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Marathon ist mal wieder was Neues von Bungie – und alleine deshalb höchst interessant

Hoffentlich steht der Name nicht für ein zweites Duke Nukem „Forever“.

Marathon also... Mal wieder eine dieser Ankündigungen, bei denen mir das Wasser im Mund zusammenläuft, obwohl zum eigentlichen Spiel noch fast nichts bekannt ist. Warum so was gemacht wird? Unter anderem deshalb, weil die entsprechenden Studios dann erst im großen Stil neues Personal suchen können. Für „irgendein Multiplayer-Shooter“ dürften die Wenigsten nach Washington umsiedeln. Aber um an einem Extraction-Titel zu arbeiten, der noch dazu im selben Universum spielt wie jener Shooter, der einst die Steuerung mit Maus und Tastatur populär gemacht hat? Das hat seinen Reiz.

Und warum ist ein Extraction-Shooter interessant? Weil die gerade groß in Mode sind. Cryteks Hunt: Showdown läuft seit Jahren mit Erfolg, der DMZ-Modus in Activisions Warzone 2 ist für mich das Beste an Call of Duty und das sind bei Weitem nicht die Einzigen. Mit anderen Worten: Es geht um diese Spiele, in denen man allein oder im Team auf einer Karte abgesetzt wird, dort diverse Ziele erfüllen kann und die Früchte seiner Arbeit daraufhin aber erst extrahieren (!) muss, um sie auch zu ernten.

Als Schauplatz dient ein riesiges Geisterschiff, das im Orbit über Tau Ceti IV schwebt. Die 30.000 Bewohner sind komplett verschwunden. Zurückgelassen haben sie eine geheimnisvolle KI, seltsame Artefakte - und etliche Reichtümer.

Ich hoffe ja, dass es sich bei Marathon dabei um einen dieser Vertreter handelt, in denen es nicht nur ein paar zentrale Ziele gilt, auf die sich dann sämtliche Teams stürzen. Mir gefällt es nämlich sehr, mich im Alleingang mehr oder weniger heimlich durchzuschlagen, vielleicht ein paar wertvolle Ressourcen einzusacken und dann vorzeitig wieder abzuhauen. Das ging in der ersten Dark Zone von The Division und klappt bei Vigor oft hervorragend.

Bekannt ist auf jeden Fall schon, dass man die Welt und ihre Geschichte durch das eigene Tun beeinflussen kann. Was ich durchaus skeptisch sehe. Denn wie oft haben wir das schon gehört, nur um dann ein weiteres „Press F to pay respects“, gelegentlich noch gepaart mit einem aufregenden „Press Q to refuse paying respects“ zu erhalten?

Wobei mir hier immerhin ein Beispiel gefällt, dass Game Director Christopher Barrett anführt: Aktiviert ein Team ein zuvor unentdecktes Artefakt, öffnet es den Zugang zu einem ganz neuen Gebiet. Was im Klartext wohl bedeutet, dass die Entwickler ihre Welt ständig verändern beziehungsweise erweitern wollen und die Auslöser dazu ihre Spieler finden lassen. Logisch: Marathon wird ein Service-Spiel und mit denen kennt man sich nach zehn Jahren Destiny ja bestens aus.

Ist euch im Video aufgefallen, dass es zumindest in manchen Situationen wohl ein Zeitlimit geben wird? Allzu lange kann man die Beute vielleicht nicht ohne Weiteres herumtragen.

Warum ich mich also darauf freue, wenn Bungie an seinen Uralt-Klassiker anschließt und dabei „nur“ auf einer Welle aktueller beliebter Konzepte reitet? Weil fast alles, was das Studio in der Vergangenheit neu vorgestellt hat, auf eindrucksvolle Art Spuren hinterließ, die die Spielewelt in eine neue Richtung lenkten. Schaut euch das nur mal an: Marathon, Myth, Halo, Destiny.

Mit Halo machten sie gleich auch noch den Analogstick-Shooter populär, Myth verschob die Perspektive der Echtzeit-Taktik vom großen Krieg auf die Ebene der "kleinen" Kämpfer und Destiny verband zum ersten Mal einen großen Shooter mit einem waschechten Action-Rollenspiel. Die muss man nicht alle lieben! Aber das ist ein Ausnahme-Portfolio.*

Und ganz abgesehen davon bin ich übrigens auch deshalb auf Marathon gespannt, weil mich das Ganze irgendwie an Doom erinnert, das ebenfalls nach langer Pause zurückgekehrt ist – und den Ego-Shooter damit spätestens im zweiten Anlauf auf eine komplett neue Stufe katapultiert hat. Denn selbst, wenn Marathon etwas weniger ambitioniert daherkäme als id Softwares Push-Forward-Spektakel: Mit dieser Vergangenheit traue ich Bungie erst mal zu, dass Marathon nicht nur ein zweites Hunt: Showdown wird, sondern auf dem Weg zu seinem ganz eigenen Extraction Point mal wieder markante Fußabdrücke hinterlässt.

Gut, dass man sich im Jahr 2850 klonen kann, um nach tödlichen Misserfolgen an den Ort des Geschehens zurückzukehren.

* … Ich würde Oni gerne mit dazuzählen, denn auch das war konzeptionell klasse - hat sein Potenzial allerdings nicht ganz ausgeschöpft.

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