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Indies 2014 - Wo sonst treffen Retro und Innovation so perfekt aufeinander?

Auch 2014 bescheren uns die kleinen Studios vielversprechende Konzepte.

Während die großen Triple-A-Titel ihre Marketing-Muskeln spielen lassen, kümmern sich auch 2014 die kleineren Indie-Produktionen um seltsame, riskante, innovative oder schlichtweg vergessene Ideen. Wirklich jeder sollte hier etwas finden, das genau auf seinen Geschmack ausgerichtet ist. Sei es nun das klassische Broken Age für Adventure-Freunde oder das verrückte Octoad: Dadliest Catch. 2014 könnte eines der bisher besten Jahre für Indie-Spiele sein, was die folgende Liste stichhaltig beweist.


Oddworld: New 'n' Tasty!

Nicht der einzige Titel in dieser Liste, der eigentlich schon viel früher hätte erscheinen sollen. Sommer 2013 hieß es zunächst, nachdem die Fans über den neuen Namen des Remakes entscheiden durften. Doch der Wechsel zu einer neuen Engine verzögerte die Arbeiten des Entwicklerteams and "Anfang 2014". Und so erhalten wir Abes Abenteuer nun im Frühjahr. Wer übrigens mit einer reinen grafischen Verbesserung rechnet, hat sich deftig geschnitten. Man nahm sich den PS1-Klassiker eher als Blaupause für diese Neuauflage für PC, Mac, Linux, PS4, Wii U. Vergleicht es also mit dem Remake von Resident Evil, das sich ebenso einige Freiheiten nahm und darüber hinaus weitere Gebiete hinzufügte. An der eigentlichen Formel möchte das Team von Just Add Water allerdings nichts ändern. Noch immer schleicht ihr vor schicken Hintergründen durch ein intergalaktisches Arbeitslager und versucht, die anderen Gefangen aus dem dreckigen Komplex zu befreien. Lasst uns also gemeinsam auf einen reibungslosen Ausbruch hoffen.

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Broken Age

Während die Unterstützer des Kickstarter-Projekts bereits vor zwei Tagen ihre Version des Spiels erhielten, müssen alle anderen noch bis zum 28. Januar warten. Zumindest auf das erste Kapitel, denn Broken Age wird in zwei Hälften veröffentlicht. Auch die Zweite soll noch in diesem Jahr erscheinen. Dann wird sich zeigen, ob Tim Schafer zusammen mit seinem Studio Double Fine dem hohen Druck standhalten konnte. Immerhin ist Broken Age der Startpunkt für die Crowdfunding-Welle gewesen, weshalb die Erwartungen an das Projekt enorm sind.

Natürlich erwarten die Leute ein Point-&-Klick-Adventure auf dem Niveau eines Day of the Tentacle oder Grim Fandango. Zumindest die Handlung scheint schon einmal vielversprechend. Ihr schlüpft in die Rollen zweier Protagonisten. Während der Junge Shay alleine auf einer voll automatisierten Raumstation lebt, soll das Mädchen Vella zu Beginn ihrer Geschichte einem Monster geopfert werden. Obwohl beide Prämissen interessant klingen, ist es die Frage nach der genauen Zusammenführung beider Handlungsstränge, die Neugier hervorruft. Hoffentlich verrutscht der Termin der zweiten Hälfte nicht noch in Richtung 2015.


Hotline Miami 2: Wrong Number

Krude Pixeloptik, schnelle Action, ein pulsierender Soundtrack und exzessive Gewalt. Genau wie beim ersten Hotline Miami ziehen einen diese Dinge entweder sofort an oder wirken stark abstoßend. Wrong Number richtet sich eindeutig an Fans des ersten Psychotrips und versucht erst gar nicht, neue Zielgruppen zu erschließen. Noch immer lauft ihr über bunt leuchtende Epilepsie-Blaupausen und startet jeden Abschnitt mindestens zehnmal neu, weil ihr bereits nach einem Gegentreffer das Zeitliche segnet. Zwar hat man das auf schnellen Reflexen basierende Gameplay laut Angaben des Entwicklerduos überarbeitet, doch zu den größten Neuerung zählt der narrative Wandel.

