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Conflict: Denied Ops

Schieß mal da drüben hin

Conflict: Desert Storm war großartig. Es war geradlinig, simpel – und vermutlich machte es gerade deshalb so viel Spaß. Die Nachfolger waren da irgendwie nicht anders, allerdings wurden sie Schritt für Schritt komplizierter. „Wir wollten zurück zum Ursprung“, begann Producer Paul Jael seine Präsentation.

Sich selbst neu zu erfinden und dabei in den Spuren der eigenen erfolgreichen Vergangenheit zu suchen, steht bei vielen Entwicklern hoch im Kurs – weil es sich so flockig daher sagt und meist auch ein zustimmendes Nicken beim anwesenden Publikum hervorruft. Zurück zum Ursprung also. Das hört sich für mich immer an wie 'Uns fiel nichts Neues ein, also haben wir unsere alten Konzepte einfach zwei Mal umgedreht'. Ein wenig so wie in der Mode, die einen Trend für Tod erklärt, um ihn ein paar Jahre später unverblümt wieder auferstehen zu lassen.

Wird Conflict: Denied Ops ein Spiele-Zombie, ein wiederbelebtes Konzept, dessen Seele eigentlich ruhen wollte?

Nein.

Schon die ersten Sekunden wirken frisch, denn gespielt wird diesmal aus der Ego-Perspektive. Und der Fokus liegt auf dem Co-Op, der entweder als Split-Screen oder Online zur Verfügung steht. Ist man alleine unterwegs, so kann zwischen den beiden Figuren hin und her geschaltet werden. Die Kamera fährt dabei den direkten Verbindungspfad ab, damit man sich besser orientieren kann. Sehr funktionell und dabei auch optisch reizvoll.

Entwickler Pivotal Games hat generell auf eine sehr eingängige Handhabung geachtet. Dem Team-Kollegen können einfache Befehle erteilt werden, die er dann versucht auszuführen. Soll er sich zu einer bestimmten Stelle vorarbeiten, wird dabei aber von Gegner auf's Korn genommen, so unterbricht er seinen Auftrag und verteidigt sich. Oder er ruft nach Hilfe.

Der Kollege mit dem Maschinengewehr gibt Feuerschutz.

Theoretisch kann man einen der beiden Ballermänner spielen und den anderen einfach herum kommandieren. Aber das macht natürlich nur halb so viel Spaß. Schließlich unterscheiden sie sich zu sehr: Der eine fräst sich mit einem dicken Maschinengewehr durch's Gelände, der andere verfügt über ein Scharfschützengewehr. Und dabei bleibt es auch. Neue Waffen lassen sich nicht aufheben, die alten können aber dafür aufgewertet werden. Beispielsweise durch einen Granatwerfer oder ein besseres Fernrohr. Oder durch eine Kamera, die das Bild direkt in das Visier überträgt, damit man um die Ecke feuern kann, ohne die Deckung zu verlassen. Achja, um Munition muss man sich keine Gedanken machen; die steht quasi unlimitiert zur Verfügung. Aufgefrischt werden müssen lediglich Granaten, Raketen und solche Sachen. Begründung: „Hier werden Profis auf eine Mission geschickt. Natürlich werden die vorher entsprechend ausgestattet.“ Das macht irgendwie Sinn und erhält die Konzentration auf das Wesentliche aufrecht.

Explosionen tauchen die Umgebung in ein gleißendes Licht.

Zurück zu den Kommandos: So einfach sie auch umgesetzt sind, so viel Sinn machen sie auch. „Siehst Du diese Tür? Ich lasse sie jetzt von meinem Kollegen öffnen“, meint Paul. Nur um ein paar Sekunden später voller Ungeduld die verschlossene Pforte mit ein paar Salven aus den Angeln zu heben. Das geht auch? „Ja, aber dann alarmiert man natürlich die Wachen, die drinnen warten.“ Diese erledigt Paul aber aus dem Handgelenk. Mit einer Granate. Hier ist man zum ursprünglichen Konzept von Conflict: Desert Storm zurückgekehrt und sie fliegt auf den mit dem Fadenkreuz anvisierten Punkt.