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Halo nach 5 Folgen: Nicht perfekt, aber unterhaltsam

Das ist der Weg.

Lasst uns nicht darüber reden, wie häufig der Master Chief in der Halo-Serie seinen Helm abnimmt, okay? Ich hab' kein Problem damit, es macht ihn für mich tatsächlich menschlicher. Und menschlicher ist er in jedem Fall, seit er sich die Emotionen unterdrückende Kugel aus seinem Rücken geschnitten hat. Nach mehreren Folgen sehe ich Pablo Schreiber auch als gute Wahl für den Master Chief, er spielt seine Rolle überzeugend.

Reden wir lieber über die coole Kampfszene aus der fünften Folge. Zur Mitte der Staffel ist einiges passiert. Der Chief erfährt mehr über seine Vergangenheit, die Allianz erringt einen wichtigen Erfolg. Aber geht euch als Halo-Fan nicht auch das Herz auf, wenn ihr Warthogs in die Schlacht fahren seht, während Banshees Luftangriffe durchführen und Bodentruppen von einem Phantom und Spirit abgesetzt werden? Endlich ein paar Grunts, Schakale und der mächtige Brute, der sich dem Chief am Ende in den Weg stellt.

Das war Halo-Action vom Feinsten. Einzelne Einstellungen sahen vielleicht nicht zu 100 Prozent perfekt aus, aber insgesamt eine toll umgesetzte Kampfszene. Eine, die einmal mehr ganz gut verdeutlicht, wie mächtig die Spartans sind. Im Vergleich dazu wirken die normalen Marines im Kampf gegen die Allianz wie Kanonenfutter. Überhaupt ist die Halo-Serie optisch eine Wucht. Die unterschiedlichen Farbgebungen einzelner Welten, die Schauwerte, die prima umgesetzten Halo-Designs und die größtenteils überzeugenden Effekte sind für mich als Sci-Fi-Nerd eine wahre Freude.

Obendrein finde ich es, wie bereits erwähnt, spannend zu sehen, dass sich die Serie eben nicht 1:1 an die Vorlage hält. Das gibt ihr mehr Spielraum zur Entfaltung. Ich bin weiterhin froh über diese Entscheidung, schließlich braucht man auch Raum für die Charakterentwicklung. Und dass nicht in jeder Folge Daueraction zu erwarten ist, sollten auch die größten Hardcore-Fans irgendwann begreifen.

Eine andere Sache, über die wir aber reden müssen, ist der Nebenplot mit Kwan Ha und Soren. Der zieht sich deutlich langsamer hin als der Hauptplot rund um den Master Chief. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, wohin die Macher mit dieser Geschichte möchten. Klar, die Wege der beiden und des Master Chiefs haben sich gekreuzt, aber abseits dessen? Aktuell wirkt das mehr wie ein Lückenfüller. Gut möglich, dass sich am Ende alles zusammenfügt und einen Sinn ergibt, aktuell sehe ich ihn aber noch nicht. Wenn ich mich so umschaue, sind die Reaktionen der Fans in Bezug darauf relativ deutlich. Da muss dringend was passieren, damit diese Handlung interessanter wird.

Mein kurzes Zwischenfazit zur Halo-Serie nach fünf Folgen lautet daher: Die Macher der Show liefern eine gute Arbeit ab und bringen Halo auf eine überzeugende, unterhaltsame Art auf den Bildschirm. Ist es das, was ich mir von einer Halo-Serie erhofft habe? Im Großen und Ganzen ja. Ich begrüße die klare Trennung von den Spielen, wenngleich die Ursprünge und Basics natürlich die Gleichen sind. Es ist Halo. Zwar auf eine etwas andere Art, aber so sieht eine gelungene Adaption aus.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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