Ninjala bringt Battle Royale und Kaugummi zusammen

Warum Vergleiche mit Splatoon unnötig sind.

Ende Juni ging der Free-to-play-Titel Ninjala auf der Nintendo Switch an den Start und erreichte dort in rund zwei Wochen drei Millionen Downloads. Wer einen Blick auf das Spiel wirft, denkt mit großer Wahrscheinlichkeit an Nintendos Splatoon, es versprüht ohne Frage einen ähnlichen Vibe. Ein Vergleich, den Kazuki Morishita-San, Präsident und CEO von GungHo Online Entertainment und zugleich Game & Story Desinger von Ninjala, als "unnötig" erachtet.

"Ich denke, die Vergleiche resultieren oberflächlich betrachtet aus den lebendigen Farben und dramatischen Farbtönen", erzählt Morishita-San. "Es gibt aber grundlegende Unterschiede zwischen beiden Spielen, die einen Vergleich unnötig machen. Ninjala ist ein Nahkampf-Actionspiel, in dem es darum geht, Gegner zu bezwingen und dafür Punkte zu erhalten. Anders gesagt: der Spaß, andere anzugreifen und zu besiegen, bildet die Grundlage für die einfachen Regeln im Spiel."

Zwar gebe es einen Teammodus mit jeweils zwei Viererteams, das Herzstück von Ninjala macht indes Battle Royale aus, wo jeder für sich kämpft. "Der Grund dafür ist, dass das Ergebnis nicht von anderen abhängig sein sollte. Mein Ziel war, die Spieler in ihrem eigenen Tempo spielen zu lassen, das allein sie vorgeben", sagt er.

Ninjala: Inspiriert von spielenden Kindern

Die Inspiration für Ninjala war dabei denkbar einfach: "Die erste Idee dazu hatte ich, als ich zwei Kinder dabei beobachtete, wie sie Stöcke in die Hand nahmen und einen Schwertkampf nachahmten", erinnert sich Morishita-San. "Ich sah darin ein instinktives Verhalten und wie intuitiv die Kinder waren, als sie einfach anfingen zu spielen. Daraus resultierte das Vorhaben, ein Multiplayer-Actionspiel zu machen, das sich mit vorgetäuschten Schwertkämpfen und gegeneinander kämpfenden Ninjas befasst."

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Kazuki Morishita-San

Beim Design des Spiels ergaben sich dabei ihm zufolge keine Probleme, die Herausforderung für die Entwickler bestand eher darin, ein Multiplayer-Actionspiel zu entwickeln, das stabil mit 60 Frames pro Sekunde läuft. "Es war eine Herausforderung", sagt er. "Unser Ziel war aber, den Spielern ein reibungsloses Online-Erlebnis zu bieten, daher verbrachten wir viel Zeit mit dem Gedanken daran, wie sich unsere Server daran anpassen lassen. Ich würde sagen, das Team hat sein Bestes gegeben."

GungHo setzte hier bewusst auf einen farbenfrohen und verspielten Stil, ein Kontrast zur klassischen Ninja-Darstellung. "Es gab viele Spiele über Ninjas", erläutert Morishita-San. "Die meisten davon sind konventionelle Spiele der alten Schule und viele von ihnen sind Slasher, die nicht mit Blut geizen. Ich wollte ein Spiel haben, an dem Erwachsene und Kinder gleichermaßen Spaß haben. Daher erschuf ich ein moderneres 'Pop-Casual'-Bild dessen, was ein Ninja sein könnte."

Ninjala: Mit Gummi geht alles

Ein einzigartiges Merkmal des Spiels ist das Ninja-Kaugummi. Mit diesem baut ihr Blasen auf, die ihr auf Gegner schleudert, und stellt Waffen her, wobei Art und Fähigkeiten von der Art des verwendeten Kaugummis abhängen. Wie er darauf kam? "Ich dachte über ein Kernelement nach, das zu einem Schwertkampf- und Ninjaspiel passt, am Ende lief es auf Kaugummi hinaus", erzählt er. "Ich kaute gerade Kaugummi und machte eine Blase, dabei kam mir die Idee dazu - Gummi lässt sich in eine Blase verwandeln!"

