Keine Edge, keine Monster. Nur Chocobos und Feuerwerk.

Als Final Fantasy XV sich ohne einen Hintergedanken schmückte, um euch zu entführen.

Es könnte bei keinem anderen Spiel so funktionieren. Alle anderen hätten eine Edge, einen Twist, was auch immer. Aber Final Fantasy XV geht einfach mit dem Flow des Names und es ist mindestens so brillant wie bescheuert. Und es ist durch und durch bescheuert. Chocobo & Moogle Festival in Altissia.

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Einfach nur gute Laune. Als erfahrener, alter, vom Leben verbitterter Gamer lauert man die ganze Zeit über auf das, was da noch kommt. Ein Psycho-Killer, einen Monster-Überfall, ein was auch immer. Nichts. Und wenn ihr das verstanden habt, wenn die Schutzwälle der Instinkte gefallen sind, dann... passiert immer noch nichts anders. Ihr seid auf einem Volksfest. Einem Rummel, dessen Thema "Chocobo + Moogle" geradezu schmerzhaft durchgezogen wird. Es gibt bescheuerte Spiele. Quiz-Puzzle ohne Sinn, Wack-a-Cactuar ohne Verstand, eine Schießbude, wo früher eine Arena war und die besten Choco-Rennkurse auf diesem Planeten des kompletten Wahnsinns, der Final Fantasy 15 heißt.

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Es ist der letzte DLC, den man heutzutage erwarten sollte. Nichts mit großer Story, keinen wie auch immer forcierten Multiplayer. Alles, was andere machen, ignoriert dieses Spiel, aber darin ist es ja eh gut. Es ist einfach nur eine Einladung herumzulaufen, Zeit zu vergeuden und vor allem Spaß zu haben. Damit fängt es zumindest für ein kurzes, glückliches Weilchen den Geist eines echten Rummels gut ein. Nicht die traurigen, an einem grauen Tag herumstehenden Buden einer verlorenen Zukunft in einem Geschäft, dass schon lange seinen Zenit überschritt. Sondern die idealisierte Version, die man aus ferner Kindheit davon im Kopf hat. Es ist fast ansteckend. Korrektur. Es ist ansteckend.

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Ich hatte einen langen Tag. Einen sehr langen. Noch mal Final Fantasy anzuwerfen, um sich das anzugucken, startete als Arbeit und nichts Anderes. Lust hatte ich sicher keine. Aber ich bemerkte, wie ich nach der initialen Verwunderung begann, mich zu entspannen. Sinnlosen Spaß zu haben, der nicht von Zielmarkern, Highscores oder Herausforderungen befeuert wird. Einfach nur irgendwelchen bunten Blödsinn in einer wundervollen Umgebung machen. Und wundervoll ist sie. Die Stadt Altissia war an normalen Tagen schon ein Highlight, in gelbe Federn geschmückt, mit blödsinnigen Hüten und Kostümen überschwemmt und einem Feuerwerk in jeder Nacht verströmt sie geradezu magische Stimmung.

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Darum geht es auch nur und wenn man das verstanden hat, sich damit arrangieren kann und sich ihm hingibt, dann verbringt ihr einfach eine kurze, gute Zeit auf einem virtuellen Rummel. Und zum Schluss gibt es das ganz große Feuerwerk. Und ja, es zauberte mir nach einem sehr langen, anstrengenden und harten Tag zum Abschluss noch ein Lächeln auf das Gesicht. Ich weiß nicht, ob ich zum Rummel zurückgehen werde. Manche Dinge kann man nur einmal machen. Jede Wiederholung würde den Moment schmälern, der einem gegönnt wurde.

Es ist ein Add-on wie kein anderes. Es ist nutzlos wie kein anders. Es ist bescheuert wie kein anderes. Es ist brillant wie kein anderes.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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