Ihr spielt nicht nur eine Gruppe von Halbstarken, die inspiriert von den Ereignissen des ersten Teils selbst ihre Mordzüge starten, sondern übernehmt außerdem die Rolle eines Filmdarstellers. Letzterer bringt anstatt echter Opfer nur seine Schauspielerkollegen für die Kamera um. Sobald der Regisseur die aktuelle Szene beendet, stehen eure “Opfer” wieder auf. Man darf sicherlich gespannt sein, ob sich dieser Filmdreh nicht doch in eine blutrote Realität verwandelt.


Octodad: Dadliest Catch

In Octodad spielt ihr einen Oktopus, der es irgendwie geschafft hat, seine komplette Umgebung davon zu überzeugen, ein echter Mensch zu sein. Die Scharade funktioniert sogar so gut, dass er unbemerkt zusammen mit einer menschlichen Frau und den gemeinsamen Kindern wohnt. Niemand hat sein Geheimnis entdeckt und so soll es auch bleiben. In mehreren Szenarien, die sich meist um ein Event wie die Hochzeit drehen, müsst ihr den Ablauf überstehen, ohne zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Leichter gesagt als getan, wenn sich der gute Octodad steuert, als würde man eine Tastatur mit Essstäbchen bedienen. Darüber hinaus bleiben seine Tentakel überall an Objekten kleben und so verwandelt ihr jeden Raum in das größte Chaos. Wer sich nicht vor unkonventionellen Spielkonzepten sträubt, sollte sich Octodad: Dadliest Catch auf jeden Fall vormerken.


Jazzpunk

Jazzpunk verdient direkt einen Preis für den besten Namen eines Spiels 2014. Ok, vielleicht bin ich durch meine Liebe zu dem stilvollen Musikgenre etwas vorschnell, aber Jazzpunk klingt einfach verdammt cool und rollt nur so von der Zunge. Beim eigentlichen Spiel weiß ich noch immer nicht genau, was genau passiert, oder worum es geht. Als eine Art Adventure aus der Ego-Perspektive soll es das spielerische Äquivalent zu Filmen wie Top Secret oder Die Nackte Kanone sein. Dementsprechend abgedreht sind die einzelnen Abschnitte und ebenso vollgepackt mit Witzen sowie äußerst surrealen Situationen. Eine Mission führt euch beispielsweise ins russische Konsulat, dessen kahle Fassade den krassen Kontrast zur bunten Welt darstellt. Im Inneren warten dann Charaktere, die anstatt einer Kaffeepause Zeit für Wodka mit Keksen finden. Da muss schon viel schief gehen, damit der Titel nicht unterhält.

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Mew-Genics

Das perfekte Spiel für jeden Katzenliebhaber. Eine knuddelige und zugleich vollkommen abgedrehte Zuchtsimulation von Team Meat, die Mew-Genics in diesem Jahr endlich veröffentlichen wollen. Mehr als ein paar Bilder existieren neben dem genialen Intro-Song leider noch nicht. Selbst bei sonstigen Informationen halten sich Edmund McMillen und Tommy Refenes ziemlich bedeckt und sprechen meist nur über die aberwitzige Zahl an unterschiedlichen Katzen, die ihr züchten könnt, oder wie die verschiedenen Krankheiten im Spiel heißen. Wer den Humor des Duos zu schätzen weiß und ein Herz für die hinterlistigen Marathonschläfer hat, sollte sich den Titel auf jeden Fall vormerken.

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The Binding of Isaac: Rebirth

Beim Spielen von The Binding of Isaac dachte ich die ganze Zeit daran, wie wunderbar sich dieses Roguelike auf einem Handheld spielen würde. Mit dem Remake, das den Zusatz Rebirth erhält, verwandelt sich dieser Traum nun endlich in die süße Wahrheit. Dann dürft ihr die Tränen des kleinen Isaac auch auf der PlayStation Vita verschießen, um euch durch die an Zelda angelehnten Dungeons zu kämpfen, die der Titel bei jedem Start zufällig generiert. Neben einer frischen Retro-Optik enthält die Neuauflage laut Angaben von Edmund McMillen fast die doppelte Anzahl an Inhalten gegenüber dem Original plus den DLC Wrath of the Lamb. Das bedeutet haufenweise neue Items, widerwärtige Monster und Level, die euch Dutzende Stunden neuen Spaß versprechen. Außerdem erwartet euch ein vollkommen neuer Soundtrack. Im Grunde genommen erhaltet ihr mit The Binding of Isaac: Rebirth die definitive Version des Spiels, so wie es ursprünglich angedacht war.