"Die Art, wie es verschiedene Formen annimmt, könnte sich wie die Verwandlungstechnik eines Ninjas einsetzen lassen", fährt er fort. "Von da an machten wir die 'Kaugummi-Action' zu einem Kernelement des Spielkonzepts und daraus entwickelte sich letzten Endes dieses PvP-Ninja-Kaugummi-Actionspiel."

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Aus dem Ninja-Kaugummi resultieren die unerschiedlichsten Objekte.

Es ist neben dem auf 3D-PvP-Nahkämpfe fokussierten Gameplay das Alleinstellungsmerkmal, von dem er überzeugt ist, die Spieler damit zu begeistern. "Es sorgt für ein unterschiedliches Spielerlebnis zu dem, was die Leute sonst so spielen", findet er. Ein Grund, warum er sich ebenso wenig Gedanken über Konkurrenz machte: "Ich machte mir keine großen Sorgen über andere (Free-to-play-)Spiele, weil Ninjala sich deutlich von ihnen unterscheidet. Viele der aktuellen Free-to-play-Titel auf dem Markt sind Shooter, Ninjala ist ein Action-Kampfspiel mit Nahkampfwaffen und läuft mit 60fps."

Morishita-San hofft darauf, damit ein Erfolgsrezept gefunden zu haben. Darauf angesprochen, wie schwierig es ist, die richtige Balance zwischen Free-to-play und Monetarisierung zu finden, verweist er auf die Erfahrung des Unternehmens, zu dessen Portfolio unter anderem Ragnarok Online gehört. "Wir betreiben das Spiel seit 18 Jahren", sagt er. "Ninjala läuft noch nicht lange, daher lässt sich noch nicht mit Sicherheit abschätzen wie es läuft. Wenn wir aber unterhaltsame Updates sowie kreative und originalle Events anbieten, finden wir damit die richtige Balance, um die Spieler glücklich zu machen."

Ninjala: Story als Geschäftsmodell

Ninjala besteht indes nicht allein aus einem kostenlos spielbaren Multiplayer-Part. Es gibt einen Story-Modus, den die Entwickler in Episoden veröffentlichen und verkaufen. Wie viele davon GungHo plant, verriet er nicht, bei jeder von ihnen stehe aber ein anderer Charakter im Fokus. In der zweiten Episode gebe es andere Feinde und Bosse und das Feedback zur ersten Episode helfe dabei, die zweite zu verbessern.

Je mehr Spieler Ninjala erreicht, desto mehr Meinungen gelte es zu berücksichtigen, erläutert er: "Für mich gehört das zur Entwicklung eines Spiels dazu, das macht den Charme aus. Wir sind all den Spielern dankbar, die Guides oder Videos mit Tipps und Tricks für Neueinsteiger erstellen. Wir nutzen all das Feedback, um die Balance der Waffen anzupassen, Interface und Gameplay zu verbessern sowie neue Systeme hinzuzufügen."

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Jeder gegen jeden heißt es im Battle Royale.

Wie erwähnt erhofft sich GungHo viel von Ninjala und plant daher langfristig, in Abständen von zirka zweieinhalb Monaten sei der Start einer neuen Season vorgesehen. "In den Season-Updates ändern sich die Belohnungen im Ninjala-Pass (Season Pass), darüber hinaus ergänzen wir das Spiel um neue Stages, Waffen, Fähigkeiten und Shinobi-Karten. Ebenso planen wir während der Sseaons zeitlich begrenzte Events mit speziellen Regeln, um die Spieler zu unterhalten."

Bis auf Weiteres bleibt Ninjala dabei allein der Nintendo Switch vorbehalten, für die GungHo das Spiel designt hat. "Wir haben Ninjala allerdings in der Unreal Engine entwickelt, daher ist es möglich, das Spiel auf andere Plattformen zu bringen", erläutert Morishita-San. "Derzeit ist aber nichts entschieden."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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