Warum Miyamotos Spiele so einzigartig sind? Er spielt (fast) nur seine eigenen Sachen

Und Pokémon Go!

Dass auf jährlichen Shareholder-Treffen von börsennotierten Unternehmen auch über die persönlichen Vorlieben des Führungspersonals gesprochen wird, ist jetzt nicht so gerade gang und gäbe. Dieses Jahr war es aber mal so weit und ein Teilnehmer fragte in die Runde, was denn die Lieblingsspiele des leitenden Personals seien.

Unter anderem hörten wir da von Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa (liebt Super Mario Bros. noch aus seiner Kindheit, aktuell Clubhouse Games: 51 Worldwide Classics, ist aber auch Spielen der Konkurrenz nicht abgeneigt) und natürlich Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto. Wie sehr sind wir erstaunt, dass er in erster Linie seine eigenen Spiele zockt?

"Ich spiele im Grunde die Spiele, die ich selbst erschaffen habe. Also wurde ich nicht besonders von den Spielen anderer Firmen beeinflusst", so der studierte Industriedesigner (via Nintendo Everything). "Als ich aber in diesem Beruf anfing, war das erste Spiel, das mich beeinflusste, Pac-Man. Und von einer Design-Perspektive her finde ich TETRIS wundervoll. Im Moment bin ich von Pokémon GO begeistert. Ich spiele es mit meiner Frau. Für mich ist es ein Traum, ein Spiel mit meiner ganzen Familie zu spielen."

"Ich genieße Pokémon GO zusammen mit meiner Frau und Freunden aus der Nachbarschaft nun schon gut zwei Jahre. Der durchschnittliche Pokémon-GO-Spieler in Japan ist vermutlich um die 60 Jahre alt [lacht]."

Wenn das von mir wäre, würde ich auch den ganzen Tag nichts anderes spielen.

Es ist durchaus bezeichnend, dass Miyamoto, dieser so wegweisende Spieleschöpfer, der mittlerweile eher in überwachender kreativer Position bei Nintendo tätig ist, im Grunde kaum Konkurrenzprodukte unter die Finger nimmt.

Natürlich drehen sich die Marken, die er mit schuf, schon sehr um sich selbst. So sehr Zelda und Mario auch immer einen neuen Betrachtungswinkel finden, so sehr bleiben sie sich auch selbst treu und wirken immer irgendwie insular. Oft kopiert und doch selten erreicht, wohnt ihnen ein gewisser Funke inne, der irgendwo in bloßer, originärer Freude an Bewegung und Entdeckung seinen Anfang nahm. Es macht irgendwo Sinn, dass man den nur bei sich selbst finden kann und der Blick zur Konkurrenz da nicht unbedingt hilfreich ist.

Aber schön, dass ihm Pokémon GO so gut gefällt.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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