Ray's the Dead

Immer nur mit menschlichen Spielern gegen Horden von Untoten zu kämpfen gerät so langsam in eine Zone generischer Vorhersehbarkeit. Ray's the Dead lässt euch dagegen in die Haut eines Zombies schlüpfen, der durch einen nützlichen Apparat andere Leichen aufwecken und befehligen kann. Diese nette Fähigkeit setzt ihr ein, um die noch lebenden Personen einer Kleinstadt zu bekämpfen oder unterschiedliche Rätsel zu lösen. Der putzige Grafikstil passt dabei perfekt zum schrägen Humor. Vielleicht folgen auch zukünftige Titel diesem Ansatz und stellen sich öfters auf die Seite der Untoten.


A Hat in Time

Was ist eigentlich mit den ganzen Jump 'n' Runs der 90er passiert? Warum ist das Genre anscheinend tot? Wenn ihr euch diese Fragen stellt und sehnsüchtig nach Spielen lechzt, die an Super Mario 64, Banjo Kazooie, Spyro oder Donkey Kong 64 erinnern, ist A Hat in Time das perfekte Spiel für euch. Auf den ersten Blick wirkt es wie Super Mario Sunshine gepaart mit dem Grafikstil aus The Legend of Zelda: The Wind Waker. Nur tauschte man eure Wasserpumpe gegen einen Regenschirm aus, der ebenso unterschiedliche Attacken und Manöver ermöglicht. Derweil erstellt Grant Kirkhope den Soundtrack. Wer das ist? Der gute Mann hat für Rare fast die komplette Musik in jedem ihrer Spiele geschrieben. Sei es nun Banjo Kazooie, dessen Nachfolger oder Conker's Bad Fur Day. Eine bessere Person könnte man sich gar nicht vorstellen für den Job.


New Game+

Bis auf ein paar Screenshots existieren noch nicht sehr viele Informationen zu New Game+, dem neuen Spiel von Jasper Byrne, bekannt für den Indie-Horror Lone Survivor. Die ersten Bilder des Dungeon Crawlers erinnern optisch stark an alte SNES-Rollenspiele. Nur mit einer isometrischen Perspektive und wesentlich besseren Lichteffekten. Inwieweit der Name des Spiels mit dem Gameplay zusammenhängt, weiß bisher nur Byrne selbst, der in den kommenden Monaten weitere Details auf seinem Blog veröffentlicht. Ein Release noch 2014 ist zwar fragwürdig, aber durchaus möglich.


Super Time Force

2013 war ein weiteres Jahr ohne Super Time Force. Nicht eine neue Ankündigung gab es. Und dennoch - oder gerade deswegen - warte ich weiterhin sehnsüchtig auf die baldige Veröffentlichung des Spiels. Das Konzept klingt einfach zu genial! Ihr beginnt den Durchlauf eines Levels komplett alleine. Sterbt ihr an einem bestimmten Punkt, kämpft ihr beim nächsten Versuch an der Seite eures verstorbenen Kriegers. Nach und nach entsteht so eine kleine Armee an Soldaten, die auf dem Bildschirm wuseln und euch unterstützen. Das Team von Capy Games hat es also geschafft, eine noch beklopptere Version von Metal Slug zu erschaffen. Freut euch drauf!

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The Witness

Endlich. Das jahrelange Warten auf The Witness findet sein Ende. Nach dem gigantischen Erfolg von Braid 2008 wartete die gesamte Spielerschaft auf das neue Spiel von Jonathan Blow. Das Setting orientiert sich stark an den alten PC-Klassiker Myst. Auch in The Witness stiefelt ihr alleine in der Ego-Ansicht über eine anscheinend verlassene Insel, gefüllt mit Hunderten von Rätseln. Selbst so kurz vor der Veröffentlichung zeigte Blow nicht mehr als ein paar Ausschnitte aus der Welt sowie einen Typ von Knobelaufgabe, bei dem ihr Linien auf quadratische Flächen zeichnet. Man darf sicherlich gespannt sein, ob The Witness den gleichen Einfluss wie damals Braid haben wird oder ob die Erwartungen zu hoch angesetzt waren. Wie dem auch sei, The Witness bleibt einer der am sehnlichsten erwarteten Indie-Titel aller Zeiten.


