Monster Hunter: Film mit Milla Jovovich tritt Rassismusdebatte los

Ein Shitstorm zieht auf...

  • Durch einen unpassenden Witz im neuen Monster-Hunter-Film bricht im Internet eine Rassismusdebatte aus.
  • Seit Release des Films erntet das Spiel, trotz Distanzierungsversuch seitens Capcom, viele negative Kritiken.
  • Als Folge wurde Film aus den chinesischen Kinos verbannt.

Auf Steam wird Monster Hunter: World geradezu in der Luft zerrissen. Schuld ist ein rassistischer Witz, der aus der frisch veröffentlichten Filmadaption herausgeschnitten wurde. Knapp 2.400 negative Rezensionen erntete das sonst so beliebte Hunting-Game seit dem Release des Streifens.

Bisher hat es der Film mit Hauptdarstellerin Milla Jovovich aufgrund mehrerer Release-Verschiebungen (Danke, Corona!) nur auf die chinesische Leinwand geschafft. Regisseur Paul W. S. Anderson und seine Frau Milla Jovovich, die Monster-Hunter-Protagonistin Artemis verkörpert, ernteten mit ihrem neuen Werk jedoch alles andere als Begeisterung.

Auf IMDB erhielt ihr Titel nach nur drei Tagen einen schlappen Score von 5,4 von 10. Die Bewertungen des Trailers auf YouTube sprechen mit fünfmal mehr Dislikes als positiven Däumchen die gleiche Sprache - und das obwohl es sich dabei um den beliebtesten Trailer des Films handelt.

Viel schlimmer wirkt sich allerdings der Shitstorm aus, den der Film mit einer Szene auslöste. Dieser wurde von Daniel Ahmad (Autor von Niko Partners) auf Twitter geteilt und machte dort seine Runde. Der Filmausschnitt, der einen Dialog zwischen zwei amerikanischen Soldaten zeigte, wurde vom Urheber schnell entfernt. Zurück bleiben etliche private Aufnahmen der Szene, die sich nun schnell und lodernd wie ein Waldbrand im Sommer auf YouTube weiterverbreiten.

In besagter Szene, dessen Dialog nur im englischen Original Sinn ergibt, fragt der eine Soldat den anderen: “What are my knees? What kind of knees are there?” Nach einer Kunstpause beantwortet dieser sich seine Frage selbst: “Chi-knees!”. Der zweite Soldat scheint daraufhin sehr amüsiert über den Witz seinen Kollegen.

Was ist an diesem Wortspiel nun so rassistisch? In englischsprachigen Ländern gibt es das Sprichwort: “Chinese, Japanese, dirty knees - look at these.” Dieser Reim diente dazu, Kinder mit asiatischen Wurzeln aufzuziehen und diese per se als schmutzig zu bezeichnen. Das hat natürlich einen bitteren Beigeschmack - vor allem in asiatischen Ländern.

Den Chinesen hat diese Szene so gar nicht geschmeckt und so verbannten sie den Film bereits einen Tag nach Release aus den heimischen Kinos. Blöd nur, dass die Macher des Films damit eine ihrer größten Zielgruppen vergrault haben. Entwickler Capcom distanzierte sich bereits von der Filmadaption und betonte, dass es sich bei Film und Spiel um die Arbeit verschiedener Firmen handele.

In Amerika geht der Film mit Milla Jovovitch am 25. Dezember 2020 an den Start. Laut IMDB startet der umstrittene Titel sein Kinodebüt in Deutschland am 28. Januar 2021. Im Dezember könnt mit ihr Milla Jovovich aka Artemis bereits auf Monsterjagd gehen, denn die Protagonistin kommt im Rahmen eines Spiel-Events in die Welt von Monster Hunter World: Iceborne.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (32)

Über den Autor:

Melanie Weißmann

Melanie Weißmann

News-Redakteurin  |  Melancholia_Mel

Melanie ist meist online am PC zu finden. Neben Multiplayern und Meer mag sie Alliterationen und dumme Wortspiele. Gelegentliches Lego-Bauen hilft ihr beim Abschalten.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (32)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading