu 936p sinkt. Assassin's Creed 2 und Brotherhood weichen nur sehr selten von 1080p ab, aber Revelations neigt dazu, die Auflösung in einigen Szenen zu reduzieren, besonders in langen Ansichten der Stadt. Die meiste Zeit wird 1080p erreicht und das Bild sieht für einen Switch-Titel scharf und detailliert aus. Revelations verbessert die Darstellung mit einer Post-Process-Anti-Aliasing-Technik, während AC2 und Brotherhood ohne Anti-Aliasing auskommen.

Das ist ein wenig seltsam, da die Ezio Collection von 2016 einen Post-Process-Effekt für alle Titel verwendet hat und die Originalversionen von Brotherhood und AC2 2x MSAA auf der Xbox 360 verwendet haben. Der portable Modus verwendet ein ähnliches Setup, obwohl die Ergebnisse ein wenig variabler sind. Das Auflösungsziel liegt bei 720p, mit Tiefstwerten um 540p. Die Auflösung wird hier viel häufiger reduziert, besonders in Revelations und Brotherhood. Stadtaufnahmen sind die größten Übeltäter in Revelations, während Massenszenen und Filmsequenzen in den vorherigen Titeln dazu neigen, die Auflösung zu verringern.

Die Performance ist nicht schlecht und macht nur kleine Problemen in AC2 und Brotherhood. Revelations ist anspruchsvoller und hat häufiger Einbrüche, vor allem im Handheld-Modus.

Dies wird durch Ubisofts Ansatz zur Bildskalierung etwas erschwert. Wenn in der Ezio Collection die Auflösung sinkt, wird das Bild ohne lineare Filterung wieder hochskaliert und scheint stattdessen die Nearest-Neighbour-Filterung zu verwenden. Dies führt dazu, dass Auflösungsverluste durch ungleichmäßige Skalierungsartefakte übertrieben dargestellt werden, obwohl die Bildschärfe besser erhalten bleibt. Dies gilt sowohl für den portablen als auch für den angedockten Modus. Meiner Meinung nach wäre ein konventionellerer Ansatz für die Bildskalierung besser gewesen, da die verwendete Methode eher ablenkt. Wenn der portable Modus mit nativer Auflösung arbeitet, sehen diese Spiele auf dem Switch-Display jedoch großartig aus. AC2 und Brotherhood stechen besonders hervor und sehen aufgrund des fehlenden Anti-Aliasings super scharf aus.

Die Performance ist überwiegend positiv. Der angedockte Modus läuft in allen Titeln mit soliden 30 Bildern pro Sekunde, Einbrüchen gibt es nur unter seltenen Umständen. Charakter-Nahaufnahmen in einigen Zwischensequenzen in Assassin's Creed 2 drücken die Bildrate kurzzeitig in die hohen 20er. Wenn man in Revelations in Konstantinopel herumläuft, kann es gelegentlich zu ähnlichen Einbrüchen kommen. Viele dieser Einbrüche sind nur vorübergehend und scheinen durch Verzögerungen im dynamischen Auflösungssystem verursacht zu werden - sobald sich die Auflösung stabilisiert hat, steigt die Bildrate normalerweise wieder auf 30fps. Der portable Modus schneidet etwas schlechter ab. Dieselben Stellen, die im angedockten Spiel zu Leistungsproblemen führen, machen auch hier Schwierigkeiten. Ebenso scheinen einige actionreiche Szenen Probleme zu verursachen. Revelations ist hier der schlimmste Übeltäter, obwohl alle Spiele diese Probleme aufweisen. Das Spielen im Handheld-Modus fühlt sich noch immer weitaus stabiler als die wackeligen 30fps der Originalspiele auf der Xbox 360 an, bietet aber nicht ganz die gleiche Stabilität wie im angedockten Modus.

Leider gibt es hier noch eine letzte merkwürdige Sache: der Audiomix. Sowohl das Originalspiel als auch die Ezio Collection hatten einen cineastischen Audiomix mit lauter Musik und Explosionen und vergleichsweise leisen Dialogen, der all diese Elemente mit einem großen Dynamikbereich wiedergab. Hier scheinen einige Details verloren gegangen zu sein und die Dialoge sind in einigen Szenen viel lauter abgemischt. Die Audiokompressionsprobleme, die in anderen Assassin's-Creed-Spielen auf der Switch vorhanden waren, scheinen hier wieder aufzutauchen. Viele Szenen klingen immer noch gut, aber andere sind merklich schlechter.

Die Switch-Portierung der Ezio Collection ist also nicht ohne Fehler, aber sie ist es wert, einen Blick darauf zu werfen. Auf der Contra-Seite gibt es eine Reihe von grafischen Änderungen und Kürzungen - einige waren bereits Teil der ursprünglichen Ezio Collection, aber die meisten betroffen nur die Switch-Version. Abgesehen von einigen gelegentlichen Problemen mit der dynamischen Auflösungsskalierung hält die Switch-Version eine konstante Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde und erreicht die meisten Auflösungsziele, obwohl der portable Modus manchmal merklich instabil ist. Für diejenigen, die Assassin's Creed unterwegs genießen möchten, sollte diese Sammlung ausreichen - aber letztlich bleibt die Ezio Collection hinter früheren Assassin's-Creed-Portierungen für die Switch zurück. Es handelt sich keineswegs um schlechte Versionen, aber sie hätten besser sein können.


Im englischen Original von Oliver Mackenzie, Freier Redakteur, Eurogamer.net

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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