Ubisofts Thompson: 'Es ist ein Fehler, die Motivation für Gewalt zu ignorieren'

Wenn die Charaktere nicht darauf reagieren, schafft man eine Lücke in der Story.

Ubisofts Lead Game Designer Mark Thompson (Far Cry 3) glaubt, dass Gewalt in Spielen gerechtfertigt ist, wenn es dafür gute Gründe gibt.

"Gewalt und künstlerischer Wert schließen sich nicht gegenseitig aus", erklärt Thompson gegenüber VG247. "Es geht mehr darum, wie ehrlich man gegenüber dem Spieler ist, was die Kernmechaniken des Spiels und die Charaktere in der Geschichte anbelangt."

"Ein Fehler, den Spiele machen können, ist, dass sie die Gewalt einfach nicht anerkennen und so tun, als wäre es nicht wichtig, wenn ihr Protagonist ganz locker haufenweise Leute tötet. Wenn ihr ignoriert, was die Kernmechaniken vom Spieler verlangen und so tut, als würden Spieler nicht für das Töten belohnt, untergräbt das die Geschichte."

Wie passt Gewalt also am besten in eine Story? "Wenn die Charaktere nicht auf die Gewalt reagieren, die der Spieler ausübt, kreiert man eine Story-Lücke. Das liegt einfach in der interaktiven Natur von Spielen. Wir sind dieses Problem direkt angegangen, indem wir eine Geschichte geschrieben haben, die sich um diese Kernmechanik dreht, also um das Töten."

"Es sagt euch nicht, ob das richtig oder falsch ist", so Thompson. "Es geht nicht darum, eine Moralität zu schaffen. Wir nehmen einfach jemanden, der noch nie zuvor getötet hat, und lassen ihn töten, damit er sein eigenes Leben und das seiner engsten Freunde retten kann."

"Währenddessen wird diese Kernmechanik, das Töten, zu einem wichtigen Thema in der Geschichte. Wenn das nicht der Fall wäre, würde jedweder literarischer oder künstlerischer Wert durch das Gameplay untergraben, die Story würde durch die Aktionen des Spielers erzählt."

Erst vor einigen Tagen hatte Thompson darüber gesprochen, dass Far Cry 3 zeigen soll, welchen Preis man bezahlen muss, um ein Held zu werden.

"Wir schreiben euch nicht vor, ob etwas gut oder schlecht ist. Wir verurteilen die Spieler nicht. Letzten Endes geht es im Spiel ums Töten und das wissen wir, also wollten wir dem nicht nachgeben. Das Spiel bittet euch darum, zu schießen", sagte er. "Es geht darum, Leute zu töten, um zu gewinnen. Daher wollten wir sicherstellen, eine Story zu schreiben, die das versteht. Die Geschichte dreht sich ums Töten, um Jason... Jason kommt auf die Insel und hat nie zuvor eine Waffe abgefeuert oder jemanden getötet. Die Story geht wirklich darauf ein, welchen Preis man zahlen muss, welche Dinge man tun muss, um ein Held zu werden."

Erscheinen wird Far Cry 3 Ende November für Xbox 360, PC und PlayStation 3.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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