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So will Microsoft die Arbeitskultur bei Activision Blizzard verbessern

Satya Nadella und Phil Spencer sprechen über die Zukunft von Activision Blizzard bei Microsoft.

Microsoft verspricht einen Kulturwandel bei Activision Blizzard herbeizuführen. Besonders im letzten Jahr stand der CoD-Entwickler durch viele Berichte über eine toxische Unternehmenskultur in der Kritik und erhielt sogar eine Klage. Das will der Xbox-Hersteller nach der teuren Übernahme ändern.

So soll es mit Activision Blizzard weitergehen

Satya Nadella, CEO von Microsoft, ist sich bewusst, dass das Unternehmen mit Activision Blizzard nicht nur eine Handvoll Spiele und Studios kaufen wird, sondern auch dessen Image. Und das ist aktuell an einem Tiefpunkt angekommen. Vorwürfe von Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz dominierten im vergangenen Jahr die Schlagzeilen rund um die Firma hinter Overwatch, Diablo und World of WarCraft.

In einer Telefonkonferenz mit Investoren kurz nach der Bekanntgabe der jüngsten Akquisition sprach Nadella darüber, wie er und Phil Spencer das Arbeitsklima bei Activision Blizzard verbessern wollen.

"Die Kultur unserer Organisation hat für mich oberste Priorität", sagte Nadella. "Das bedeutet, dass wir die gelebte Erfahrung unserer Mitarbeiter kontinuierlich optimieren und eine Umgebung schaffen müssen, die es uns ermöglicht, unsere Kultur täglich zu verbessern."

"Wir unterstützen die Ziele und die Arbeit, die Activision Blizzard leistet, und wir sind uns auch bewusst, dass wir nach der Schließung noch viel Arbeit vor uns haben, um weiterhin eine Kultur aufzubauen, in der jeder sein Bestes geben kann. Das erfordert Beständigkeit, Engagement und eine Führung, die nicht nur redet, sondern auch handelt."

Da kommt hoffentlich mehr auf uns zu als die Namensänderung von Overwatch-Held Jesse McCree.

Neues Management, neue Chance

Eine große und wichtige Aufgabe, die Nadella und seine Mitarbeiter schultern müssen. Besonders auf Phil Spencer möchte sich der Microsoft-CEO dabei verlassen. Der Leiter von Microsoft Gaming und der Xbox-Abteilung sei laut ihm eine "Führungspersönlichkeit, die sowohl den Erfolg des Spielegeschäfts als auch den kulturellen Wandel vorantreibt".

Während der Ankündigung am Dienstag sagte Spencer: "Wir glauben fest daran, dass die großartigen Teams bei Activision Blizzard ihre beste Arbeit vor sich haben, und wir freuen uns darauf, dafür zu sorgen, dass sie sich in jedem Aspekt ihrer Arbeit in Zukunft unterstützt, sicher und engagiert fühlen."

Für Carolina Milanesi, Analystin bei Creative Strategies, führe für ein besseres Arbeitsklima kein Weg an einem neuen Management vorbei. Das Problem habe nicht bei den Mitarbeitern gelegen, behauptet sie (danke, cnet). Man müsse das Management loswerden und den Mitarbeitern ein gutes Umfeld bieten.

Activision Blizzards aktueller CEO, Bobby Kotick, wird noch bis zum Abschluss der Übernahme im Jahr 2023 in seiner Position bleiben und danach erst dann gehen, wenn Microsoft es wünscht. In einer großangelegten Untersuchung des Wall Street Journals wird Kotick beschuldigt, den schlechten Umgang im Unternehmen zeitweise ignoriert, vertuscht und sogar selbst daran teilgenommen zu haben. An seiner großzügigen Abfindung von knapp 400 Millionen Dollar ändert das alles jedoch nichts.

Weitere Meinungen

Für die Activision Blizzard King Workers Alliance, die in den vergangenen sechs Monaten bei der Organisation von Arbeitsniederlegungen und Protesten geholfen hat, endet die Unterstützung durch die Übernahme nicht. "Wir werden weiterhin für Verbesserungen am Arbeitsplatz und für die Rechte unserer Mitarbeiter kämpfen, unabhängig davon, wer das Unternehmen führt", twitterte die Gruppe am Dienstag.

Wedbush-Analyst Michael Pachter bewertet die Lage positiv und schreibt in einer Nachricht an die Investoren: "Der Deal und das erneute Engagement für die Unternehmenskultur sollten Activision Blizzard in die Lage versetzen, die aufgetauchten internen Probleme endlich hinter sich zu lassen. Wir glauben, dass Microsofts Intoleranz gegenüber Diskriminierung und Belästigung von Mitarbeitern alle Probleme, die bei Activision noch bestehen, überwinden wird."

Was denkt ihr? Kann Microsoft es schaffen, die Unternehmenskultur von Activision Blizzard nachhaltig zu verbessern?

Über den Autor

Melanie Weißmann Avatar

Melanie Weißmann

News-Redakteurin

Melanie ist meist online am PC zu finden. Neben Multiplayern und Meer mag sie Alliterationen und dumme Wortspiele. Gelegentliches Lego-Bauen hilft ihr beim Abschalten.

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