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Microsofts Activision-Übernahme: Mehr Reaktionen aus der Gamingbranche

So wird in den sozialen Medien auf den Kauf von Activision Blizzard durch Microsoft reagiert.

Update vom 19. Januar 2022: Einen Tag nach Bekanntgabe der Übernahme haben wir ein paar weitere Stimmen aus der Branche zusammengetragen, die Microsofts jüngsten Deal kommentieren.

Mike Ybarra, früher lange Zeit bei Microsoft und Xbox und seit vergangenem Jahr Chef von Blizzard Entertainment, kommentiert die Übernahme relativ wortkarg mit einem Lächeln. "Microsoft hat wirklich 70 Milliarden Dollar ausgegeben, nur um dich zurückzubekommen, Mike!", antwortet ein Twitter-User darauf.

id-Software-Gründer John Carmack blickt indes auf die Vergangenheit zurück und erzählt zudem von seinen Erfahrungen mit Bobby Kotick: "id Software wäre beinahe von Activision übernommen worden, bevor es bei Zenimax landete. Interessant, dass beide Wege am Ende zu Microsoft geführt hätten. Bobby Kotick hat mich immer unterstützt und es ist eine große Leistung, ein Unternehmen über einen so langen Zeitraum durch so viel Wachstum zu führen."

"Ok, ich hatte das Gefühl, dass Bobby nicht sehr beliebt war, aber ich wusste nicht, dass er den Status einer persona non grata erreicht hatte", fügt er in weiteren Tweets hinzu. "Ich habe das letzte Mal vor zehn Jahren mit ihm zu Abend gegessen und die Zahl unserer Interaktionen ist nicht sehr groß. Aber ich habe aus erster Hand erfahren, dass er ein gewiefter Geschäftsmann ist, der jahrzehntelang eines der wichtigsten Spieleunternehmen geleitet hat und gerade einen bedeutenden Abgang gemacht hat."

"Leute, die mehr mit ihm zusammengearbeitet haben, konnten sich vielleicht eine andere Meinung bilden, und es mag wahr sein, dass er ein schrecklicher Mensch ist, der nie erwähnt werden sollte. Aber ich habe keine konkreten Beweise dafür, die meine tatsächliche (begrenzte) Erfahrung nichtig machen. Ich habe in den sozialen Medien und in der Presse genug verzerrte Darstellungen und glatte Lügen gesehen, dass ich nicht bereit bin, mich von einer Welle populärer Ressentiments leiten zu lassen. Bei künftigen Interaktionen ist eine gewisse Vorsicht und Achtsamkeit angebracht und natürlich ist mir klar, dass meine Erfahrung privilegiert ist, aber mein Punkt bleibt derselbe: Meine spärlichen Interaktionen mit ihm über ein Jahrzehnt waren besser als mit vielen anderen Geschäftsführern."

Yoshinori Ono, viele Jahre bei Capcom als Street-Fighter-Produzent tätig, ist gespannt darauf, wie die Zukunft aussieht: "Wow! Ich freue mich darauf zu sehen, wie sich die Videospielindustrie in Zukunft verändern wird."

Cliff Bleszinski, bekannt für seine Arbeit an Unreal und Gears of War, kommentiert den Kauf wie folgt:

"Das verändert alles", findet Miles Jacobson, Managing Director von Sports Interactive (Football Manager). In einem weiteren Tweet kommentiert er zudem die Nachfrage eines Users, ob sich der Game Pass für Entwickler lohne: "Ich kann natürlich nicht im Detail über Verträge und Geschäftsmodelle sprechen. Aber Wir wären nicht im Game Pass, wenn wir mit der Vereinbarung nicht zufrieden wären."

Für Robin Khamsi, In-Game Cinematic Artist bei Blizzard, kamen die Neuigkeiten am frühen Morgen definitiv überraschend: "Das ist wirklich eine verrückte Nachricht, mit der ich aufgewacht bin. Meine Eltern haben immer geglaubt, ich würde eines Tages für Microsoft arbeiten!"

"Ich hoffe wirklich sehr, dass dies einen Führungswechsel bei Activision Blizzard ermöglicht", schreibt Alanah Pearce, Autorin bei Sony Santa Monica. "Die Leute dort haben so viel Besseres verdient und ich glaube nicht, dass das unter Bobby Kotick möglich ist."

Und zum Abschluss noch was zum Schmunzeln:


Ursprüngliche Meldung vom 18. Januar 2022 Falls ihr es verpasst habt (wahrscheinlich nicht): Xbox übernimmt Activision Blizzard und bringt damit zahlreiche weitere Entwicklerstudios und Marken unter das Dach der Xbox Game Studios.

Es ist jedenfalls ein Deal, den man garantiert nicht alle Tage in der Spielebranche sieht - und rein vom Marktwert her ist Activision Blizzard weit größer als ein Bethesda, das Ende 2020 übernommen wurde.

Aber wie reagiert das Internet auf diese Neuigkeiten, die mit Sicherheit noch eine Weile die Schlagzeilen dominieren werden?

Monkey-Island-Schöpfer Ron Gilbert ist etwa sauer. Sauer auf Microsoft, weil man ihm dazwischen funkte: "Verdammt noch mal. Ich war so kurz davor, Activision zu kaufen, und dann stürzt MS mit seinem großen Geld herein."

Auch der eigentlich längst in Rente gegangene Parodie-Account von Sonys Ex-CEO Kaz Hirai meldet sich aus diesem Anlass kurz nach Bekanntgabe der Übernahme noch einmal von den Toten zurück: "Wir bei Sony wollten eine sehr starke und prinzipientreue Haltung gegen die Belästigung von Mitarbeitern einnehmen. Deshalb haben wir vor 30 Minuten beschlossen, nie wieder mit Activision Blizzard zusammenzuarbeiten."

"Und heute haben alle gelernt, dass es immer einen noch größeren Fisch gibt", schreibt JP Kellams, Senior Producer bei Harmonix und Epic Games. Besser hätte es Qui-Gon Jinn nicht sagen können.

"Hat jemand Neuigkeiten, die keine Aufmerksamkeit brauchen?", fragt wiederum Mike Bithell (Thomas Was Alone, John Wick Hex) "Eine einmalige Gelegenheit, eine Pressemitteilung zu veröffentlichen und keine Berichterstattung zu bekommen. :D"

"Ziemlich surreal, wenn man bedenkt, dass Crash Bandicoot jetzt Microsoft gehört", merkt Robert Boyd (Cosmic Star Heroine, Cthulhu Saves the World) an und spielt damit natürlich auf die PlayStation-exklusive Anfangszeit der Reihe an. Das Gleiche gilt logischerweise für Spyro the Dragon.

Hier ist wiederum der wahre Grund für Corona, erklärt von Bill Gates. Und jetzt ist mal gut mit irgendwelchen dämlichen Verschwörungstheorien da draußen, ja?

Und nicht nur für Larry "Major Nelson" Hryb dürfte es heute bei Microsoft beziehungsweise Xbox ein langer Tag werden: "Zeit für Espresso Nummer vier", schreibt er um kurz nach sieben Uhr Ortszeit.

Ein Blick durch die sozialen Medien zeigt vor allem viele überraschte Reaktion. Es ist wirklich eine Nachricht, mit der keiner gerechnet hat. Auf jeden Fall dürfte Microsoft nun mehr als genügend Charaktere unter einem Dach haben, um einen Super-Smash-Bros-Konkurrenten auf die Beine zu stellen. Na, wie wär's?

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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