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Cult of the Lamb: Für dieses Lamm opfere ich gerne meine Zeit!

Judith hat ein kleines Lamm, kleines Lamm, kleines Lamm

Schafe waren als Kind meine Lieblingstiere und ich hatte eine Stofftiersammlung mit den kleinen fluffigen Dingern, die eine Kiste hätte füllen können. Damals mochte ich sie noch, weil sie flauschig, weich und süß sind und kein Wässerchen trüben können - Devolver und Massive Monster zerstören dieses Bild aber ganz schön und darauf freue ich mich riesig.

Jetzt bin ich schließlich erwachsen und wenn es in Spielen oder Serien etwas geheimnisvoller oder morbider wird, schreit die Gothic-Begeisterung in mir sofort: ja bitte! Was wäre da perfekter als ein Mix aus gruseligem Gothic-Lamm und knuffigem Fellknäuel mit riesigen Augen?

Die Demo zum kommenden Action-Genremix Cult of the Lamb war also Pflichtprogramm für mich und eines mit einem einzigartig fesselnden Stil. Da kann man einfach nicht anders, als sich freiwillig der virtuellen Sekte zu unterwerfen.

Vom Opferlamm zum Kunstlamm

Die Hintergründe voller tiefer Farbkontraste zwischen Blutrot, dunklem Lila und saftigem Wiesengrün wirken einfach extrem hochwertig und wie mit Liebe handgemacht. Dann kommen auch noch atmosphärische Lichteffekte hinzu, die mit hell und dunkel spielen, knallfarbige Kultanhänger in Form von geretteten Comic-Tieren und die Möglichkeit, die tierischen Untertanen auch noch individuell so quietschbunt anzustreichen, wie gewünscht. Und dabei gab es in der Demo noch nicht einmal alle Gestaltungsmöglichkeiten.

In Cult of the Lamb kehrt ein geopfertes Schäfchen von den Toten zurück, um mit der Macht einer blutroten Krone eine eigene Sekte zu gründen.

Da Cult… munter das Genre des Roguelike-Dungeoncrawlers mit einer Art Aufbau- und Management-Spiel vermischt, bei dem man eine kleine Sektenzentrale mit den Materialien aus den Kerkerkämpfen aufbaut, bin ich schwer gespannt, ob es für die eigene Kultstätte noch individuelle Dekorationen geben wird.

Ob das Spiel jetzt langfristig vom Genre-Mix profitiert und ob ich die schnellen Action-Kämpfe, die vorerst nur aus Draufschlagen und Herumrollen bestehen, komplex und fesselnd genug sind, um mich im Spiel zu halten, kann ich nach der kurzen Demo noch nicht sagen. Aber Alex spielt ja bereits eine längere Preview-Version und kann in Kürze mehr dazu sagen.

Die Farben, Lichter und Schatten in Cult of the Lamb fand ich wahnsinnig ästhetisch und jeder Hintergrund wirkt richtig liebevoll inszeniert.

Die Optik stimmt, aber was ist mit dem Humor?

Das Einzige, was mir bisher gefehlt hat, ist etwas mehr Selbstironie und Mut zum makaberen Humor. Ich meine: Das Szenario dreht sich um ein Ex-Opferlamm, das selbst einen Kult mit anderen Tieren gründet. Das hätte großes Trash-Potenzial. Im Gegensatz zur knuffigen Optik und zur schrägen Szenerie fehlte mir der Humor in Text und Story nämlich noch ein bisschen - die Dialoge waren bisher recht brav und überraschend ernsthaft.

Aber vielleicht ist eben das auch das eigentliche Konzept und der Schafskult soll gar nicht humorvoll sein, sondern ist eine todernste Angelegenheit? Das wäre dann aber sehr schade bei dieser perfekt-schrägen Rahmung.

Bei aller Liebe für das Design könnte das Ganze in Sachen Stimmung also noch etwas mehr Grim Fandango und etwas weniger "Kultstätte Tycoon" mit einem Spritzer Inscryption vertragen (tut mir leid, ein besserer Vergleich wollte am Freitag, an dem ich das hier schrieb, einfach nicht in mein Gehirn).

Die Optik in Cult of the Lamb kam mir bisher leider knuffiger und frecher vor, als die Dialoge.

Wie sich Setting und Humor entwickeln, kann ich aber natürlich erst genauer sagen, wenn das fertige Cult of the Lamb am 10. August erscheint. Ich weiß aber schon jetzt, dass ich mich an kunterbunten Schweinchen, Füchsen oder Eseln, die in ihrer Freizeit Blutopfer in einer so liebevoll-morbiden Comicwelt durchführen, bisher einfach nicht satt sehen kann.

Nur ein Gedanke wurmt mich, seit ich mich in dieses Gamedesign verliebt habe. Meine Schaf-Stofftiersammlung mag längst aufgelöst sein, aber trotzdem, Devolver: Wen oder was muss ich dem Spieleteufel opfern, um das titelgebende Protagonisten-Schaf als Kuscheltier zu bekommen?

Über den Autor

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Judith Carl

News-Redakteurin

Judith Carl ist Volontärin für News und Social Media bei Eurogamer.de. Judith hat Medienwissenschaften studiert. Sie streamt begeistert am liebsten Rollenspiele und Adventure Games auf Twitch. Ihre weiteren Leidenschaften sind LARP, Pen and Paper, und Trash-Filme.

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