gamescom angespielt - Steep

Mit Ubisoft traut sich endlich mal wieder einer auf die Bretter (und in den Wingsuit)

Was ist das überhaupt?

Steep will Extremsport mit Open-World und kontinuierlichem Koop- und Vs-Multiplayer verbinden. Stellt euch Ubisofts Rennspiel The Crew auf einem Berg vor. Mit Snowboards, Skiern, Wingsuits und Ultraleicht-Gleitern. Ihr kraxelt in der majestätischen Kulisse der Alpen herum, im Zentrum der Montblanc und dabei entdeckt ihr immer neue Abfahrten, Herausforderungen oder macht einfach so euer Ding. Ein Winterurlaub-Komplettpaket aus der Bequemlichkeit des Sessels heraus.

Warum sollte es mich interessieren?

Erst einmal gab es schon länger kein gutes Extrem-Sportspiel klassischer Art mehr. Shaun White war da mal vor Ewigkeiten, auch SSX ist schon ein Weilchen her, EA hat skate vergessen und Tony Hawk hat schon Probleme, an seine nicht ganz so guten Tage heranzukommen. Es gibt einfach nichts Vergleichbares, wenn man mal wieder ordentlich Tricks landen und Punkte sammeln will. Exklusivität macht aber noch keine Qualität und so muss Steep etwas mehr bieten, um alte Leidenschaften zu wecken. Das spontane Mittel dazu ist die Bergwelt um den Montblanc. Die Fernsicht ist nicht ganz so gut, wie sie sein könnte, aber immer noch beeindruckend, das Gebiet endlos groß und wenn es in der Wirklichkeit so dermaßen dramatisch zerklüftet wäre, würden da nicht jedes Jahr so viele Touristen herumhängen. Steep treibt es geografisch auf die Spitze und der Wunsch all das zu erkunden und befahren, ist sofort da.

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Der Aufbau scheint relativ elegant gelöst. Statt nur herumzuwandern und zu gucken, was man machen kann, könnt ihr - müsst aber nicht - Ausschau nach speziellen Abfahrtspunkten halten, die ihr mit dem Fernglas anpeilt. Seid ihr nah genug dran, wird der Punkt freigeschaltet und ihr könnt direkt dorthin springen. So schaltet ihr euch die Bergwelt nach und frei und arbeitet euch zu den Profi-Punkten nach oben vor. Ein Prestige-Punkte-System bestimmt, was ihr machen dürft, aber das dürfte am Ende kaum stören: Bis ihr an einer entsprechenden Abfahrt ankommt, dürftet ihr die Punkte zusammenhaben.

Die Steuerung aller vier Disziplinen machte einen soliden Eindruck. Ski und Board fahren sich unterschiedlich genug, der Hangglider ist mehr etwas für die Erkundung, da er in Aufwinden ordentlich Strecke machen kann und der Wingsuit ist definitiv das Highlight. Mit ihm zu viert im Koop durch schmale Schluchten zu stürzen und gleiten, gehörte zu den besten Momenten der Messe.

Was kann noch schiefgehen?

Die Weite ist beeindruckend, aber aus der Nähe wirkten alle Objekte wirklich wie etwas, an dem man möglichst schnell vorbeischießen sollte. Dafür stimmte die Framerate und das Tempo, insofern kann ich mit Hütten und Bäumen aus frühen PS3-Tagen leben. Mehr Sorge macht da der Tiefgang. Nach einer viertelstündigen Anspielsession bin ich natürlich der absolute Pro am Berg, aber nicht genug um sagen zu können, ob Steep für Tage am Stück meine Motivation aufrecht halten kann. Die Tricks schienen eher simpel, die Möglichkeiten, sie auszuführen etwas eingeschränkt und auch die Beschreibungen der Entwickler klangen jetzt mehr nach dem Üblichen: Getrennte Grabs, Pirouette hier, Salto da, nichts, was man nicht zuvor in solchen Spielen sah. Es könnte am Ende eher ein Titel sein, den man immer wieder gern mal für eine Stunde hervorholt, als dass man sich für Wochen darin vergräbt. Was keine Katastrophe wäre. Solche Spiele braucht die Welt auch.

Wann kommt es und wofür?

Steep erscheint für PC, PS4 und Xbox One am 2. Dezember.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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