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Das schönste Spiel des Jahres - Diese Technik nutzt Senua's Saga: Hellblade II für sein visuelles Feuerwerk

Der Maßstab 2024.

Wenn Senua’s Saga: Hellblade II am 21. Mai 2024 exklusiv für Xbox Series-Konsolen und den PC erscheint, dürfte das düstere Action-Adventure von Ninja Theory neue Maßstäbe in Sachen visuellem Realismus setzen. Mithilfe modernster Grafiktechnologien gelang es den aufmerksamen Entwicklern, ihre künstlerische Vision frei von den Beschränkungen früherer Konsolengenerationen in die Spielrealität umzusetzen. Technik, Handwerk und Kunst gingen selten so Hand in Hand, wie in dieser aufreibenden Reise in den kühlen Norden.

Das Fundament für Senua’s Saga: Hellblade II legt Epics mächtige Unreal Engine 5, die das beschlagene Studio Ninja Theory mit neuesten Tools zu einer grafischen Glanzleistung beflügelte. Vor allem aber war es der Schauplatz des Spiels, das Island des 10. Jahrhunderts, der den technologischen Rahmen bestimmte. Für maximale Immersion in der dunklen Vulkaninsel im Nordatlantik musste Ninja Theory den Ort detailgenau im Spiel abbilden.

Auf nach Island!

Dieser Prozess umfasste ausgedehnte Besuche der Insel, um einige der dramatischsten Gegenden als Schauplätze für das Spiel zu bestimmen. Nachdem sich die Entwickler sicher waren, an welchen Orten das Action-Adventure seinen Lauf nehmen soll, fotografierte man das Gelände mit leistungsstarken Drohnen Stunden über Stunden aus der Luft. Aus diesen Daten und Bildern erstellte man die Kulissen für die einzelnen Abschnitte des Spiels. In ausgedehnten Fotosessions vor Ort wurden alle möglichen Oberflächen gescannt: vom Moos bewachsenen Stein über schwarze Sandstrände bis hin zu erkalteter Lava wurden Scans angefertigt, die per Fotogrammetrie-Verfahren in die Spielumgebung übersetzt wurden. Angewandter Fotorealismus war selten beeindruckender.

Island ist in Hellblade 2 Traum und Albtraum zugleich.

Ähnlich verhält es sich mit der Kleidung der Spielcharaktere: Ninja Theory schneiderte eigene Gewänder, Gürtel, Lendenschürze, Kappen aus epochengerechten Materialien – Leder, Fell und Leinen unter anderem –, schnitzte Totems und andere größere und kleinere Dinge, wie sie in diesen Breiten verbreitet waren. All das übersetzte man ebenfalls mittels Fotogrammetrie-Scans ins Spiel, um damit die Charaktere zu kleiden. Der Welt und den Gegenständen, die sie beinhaltet, eine lebensnahe Textur zu geben – das war das Ziel. Fast könnte man glauben, man könne ins Spiel hineingreifen, alles ertasten und einzelne Vertiefungen in den Felsen mit den Fingern nachfahren.

Im Grunde dreht sich alles darum, diesen Eindruck zu erzeugen und über die gesamte Länge von Senua's Saga aufrechtzuerhalten. Die Unreal Engine 5 trägt ihren Teil mit der neuen Nanite-Technologie dazu bei, mit deren Hilfe die Entwickler millionenfach kieselgroßes Feindetail in dieser Welt verstreuten. Das sieht nicht nur wahnsinnig natürlich und glaubwürdig aus, sondern wirkt auch der Flachheit vieler anderer Videospielwelten entgegen. Und weil das ebenfalls neue Feature namens Virtual Shadow Maps diese Mikrodetails, wie Steinchen und kleineres Geröll, mit feinen, Blickwinkel-stabilen Schatten aus jeder Richtung versieht, schaut es so aus, als hätte all das schon immer so dort gelegen.

Virtuelle Schauspieler, lebensnah wie nie zuvor.

Senuas Kreuzzug durch diese Welt wäre natürlich nur halb so packend, wären die Figuren, denen wir folgen, nicht so glaubwürdig und lebensnah, wie die Umgebung, durch die sie sich bewegen. Deshalb wurde Senua-Darstellerin Melina Jürgens auf die Pore genau ins Spiel übersetzt. Dafür kam Epics MetaHuman-Technologie zur Erstellung der Spielheldin zum Einsatz. Die ermöglicht es, dass Senuas Haut sanft das Licht durchscheinen lässt, ihre Augenbewegungen vollkommen natürlich wirken und ihre Zähne nicht so aussehen, als stammten sie aus einem Scherzgebiss zu Karneval. Selbst kleinste Falten sind deutlich zu erkennen und nehmen ihrem Antlitz das Puppenhafte, das sonst so oft die Trennlinie zwischen einer real wirkenden Figur und einer vom Computer erstellten Schaufensterpuppe zieht.

Echter können Gesichter in Videospielen kaum noch aussehen.

Diese virtuellen Schauspieler erweckte man dann in Ninja Theorys neuem Performance-Capture-Studio zum Leben, in dem man sowohl Dialoge als auch Story-Filmsequenzen und Kampf-Animationen mit höchster Präzision einfing. Zu guter Letzt vereinen dann Effekte auf topaktuellem Stand der Technik die Akteure mit der lebensnahen Welt, die sie umgibt: Ein Weltklasse-Motion-Blur legt Wucht in jede Bewegung und die stets das Wesentliche fixierende, saubere Tiefenschärfe passen Senua und alle anderen Figuren wie maßgeschneidert in die Umgebung ein.

Das ist also Senua’s Saga: Hellblade II, nicht nur spielerisch und erzählerisch ein einnehmendes Abenteuer, sondern auch technisch ein Meilenstein, der 2024 Maßstäbe setzt. Ein Spiel wie dieses beweist: Gute Grafik ist schön anzusehen, exzellente Grafik jedoch erzeugt Authentizität, Leben und Glaubwürdigkeit und hebt die Geschichte, die sie bebildert.