Routine

Horror-Fans aufgepasst! Routine könnte euch demnächst in kleine, schreiende Mädchen verwandeln, die verängstigt vom Stuhl fallen. Gefangen in einer düsteren Mondbasis stolpert ihr alleine durch die kalten Gänge, löst Rätsel und passt dabei auf, nicht ums Leben zu kommen. Denn Routine schickt euch nach eurem Tod wieder zum Anfang. Permadeath in einem Horror-Titel. So etwas muss man sich auch erst einmal trauen! Damit das System überhaupt funktioniert, sind alle Bereiche der Lunar Research Station von Beginn an frei erkundbar. Ihr entscheidet, in welche Ecken ihr euch bewegt. Ziel ist die Suche nach genügend Informationen, um das Geheimnis der Basis zu lüften. Sicherlich eine der interessantesten und vor allem mutigsten Ideen der letzten Jahre.

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Cosmic Star Heroine

Über 100.000 Dollar erzielte das Projekt mit einer der bisher besten Kickstarter-Seiten aller Zeiten. Wer schon einmal Breath of Death VII oder Cthulhu Saves the World gespielt hat, weiß, wie gut sich die beiden Jungs von Zeboyd Games mit rundenbasierten Rollenspielen auskennen. Cosmic Star Heroine scheint nun ihr eigenes Chrono Trigger beziehungsweise Final Fantasy VI zu werden, deren Kampfsysteme man kombiniert und durch weitere Elemente verbessert. Die Handlung dreht sich um die berühmteste Agentin der galaktischen Föderation Alyssa L'Salle. Nach der Aufdeckung einer dunklen Verschwörung stempelt ihre Regierung sie als Spionin ab. Nun sucht Alyssa zusammen mit ihrer Truppe während ihrer Flucht die Verantwortlichen. Fehlt eigentlich nur, dass man den Titel auch auf einem SNES-Modul veröffentlicht.


Early Access

Neben den ganzen Neuerscheinungen, existieren natürlich auch weitere Indie-Produktionen, die sich derweil noch in ihrer Early-Access-Phase befinden. Deswegen haben wir hier noch ein paar interessante Kandidaten, die nicht DayZ sind. Behaltet diese Titel im Verlauf des Jahres auf jeden Fall im Auge.

Prison Architect: Wer wollte nicht schon immer einmal in die Haut eines Gefängnisleiters schlüpfen und seine eigene Anstalt führen? In Prison Architect baut ihr euer Gefängnis, verteilt die Insassen und passt darauf auf, dass nicht zu viel Chaos entsteht. Ansonsten endet der nächste Streit zweier Insassen in einem wilden Blutbad.

Overgrowth: Karnickel-Kung-Fu-Simulation. So ungefähr lässt sich Overgrowth relativ simpel beschreiben. Ihr spielt einen kämpfenden Hasen, der durch meterhohe Sprünge die Welt erkundet und nebenher versucht, alle anderen Spieler zu verprügeln. Der Kniff ist die überaus schwer zu bewältigende Steuerung, die neben der Physikengine euer schlimmster Feind ist.

Rust: Ein Wald gefüllt mit nackten Männern, die planlos umherlaufen und sich gegenseitig mit Steinen bekämpfen. Es dauert meist keine fünf Minuten, bis etwas Seltsames in diesem Survival-Spiel passiert. Sei es nun euer Tod durch eine Bande von gut ausgerüsteten Räubern oder die Tatsache, dass jemand nackt um eure kleine Hütte rennt und dabei fröhlich den Intro-Song von Ducktales trällert.

Starbound: Starbound ist Terraria im Weltall. Gestrandet auf einem fremden Planeten müsst ihr nicht nur überleben, sondern am besten noch die gigantischste Unterkunft aller Zeiten bauen, um damit ordentlich vor euren Freunden anzugeben. Ansonsten bietet Starbound schon jetzt die wichtigsten Elemente eines guten Survival-Spiels und wird mit der Zeit noch durch neue Features erweitert.

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