Microsoft wollte Nintendo und EA kaufen - in Japan war man darüber sehr amüsiert

"Stell dir vor, eine Stunde lang lacht jemand nur über dich. So lief das Meeting in etwa."

  • Microsoft versuchte eins, Nintendo und EA zu kaufen
  • Bei den Japanern stieß der Vorschlag auf wenig Gegenliebe
  • Auch Square stand auf der Einkaufsliste

Vor 21 Jahren hat Microsoft versucht, Nintendo zu kaufen beziehungsweise eine Partnerschaft mit ihnen einzugehen - in Japan war man über dieses Angebot sehr amüsiert.

Das verrät ein neuer Bloomberg-Artikel, in dem es um die Anfänge der Xbox-Sparte von Microsoft geht.

"Die erste Firma, die wir ansprachen, um sie zu kaufen, war EA", erinnert sich Bob McBreen, damals Head of Business Development. "Sie sagten: 'Nein, danke', und dann kam Nintendo."

"Steve hat uns dazu gebracht, uns mit Nintendo zu treffen, um zu sehen, ob sie eine Übernahme in Betracht ziehen würden", fügt Kevin Bachus hinzu, der damals für die Beziehungen zu Drittherstellern zuständig war. "Sie haben sich nur kaputt gelacht. Stell dir vor, eine Stunde lang lacht jemand nur über dich. So lief das Meeting in etwa."

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Nintendos Reaktion (Symbolbild).

"Wir hatten Nintendo im Januar 2000 in unserem Hauptquartier, um die Details eines Joint Ventures auszuarbeiten, bei dem wir ihnen alle technischen Daten der Xbox gaben", sagt McBreen. "Das Argument war, dass ihre Hardware abstinkt, und im Vergleich zu Sonys PlayStation tat sie das auch. Die Idee war also: 'Hört mal, ihr seid doch viel besser, was die Spiele angeht, mit Mario und all dem Zeug. Warum lasst ihr uns nicht die Hardware machen?' Aber es hat nicht geklappt."

Weitere Übernahmeversuche gab es bei Final-Fantasy-Entwickler Square und Midway Games, dem damaligen Mortal-Kombat-Publisher.

"Wir hatten eine Absichtserklärung, Square zu kaufen", erklärte McBreen. "Anfang November 1999 reisten wir nach Japan. Wir hatten eines dieser großen Abendessen mit ihrem CEO und Steve Ballmer. Am nächsten Tag saßen wir in ihrem Sitzungssaal und sie sagten: 'Unser Banker möchte eine Erklärung abgeben.' Und im Grunde sagte der Banker: 'Square kann diesen Deal nicht durchziehen, weil der Preis zu niedrig ist.' Wir packten zusammen, gingen nach Hause, und die Sache war erledigt."

Was Midway Games anbelangt, entschied sich Microsoft gegen eine Übernahme, weil diese aus ihrer Sicht keinen Sinn ergab. Stattdessen schnappte man sich das damals noch wenig bekannte Entwicklerstudio Bungie und löste damit einiges an Verwunderung aus.

"Ich bekam eine Sprachnachricht von Neil Nicastro, dem CEO von Midway, der sagte, dass wir die dümmsten Leute in der Branche seien, dass er vielleicht verstehen könne, dass wir sie nicht kaufen wollten, aber warum sollten wir einen PC-Spieleentwickler kaufen? Jeder dachte irgendwie, das sei dumm", merkt Bachus an. "Und die Jungs bei Microsoft Japan sagten: 'Wir werden Halo nicht einmal ausliefern, denn wie wir alle wissen, ist es ein unumstößliches Gesetz der Physik, dass First-Person-Spiele auf Konsolen nicht gut laufen.'"

Nun, wie heißt es so schön? Der Rest ist Geschichte und Halo heute eines der Zugpferde von Microsoft.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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