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GRID Legends' Story-Modus angespielt: Was für ein Drama

Was taugt die Story in GRID Legends? In unserer Vorschau erfahrt ihr mehr darüber.

Was denkt ihr über die Story-Modi, die wir in den vergangenen Jahren in mehr und mehr sportlich angehauchten Spielen sehen? Angefangen bei FIFAs The Journey, über den Story-Modus von F1 2021 bis hin zum bald erscheinenden GRID Legends. Letzteres geht einen anderen Weg als die beiden anderen, indem Codemasters echte Schauspieler und Schauspielerinnen vor die Kamera stellt und alles mit einer Technik verknüpft, die der für The Mandalorian verwendeten ähnelt.

Das Ergebnis... sieht nicht schlecht aus. Codemasters strebt hier eine Art spielbare Dokumentation an, eine interaktive Version von Sendungen wie Formula 1: Drive to Survive auf Netflix. "Driven to Glory" heißt es der Story-Modus in GRID Legends und der Name dürfte am Ende vermutlich Programm sein, wenn ihr um Ruhm und Ehre fahrt.

Zugleich ist die Story nur einer von vielen, vielen Inhalten, mit denen euch GRID Legends beschäftigen möchte. Für mich ist eine solche Inszenierung allemal interessanter, als einfach nur im Menü ein Rennen nach dem anderen auszuwählen. Geht natürlich auch im normalen Karrieremodus, aber die Story bringt ein wenig mehr Abwechslung und Drama ins Spiel.

GRID Legends sucht einen neuen Star

Oder zumindest versucht sie es. Im Kern geht es um das Team Seneca Racing. Dessen Teamchef Marcus Ado sucht kurz vor dem Start der Grid World Series noch nach einem zweiten Fahrer und ist der Verzweiflung nah. Gut für ihn, dass ihr auf der Bildfläche erscheint. Ihr spielt "Fahrer 22", mehr Persönlichkeit gibt's nicht. Den konkreten Grund könnt ihr in meiner oben verlinkten Vorschau nachlesen. Einfach gesagt: Jeder soll sich in dieser Rolle willkommen fühlen.

London in GRID Legends.

Ausgehend von dem, was ich bisher davon spielen konnte - die ersten sechs Events -, machen die Schauspieler ihren Job gut. Im Kern krankt der Modus aber an einem Problemchen, das auch vergleichbare Spiele haben. Sofern ihr euer Ziel erfüllt, ist alles gut und es geht normal weiter. Aber wenn ihr die Konkurrenz in Grund und Boden fahrt (F1, GRID) oder Tore am Fließband schießt (FIFA), findet das in den Zwischensequenzen leider kaum Erwähnung. Die erzählen einfach nur ihre vorbestimmte Geschichte. Die aktuell einfachste Lösung für dieses Problem ist, sich darauf einzulassen und zu versuchen es auszublenden, damit ihr hier gut unterhalten werdet.

So folgt die Story ihren linearen Bahnen und auch auf der Strecke selbst zeigt sich wenig Überraschendes. Ich empfand es als erstaunlich, wie wenig verschieden sich die einzelnen Fahrzeugklassen in den ersten Kapiteln der Story anfühlten. Ich weiß nicht, ob das allein diesen Modus betrifft, aber eigentlich sollte die Grid World Series ja von ihrer Abwechslung leben. Zumindest in der Story hatte ich bisher aber nicht wirklich den Eindruck. Abseits einer Testfahrt und einer Elimination-Runde ging es anfangs nur darum, im Ziel eine bestimmte Position erreicht zu haben. Ich schloss jedes dieser Rennen auf Rang eins ab, Auswirkungen hatte das keine. Und hatte keine Probleme dabei, jedes der gefahrenen Autos sofort unter Kontrolle zu haben.

Eure Teamkollegin bei Seneca Racing.

Der Preis der Story in GRID Legends?

Möglich, dass Codemasters gewisse spielerische Aspekte für die Story zurückgeschraubt hat, aber da ich im Hier und Jetzt nur die anspielen konnte, lässt sich das schwer sagen. Ähnliches gilt für das Wetter auf der Strecke in Moskau. Trotz des verschneiten Looks und der nass respektive leicht schneebedeckt anmutenden Strecke hatte ich nicht das Gefühl, dass sich die Wagen hier großartig schwieriger oder anders steuern. Es wäre schade, wenn das auch im Rest des Spiels der Fall ist.

Letztlich scheint es also so zu sein, dass im Story-Modus die Geschichte den Vorrang vor allem anderen hat. Klar, das überrascht vielleicht nicht ganz so sehr, aber es sollte wohl auch keiner diesen Modus als Maßstab für den Rest des Spiels nehmen. Es geht um einen Nobody, der aus dem Nichts kommt und sich als der- oder diejenige entpuppt, um die versammelte Konkurrenz in die Schranken zu verweisen. Natürlich habe ich noch nicht alles gesehen, aber meine Vermutung ist, dass es in diese Richtung geht. Wie viel Konfliktpotenzial in dieser Story steckt, nun, wir werden es sehen.

GRID Legends führt euch in verschiedene Städte, darunter Paris.

Wie unterhaltsam das alles als Gesamtpaket ist und wie sehr sich GRID Legends spielerisch in seinen anderen Modi davon abhebt - ich hoffe, da geht noch mehr in Sachen Unterschiede -, das werden wir schon bald herausfinden. Trotz der starken Linearität habe ich mich am Ende in den Story-Modi von FIFA und F1 gut unterhalten gefühlt. Wenn das GRID Legends ebenso gelingt und ich nicht das Gefühl habe, meine Zeit damit zu verschwenden, bin ich im Kern zufrieden damit. Aber wie erwähnt, abseits dessen muss auch der Rest stimmen.

GRID Legends erscheint am 25. Februar 2022 für PC, Xbox Series X/S, PlayStation 5, Xbox One und PlayStation 4.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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