DayZ Handelsversion in Australien verboten - obwohl die digitale frei verfügbar ist

Sinn und Unsinnlichkeit.

Die Zeiten, in denen Deutschland allerorts für seinen schnittfreudigen Jugendschutz als Videospielterritorium international belächelt wurde, sind lange vorbei. Was gerade in Australien passiert, ist aber ein interessanter Einblick, wie die Welt uns mal gesehen haben muss: Die DayZ Handelsversion, die dort demnächst erscheinen sollte, erhielt keine Einstufung vom Australian Classifikation Board und kann damit mehr oder weniger nicht verkauft werden.

"Lustig" ist das deshalb, weil die digitale Fassung von DayZ seit sechs Jahren frei verfügbar ist und sich daran auch nichts ändern dürfte.

Während Bohemia Interactive Publisher der Digitalfassung des Survival-Pioniers ist, handhabt die Handelsversion der Vertrieb Five Star Games - und dem hat die Behörde nun die Tür gezeigt, wie Ref Classification auf Twitter bemerkte.

Schaut man sich die Begründung an, die auf den 4. Juni datiert, aber erst jetzt zutage gefördert wurde, befasse sich das Spiel mit Sex-Belangen, Drogenmissbrauch, Verbrechen, Grausamkeit, Gewalt oder abstoßendem oder verabscheuungswürdigen Phänomenen "auf eine Weise, die die Standards der Moral, des Anstands und Schicklichkeit verletzen, die vernünftige Erwachsene allgemein akzeptieren". Und zwar "so sehr, dass es nicht eingestuft werden sollte".

Klingt arg subjektiv, weit gefasst und beinahe ein bisschen willkürlich? Das liegt daran, dass es sich wohl um Standardtext handeln dürfte, der vieles abdecken soll. Grausamkeiten darf man in DayZ in jedem Fall genug begehen und Drogen kommen in Form von Alkohol und Morphium, das Knochenbrüche heilt ebenfalls vor. Und das ist wohl der Knackpunkt.

State of Decay ereilte 2013 nämlich ein ähnliches Schicksal, auch hier waren wohl die an reale Präparate angelehnten Medikamente der ausschlaggebende Faktor. Gleiches galt für Fallout 3, als Med-X noch Morphium hieß. Bethesda benannte es dann in Med-X um - weltweit -, um die Auflagen aus Down Under zu umgehen.

Warum die digitale Version aber vollkommen ok und frei verfügbar ist? Das liegt augenscheinlich daran, das bislang uneingestufte digitale Spiele anhand des International Age Rating Coalitions Systems eingestuft werden, das die Bewertung anhand von Entwicklerantworten auf einen Fragenkatalog vornimmt. Spiele, die physisch in den Handel kommen, müssen sich allerdings dem Australian Classification Board stellen.

Bohemia Interactive hat ebenfalls bestätigt (via PC Gamer), dass die digitale Version von dem Urteil des Classification Boards unberührt bleibt.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (15)

Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Nintendos Kundenservice hängt sich für 95-jährige Großmutter mächtig rein

... auch wenn man keine Ersatzteile für einen alten GameBoy fand.

FIFA 20: Talente im Mittelfeld (LM, ZDM, ZM, ZOM, RM)

Die 30 besten jungen Spieler für jede Position auf dem Mittelfeld.

Wegen Coronavirus: Kojima Productions, EA und Oculus sagen GDC-Teilnahme ab

Facebook hat "Bedenken über Gesundheit und Sicherheit" seiner Angestellten.

Kommentare (15)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading