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Portal: Companion Collection: Perfekt für eure Nintendo Switch und nah am Steam Deck dran!

Definitiv besser als auf PS3 und Xbox 360.

Die Portal-Spiele sind echte Klassiker - brillante, einfallsreiche First-Person-Puzzlespiele, die eine originelle Spielmechanik, verblüffende Designs und witzige Geschichten zu einem ganz besonderen Erlebnis verbinden. Tatsache ist jedoch, dass diese Spiele seit ihrer ursprünglichen Veröffentlichung im Jahr 2007 beziehungsweise 2011 auf den Konsolen nicht mehr zu finden sind. Abgesehen von der Abwärtskompatibilität auf der Xbox haben wir von beiden Spielen seit der PlayStation-3- und Xbox 360-Ära nichts Neues mehr gesehen. Die gute Nachricht ist, dass sich das jüngst mit der Veröffentlichung von Portal: The Companion Collection auf spektakuläre Art geändert hat.

Dieses neue Doppelpack von Valve und Nvidia Lightspeed Studios kombiniert Portal 1 und Portal 2 zusammen mit zusätzlichen Spielinhalten zu einem attraktiven Preis von 18,99 Euro. Beide Spiele laufen auf der bahnbrechenden Source-Engine, die vor allem von Half-Life 2 aus dem Jahr 2004 bekannt ist, sodass wir es hier natürlich nicht mit modernster Technologie zu tun haben. Dennoch passen beide Titel dank ihres brillanten Spiel- und Artdesigns hervorragend zu Nintendos Hybrid-Konsole und es war fantastisch, beide Spiele darafu erneut zu erleben.

Bevor wir auf die Unterschiede zwischen den Plattformen eingehen, lohnt es sich, den grundlegenden grafischen Aufbau beider Titel und die enormen künstlerischen und technischen Verbesserungen zwischen den beiden Spielen zu erörtern. Portal besteht im Wesentlichen aus einer Reihe von einfachen Rätselräumen. Die Rätsel sind interessant genug, aber die Umgebungen sind einfach gehalten, mit rudimentären, flach strukturierten Wänden, eckiger Geometrie und einer starken Abhängigkeit von vorberechneter Beleuchtung und Schatten. Das Spiel hat einen nüchternen Look mit sich wiederholenden, geradlinigen Illustrationen. In Anbetracht der Beschränkungen des Projekts, das von einem Team von etwa zehn Personen entwickelt wurde, ergeben diese Einschränkungen Sinn.

Oliver Mackenzie schaut sich die neue Portal Companion Collection von Valve an. Und natürlich gibt’s auch einen Vergleich mit Xbox 360 und Steam Deck!

Leider waren die damalige Source-Engine und die Tools nicht in der Lage, die Art von subtilen Details zu liefern, die ein Spiel in kleinerem Maßstab erfordert. In Portal fehlt es größtenteils an Normal-Mapping, es gibt nur wenig spiegelnde Beleuchtung und keine Umgebungsschatten, Techniken, die in anderen Spielen aus dieser Zeit üblich waren. Die künstlerischen Einschränkungen eines Spiels wie Portal könnten diese Bemühungen erschweren, aber es gab durchaus gelungene Darstellungen kleinerer Räume in früheren Titeln, etwa Doom 3 von 2004. In diesem Fall ist es das Design des Spiels, das bis heute glänzt, aber die Fortsetzung macht es in jeder Hinsicht besser.

Portal 2 basierte auf demselben Konzept wie sein Vorgänger - einer linearen Reihe von Rätselräumen -, aber es stellte die Spielumgebung nach Jahren der Nichtnutzung dar. Das gab den Künstlern einen Grund, die Umgebungen mit Blattwerk und natürlichem Licht zu füllen. Die Gebiete waren wirklich abwechslungsreich und wurden durch ausgedehnte filmische Gameplay-Sequenzen durch große Umgebungen aufgelockert. Technisch gesehen basierte Portal 2 auf einer Weiterentwicklung der Source-Engine, die bereits in Half-Life 2: Episode 2 zum Einsatz kam. Dies bedeutete eine umfangreiche Verwendung von Shadow Maps, HDR-basierter Beleuchtung und hochwertigen Partikeleffekten. Source war zu diesem Zeitpunkt bereits in die Jahre gekommen, aber eine Kombination aus künstlerischen Verbesserungen, neuer Technologie und einem größeren Produktionsbudget führte zu einem wesentlich besser aussehenden Ergebnis.

Selbst das anspruchsvollere Portal 2 schlägt sich auf der Switch gut im Vergleich mit dem Steam Deck auf maximalen Einstellungen. Aufgrund des Bildschirmes bietet die Switch OLED ein insgesamt überlegenes Erlebnis, rein von den Hardware-Spezifikationen kann sie mit dem Steam Deck aber nicht mithalten.

Wenn man die neue Switch-Portierung mit dem Xbox-360-Original vergleicht, fällt nicht viel auf, beide Versionen sehen fast gleich aus. Die Switch-Versionen neigen dazu, generell etwas mehr Kontrast zu haben, besonders im ersten Teil, aber Schatten, die Darstellung von Objekten und Beleuchtung scheinen identisch zu sein. Die Bildqualität ist der Punkt, an dem wir mehr Unterschiede sehen: Der Xbox-360-Code läuft bei beiden Titeln mit 720p ohne Anti-Aliasing im ersten Spiel und mit einem primitiven Unschärfefilter im zweiten. Beeindruckend ist, dass die Switch-Version in vollen 1080p läuft, während sie im Dock steckt, und anscheinend auch mit 2x MSAA, was zu einer erheblichen Verbesserung der Bilddetails und -qualität führt. Feine Merkmale werden viel klarer und stabiler aufgelöst. Dynamische Auflösung ist eine Möglichkeit, das zu erreichen, aber ich habe sie während meines Tests nicht bemerkt.

Wir sehen es nicht oft, dass MSAA auf Switch eingesetzt wird, aber die Vorteile liegen auf der Hand: Kanten-Aliasing wird reduziert, während Klarheit und Schärfe erhalten bleiben, was bedeutet, dass diese Spiele für Switch-Titel eine sehr gute Bildqualität aufweisen. Der portable Modus wird erwartungsgemäß auf 720p reduziert, mit aktivem MSAA für das erste Spiel, obwohl Portal 2 keine Form von Anti-Aliasing im portablen Modus hat. Abgesehen von der Auflösung scheinen die visuellen Einstellungen zwischen dem tragbaren und dem angedockten Modus identisch zu sein.

Xbox-360-Vergleiche sind eine Sache, aber ich dachte, es könnte Spaß machen, diese Portierungen mit den nativen Linux-Versionen auf dem Steam Deck zu vergleichen. Das Ergebnis: Sie können immer noch gut mithalten. Es ist vielleicht nicht überraschend, dass der leistungsstärkere Handheld beide Spiele in 1080p60 mit 4x MSAA und verbesserter Texturfilterung ausführen kann, aber ansonsten ist die Switch auf Augenhöhe mit dem Deck. Es gibt nicht viel Raum für Einstellungsverbesserungen, die über die Xbox 360 oder PS3 hinausgehen, selbst auf viel leistungsfähigerer PC-Hardware. Tatsächlich würde so weit gehen und sagen, dass man Switch-OLED-Modell insgesamt vorziehen könnte, einfach aufgrund des besseren Displays. Einige der technischen Ärgernisse, die manchmal auf dem Deck auftreten, dämpfen das Gesamterlebnis ebenfalls, wie etwa die Controller-Eingabekurven, die nicht gut für einen Xbox-Controller beim Spielen am Fernseher geeignet sind.

1080p im Dock bringen die Switch bis an ihre Grenzen. Anspruchsvolle Effekte und die Portale selbst können zu kleinen Einbrüchen führen, wenngleich die 60 fps überwiegend gehalten werden.

Um speziell auf die Switch zurückzukommen: Die Performance ist der Punkt, an dem diese Portierung alles übertrifft. Zum Vergleich: Die ursprünglichen PS3- und Xbox-360-Versionen zielten auf 30 Bilder pro Sekunde ab und waren im Allgemeinen recht stabil, obwohl es auf der Xbox 360 einige unglückliche Frame-Pacing-Probleme gab. 30 Bilder pro Sekunde sind für diese Titel völlig in Ordnung, aber eine Steigerung wäre sicherlich willkommen. Genau das sehen wir auf der Switch, mit einem Zielwert von 60 Bildern pro Sekunde, der für den Großteil der Spielzeit bei beiden Titeln erreicht wird.

Gelegentlich tauchen doppelte Frames auf und wenn man die Kamera direkt auf anspruchsvolle Alpha-Effekte richtet, kann das erwartungsgemäß zu Problemen führen, aber im Allgemeinen erreichen wir solide 60 fps im Dock. Die Portale selbst erweisen sich als das Hauptproblem beim Spielen im Dock, das Hinzufügen eines zweiten Blickpunktes kann manchmal etwas Schluckauf bei der Bildrate verursachen. Das Laden von Portalen führt oft zu kurzen, aber spürbaren Performance-Problemen, abhängig von der Komplexität der Szene(n). Das ist aber keine große Sache und stört den Spielspaß nur selten.

Trotz weniger verfügbarer Rechenleistung hält der Handheld-Modus die 60 fps konstanter als der Dock-Modus. Womöglich, weil die allgemeine Bandbreite des Systems relativ hoch bleibt, die Auflösung aber reduziert wird.

Der Handheld-Modus räumt die meisten dieser Performance-Probleme aus. Die Portale laufen im Handheld-Modus einwandfrei, während das leichte Stottern beim Durchqueren der Levels seltener auftritt. Es läuft sehr gut, im Wesentlichen sind es feste 720p60. Die Kombination aus dem höheren Leistungsziel und der verbesserten Bildqualität macht diese Portierung wirklich zu etwas Besonderem. Die Switch ist gut für die Anforderungen von Konsolentiteln der siebten Generation geeignet und liefert in der Regel Auflösungsverbesserungen in portierten Spielen. Die Verdopplung der Bildrate ist jedoch weit weniger typisch und beeindruckenderweise erhalten wir auch einen 720p/1080p-Split für den Handheld- und Dock-Modus. Das ist eine sehr beeindruckende Leistung.

In seiner Gesamtheit betrachtet, erinnert uns diese Veröffentlichung daran, dass Valve vielleicht darüber nachdenken sollte, seinen Katalog mit klassischen Spielen für moderne Konsolen-Hardware zu aktualisieren, so wie man die PC-Originale regelmäßig auffrischt: 4K60 wäre für beide Titel auf den heutigen Microsoft- und Sony-Geräten ein Kinderspiel. Wer würde nicht gerne die Half-Life-Saga auf seinen neuesten Geräten neu erleben? Für den Moment ist die Portal Companion Collection jedoch eine wirklich hervorragende Switch-Portierung. Die scharfe Bildqualität und die solide Performance heben sie weit über die typische Switch-Umsetzung hinaus und stellen das System auf eine solide Basis im Vergleich zu viel leistungsstärkerer Hardware. Es ist eine großartige Portierung zweier großartiger Spiele, die den Nintendo-Hybrid von seiner besten Seite zeigt.


Im englischen Original von Oliver Mackenzie, Freier Redakteur, Eurogamer.net

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