gamescom angeschaut: Mafia 3

Grand Theft Auto: New Orleans trifft es eher.

Was ist das überhaupt?

Der lang ersehnte Nachfolger zu Mafia 2. Ihr übernehmt die Rolle des Vietnam-Veteranen Lincoln Clay, der in New Orleans sein eigenes Imperium erschafft.

Warum sollte es mich interessieren?

Weil das New Orleans der Siebzigerjahre ein unverbrauchtes Szenario ist und das Team hinter dem Spiel eine authentische Atmosphäre der Zeitperiode geschaffen hat.

Was kann noch schiefgehen?

Ubisoftifizierung. Damit meine ich das Zumüllen der Karte mit Dutzenden nutzlosen Nebenaufgaben und Sammelmist, der den Handlungsdrang des Protagonisten stark untergräbt. Ich weiß, dass viele Mafia 2 für seine aufgabenlose Welt kritisiert haben. Für mich war es aber gerade dieser Fokus auf die Geschichte, der das Spiel besonders machte. Die Welt war nur ein Werkzeug für die einzigartige Atmosphäre.

Bei der Präsentation konnte ich bereits einige Markierungen auf der an GTA5 angelehnten Karte erkennen und ich habe Angst, dass Mafia 3 sich zu sehr der Chaossatire annähert, nur weil es populär ist. Das bezieht sich ebenfalls auf den bisher gezeigten Ton. „Voll auf die Fresse" passt hier wohl am ehesten. Allein in einer kurzen Verfolgungsjagd sprengte Lincoln fünf Wagen innerhalb zehn Sekunden in die Luft. Zuvor versuchte er, einem Gangster Angst einzujagen, indem er bei einem Verhör möglichst gefährlich durch die Straßen fuhr. Natürlich sprang er mit dem Auto sofort über eine Polizeikolonne. Mafia war nie eine zahme Serie, aber das hier erinnerte mehr an GTA-V-Rampage-Montagen auf YouTube und ich fürchte, dass man gezielt in diese Richtung gehen will. Das macht das Spiel nicht wirklich schlecht, nur verliert es dadurch das typische Mafia-Flair.

Wie wird es denn?

Auch wenn mir der hohe Fokus auf Chaos nicht gefiel, sieht die Stadt in den gezeigten Abschnitten fantastisch aus. Als Jazz-Fanatiker kann ich es kaum abwarten, nachts die ganzen Clubs zu besuchen, und freue mich tierisch auf den Soundtrack. Zudem bin ich froh, dass es der Periode treu bleibt und nicht vor rassistischen Äußerungen der Feinde zurückschreckt. In Lincoln steckt viel Potenzial für einen Protagonisten und ich bin gespannt auf seine Entwicklung.

Das interessanteste Feature ist der Einsatz eurer drei Kollegen, die alle unterschiedliche Fähigkeiten und Perks besitzen. So könnt ihr bei einer Verfolgungsjagd zu einer Telefonzelle rennen und euren Kumpanen bitten, über seine Kontakte die Polizei zu schmieren. Erobert ihr ein neues Hauptquartier, dürft ihr die Verwaltung an einen der Schwerenöter abgeben, wodurch auch hier unterschiedliche Vorteile entstehen. Auf den ersten Blick wirkt es nicht gerade komplex, gibt euch aber das Gefühl, ein echter Mafiaboss zu sein.

Und so sehr ich bei den Verfolgungsjagden leicht seufzen musste, sieht das Waffengefühl fantastisch aus. Ich brauchte nur zuzusehen, um den Druck der Schrotflinte zu spüren, und gerade die an The Last of Us erinnernden Finisher gefielen mir als Gore-Fan äußerst gut. Bei den Übernahmen feindlicher Clubs passt die gezielte Brutalität wesentlich besser als wilde Explosionen auf der Straße.

Wann kommt es und für was?

2016 für PS4, Xbox One und PC.

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Björn Balg

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Redakteur

Freier Autor und wahrscheinlich der letzte Mensch ohne einen Facebook-Account. Liebt Trash und verbringt zu viel Zeit mit dem Ansehen von Katzenvideos.

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