Gears of War 4 zeigt, wie eine gelungene PC-Umsetzung aussehen sollte

Auch auf dem PC ein Shooter-Fest.

Ihr kennt das ja. Nur weil ein Spiel auf den Konsolen gut ist, muss es die PC-Version nicht unbedingt sein. Das Desaster rund um die PC-Fassung von Batman: Arkham Knight weckt da sicherlich schlechte Erinnerungen, aber auch Titel auf Basis der "Universal Windows Platform" erzielten in der Vergangenheit nicht unbedingt die besten Resultate auf Rechnern. Bei Gears of War 4 müsst ihr euch hingegen keinerlei Sorgen machen, denn damit zeigen die Entwickler geradezu vorbildlich, wie es sein sollte.

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Nur einige der zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Vorweg: Wenn es euch um die inhaltlichen Aspekte geht, solltet ihr unserem Gears of War 4 Test einen Besuch abstatten, hier geht es mehr um die technischen Aspekte der PC-Version, denn inhaltlich gibt es keinerlei Unterschiede. Ihr bekommt sogar dank "Play Anywhere" die jeweils andere Version dazu, wenn ihr eine von beiden auf digitalem Weg kauft. Noch besser: Spielt ihr auf einer der beiden Plattformen drauflos, könnt ihr später auf der anderen weitermachen - eure Spielstände erwarten euch bereits, als ob es das Normalste auf der Welt wäre.

Gears of War 4 bietet euch jedenfalls zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten auf dem PC, darunter haufenweise Auflösungen und eine Grafikqualität, die die Xbox-One-Version übertrifft, was jetzt nicht die große Überraschung ist. Von Beginn an vermittelt man euch den Eindruck, dass hier sehr viel Zeit und Mühe in die Optimierung für den PC gesteckt wurde - und es zahlt sich aus.

Die Xbox-One- und PC-Versionen im Vergleich.

Den Kollegen von Digital Foundry zufolge läuft die PC-Fassung auf einer Vielzahl von Hardwarekonfigurationen und schlägt sich auf so ziemlich jeder DX12-fähigen Grafikkarte gut. Selbst mit Mittelklasse-Karten wie der Nvidia GTX 970 lassen sich locker 60 Frames pro Sekunde erreichen und mit Low-End-Karten wie der Nvidia GTX 750 Ti ist noch immer eine sehr spielbare Performance möglich.

Die Optionen erstrecken sich über zahlreiche Aspekte, von der Auflösung - standardmäßig nutzt das Spiel die Auflösung eures Monitors - über die Framerate bis hin zur vertikalen Synchronisation und dem Sichtfeld. Abhängig von der Stärke eurer Grafikkarte könnt ihr ebenso eine dynamische Skalierung der Auflösung einsetzen. Selbst beim FPS-Limit bietet man mehrere verschiedene Optionen: 30, 60, 90, 120, 144 oder unbeschränkt. Ihr habt die Qual der Wahl. Beim Sichtfeld liegt der Standardwert bei 80 und entspricht damit der Xbox-One-Version, ihr könnt den Wert aber auf Wunsch bis auf 60 hinunter und bis auf 100 hinauf regeln.

Gears of War in 4K60? Kein Problem.

Die detaillierten Einstellungen erstrecken sich bis hin zur Steuerung. Ihr bestimmt die Tastenbelegung selbst, wenn ihr wollt, könnt die Empfindlichkeit von Maus oder Controller fürs Umsehen, Zielen und den Zoom getrennt voneinander regeln, die tote Zone für die Sticks in verschiedenen Stufen anpassen und mehr. Kurz: An Optionen mangelt es Gears of War 4 wahrlich nicht. Sehr löblich.

Das alles heißt aber nicht, dass das Spiel frei von Kritik wäre. Da hätten wir zum Beispiel den Mix aus vorgerenderten Zwischensequenzen und dem Echtzeit-Gameplay. Da die Videos in der Auflösung 1080p vorgerendert wurden, beißt sich das etwas mit höheren Auflösungen auf dem PC, wenn ihr über entsprechendes Equipment verfügt. Die Übergänge wirken dann manchmal etwas holprig und auch beim Abspielen dieser vorberechneten Sequenzen zeigen sich einige Artefakte - auf der Xbox One gibt es solche Probleme nicht.

Hier steht die Multiplayer-Performance im Vordergrund.

Außerdem mangelt es der PC-Fassung am HDR-Modus und seinem breiteren Farbspektrum, von dem Besitzer einer Xbox One S und eines entsprechenden Fernsehers mit HDR-Support profitieren. Auch für den PC gibt es diverse Bildschirme, die HDR unterstützen, aber PC-Spieler gehen derzeit leider leer aus. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler das noch nachträglich ergänzen, weil es einen echten Mehrwert bietet.

Um es kurz zu machen: The Coalition hat bei der PC-Version von Gears of War 4 abseits der beiden kleinen Kritikpunkte wunderbare Arbeit geleistet, bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, um alles im Detail anzupassen, und liefert ein Spiel ab, das auf wirklich vielen Hardwarekonfigurationen noch gut läuft. Eine Umsetzung, die sich manch anderer Entwickler zum Vorbild nehmen sollte. PC-Spieler können bedenkenlos zugreifen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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