Komponist: Piotr Musiał

Label: Gamemusic Records

Stil: Klassisch. Traurig.

Erhältlich über: Label

Das Spiel: Aufbaustrategie-Survival auf einem sehr kalten Planeten.

Editionen: Es gibt genau eine und die ganze 500 Mal. Die schneeweiße 180 Gramm Vinyl ist sauber gearbeitet und sitzt in einem hübschen, aber leider nicht ausgekleideten Innen-Sleeve, das dank eigener Artworks hübsch anzuschauen ist. Das gilt auch für die fast schon dramatische Bebilderung des Gatefolds - trotz nur einer Vinyl. Cooles Bild vorn, ohne jegliche Beschriftung, auch Innen nur Artwork und erst der Blick auf die Rückseite verrät den Titel des Spiels. Dazu gibt es die saubere Auflistung der Tracks. Ein gleichzeitig kaltes wie auch dramatisches Design, das den Geist des Spiels gut einfängt. Den Download für den gesamten Soundtrack gibt es digital dazu.

1
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Angehört

Trauer. Große Trauer. Das ist kein Soundtrack, den man sich an einem warmen Juni-Nachmittag gibt, jedenfalls nicht grundlos. Es klingt nicht mal besonders kalt, dafür sorgen die sehr dominanten Streicher, die organisch Trauer und Verlust durch die Nadel fließen lassen. Das ist kein fröhliches Szenario und auch wenn es hier und da mal episch aufspielt, die Bandbreite des Sofia Session Orchestras einbringt, um einen heroischen letzten Schachzug einer verzweifelten Zivilisation angemessen zu illustrieren, nur wenig später wird euch die Sinnlosigkeit all dessen klar. Kleine Geschichten von Heldenmut inmitten der großen Katastrophe, die sich in Zeitlupe vollzieht. Es ist der Soundtrack zu einer außerirdischen Klimakatastrophe, in der viel Schönheit liegt - wenn man kurz darüber hinwegsieht, dass es vielleicht noch nicht das Ende der Welt ist, aber man einen sehr guten Blick darauf bekommt.

3

Technisch ist das einwandfrei, sauber werden Musials nie zu verwegene, aber auch nie banale Kompositionen mit dem richtigen Hauch der Entrückung und gespielt, mit zarten Annäherungen an den Hörer, nur um wieder auf Distanz zu gehen. Das tiefe Rollen der dynamischen Aufnahme unterstreicht dies, um oft genug das Bild auf akustisches Widescreen zu ziehen. Nein, das ist keine Platte zum Nebenbei-mal-eben-laufen-lassen. Das ist Trauer. Aber auf die richtige Art.

Selbst anhören

Das wäre noch zu sagen ...

Eine Platte wie: Neuschnee zwischen Ruinen.

Eine Art Fazit: Technisch eine sehr saubere Leistung des jungen Labels, tadellos aufgenommen und hübsch genug verpackt. Das Thema ist natürlich nichts für jeden: So wie das Spiel ein nicht ganz so zugängliches Kapitel ist, der Soundtrack toppt das mit seinen schwermütigen Streichern, die nur in kurzen Ausbrüchen den Dur-Charakter auf eine große Leinwand schieben. Das ist schon eine Frage des Gemüts. Definitiv ein Statement, dass ein Soundtrack über das Gewöhnliche und zu Erwartende hinauswachsen kann, aber die Reise danach kann kompliziert sein.

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4

Gehört und genossen auf ...

Dies ist die "Eurogamer-Referenz-Anlage": Plattenspieler - Thorens TD 203 (Test); Phono-Verstärker - Pro-Ject Phono Box DS2 USB; Stereo-Verstärker - Teufel Kombo 62 CD-Receiver; Boxen - Nubert nu Vero 30 (Test); Kopfhörer: Beyerdynamic Amiron (Test) + A20 (Test)

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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