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Kirby's Epic Yarn

Der Stoff, aus dem die Helden sind!

Eigentlich war Kirby anfangs nur ein Platzhalter. Der kleine, knuffige Knödel wurde schnell hingepixelt, um ein Sprite zu haben, mit dem man Levelgestaltung, Steuerung und Gameplay eines GameBoy-Jump’n’Runs aus dem Hause HAL testen kann. Aber irgendwie wuchs der kleine Gnubbel den damaligen HAL-Leuten um Smash-Bros-Erfinder Masahiro Sakurai und den jetzigen Nintendo-Obermotz Satoru Iwata so sehr ans Herz, dass sie ihn kurzerhand einfach im Spiel ließen und ihm sogar die Hauptrolle gaben. Und so rennt, hüpft und – äh – saugt sich Kirby jetzt schon seit vielen Jahren durch kleine, spaßige Hüpfspiele, die vielleicht noch nie allzu schwer und anspruchsvoll waren, aber allemal mit spaßigen Ideen und einer Extraportion Charme bestachen.

Und im Grunde ist damit Kirbys neues Abenteuer, Kirby´s Epic Yarn, schon beschrieben. Auch Kirby´s Epic Yarn ist als klassisches 2D-Jump’n’Run blitzsauber spielbar und zumindest in der bisher vorliegenden Fassung nicht wirklich schwierig, aber durch einen enorm cleveren grafischen und gleichzeitig spielerischen Kniff ist der neue Kirby alles andere als ein Ich-auch-Hüpfer von der Stange.

Kirby, seine Gegner und die Welt, durch die sie turnen, bestehen allesamt aus Stoff, Knöpfen und Fäden. Große Dinos aus Filz stehen neben Häusern aus Cord, Plattformen scheinen mit ein paar schnellen Stichen auf den Untergrund genäht worden zu sein und die Figuren wirken wie aus Wollfäden gelegt. "Ja guuuut", sagt jetzt manch ein Hüpf-Veteran, "SOOO neu ist diese Idee ja nun auch wieder nicht, immerhin kam schon das spielerisch etwas eigenwillige N64-Jump’n’Run Yoshi´s Story in diesem Patchwork-Look daher."

Und da hat der Veteran sehr wohl recht. Doch bei Yoshis Jagd nach bunten Früchten waren die Stoffhügel zugegebenermaßen noch ein sehr gelungenes, grafisches Gimmick, bei Kirbys neuem Abenteuer ist die textile Natur von Figuren und Umgebung aber ein zentrales Spielelement.

Kirby's Epic Yarn - Trailer

Der Wollfaden-Kirby hat sein wichtigstes Manöver verlernt: Vorbei die Zeiten, als er Gegner einsaugte, um sich deren Fähigkeiten zunutze zu machen. Jetzt schwingt Kirby ein wollenes Lasso, mit dem er erst Gegner einfängt und dann mit sich herumträgt. Doch dieses Lasso fängt nicht nur Widersacher ein, mit ihm könnt ihr auch eure Umgebung beeinflussen. Ein einfaches Beispiel: Kirby steht vor einem Abgrund, der gerade so breit ist, dass er es mit normalen Sprüngen nicht auf die andere Seite schafft. Dafür befindet sich ein auffälliger Knopf – nicht die Art, die man drückt, sondern eher so einer, der Hemd und Hose geschlossen hält – praktischerweise in Lasso-Reichweite.

Sofort wird das Lasso ausgeworfen und mit einem kräftigen Ruck nach hinten zieht Kirby den Knopf zu sich, dabei rafft er aber gleichzeitig auch den Level-Stoff. Der ist jetzt zwar etwas faltiger als vorher, aber dafür ist auch der ehemals unüberwindliche Abgrund angenehm geschrumpft: Mit einem einfach Hüpfer könnt ihr jetzt auf die andere Seite gelangen.

Ein anderes Beispiel: An einem Gebäude seht ihr einen Reißverschluss. Auch den schnappt ihr euch per Lasso und geht nun rückwärts, um ihn zu öffnen: Begleitet vom typischen Reißverschluss-Geräusch öffnet sich der Level, die Fassade des Gebäudes fällt zu Boden und ihr macht euch begierig über die nützlichen Extras im Inneren her.

In diesem artikel

Kirby und das magische Garn

Nintendo Wii

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Thomas Nickel

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Fest in der 16Bit-Ära verwurzelt, lehrt der freie Autor Spielegeschichte an der Frankfurter Games Academy. Wird eher selten vor Ego-Shootern gesichtet.

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