Frank O'Connor spricht darüber, wie Halo 4 das Meiste aus der Xbox 360 rausholt

Wird auch für kommende Next-Gen-Titel weiter die Halo-Engine verwenden.

Halo 4 soll das Meiste aus der mittlerweile sieben Jahre alten Xbox 360 herausholen. Für den jüngsten Teil der Reihe setzt man dabei auf eine stark modifizierte Version der Engine, die schon Bungie verwendete. Teile sind völlig neu, der Kern bleibt aber relativ unverändert.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Halo 5 dann erst auf der Next-Gen-Xbox aufschlägt. Laut 343s Frank O'Connor bedeutet das aber nicht, dass man aus dem Grund eine völlig neue Engine programmiert.

"In einer Welt, in der wir auf Next-Gen-Plattformen arbeiten, gibt es Dinge, die wir einfach tun müssen, damit es mit der Architektur funktioniert. Aber letzten Endes entwickelt man die Dinge einfach weiter, damit es funktioniert. In Zukunft müssen wir die Systeme wahrscheinlich wieder radikal überarbeiten. Aber als Grundgerüst für künftige Halo-Produkte, besonders First-Person-Shooter - Halo Wars hat offensichtlich nicht viel mit Halo 4 gemeinsam -, gibt es auf jeden Fall Komponenten und Elemente, die man beibehalten muss, weil sie unerlässlich und der Kern des Spiels sind", sagt er im Gespräch mit Eurogamer.

"Manchmal muss man einfach komplette Teile der Engine rauswerfen. Aber ja, es gibt immer auch Teile, die man behalten kann. Einiges davon sind einfach nur ein paar Kalkulationsn und Zahlen, wodurch sich zum Beispiel die Sprunghöhe richtig anfühlt. Das sind Dinge, die man beibehalen muss."

Durch die weitere Verwendung der Halo-Engine wollte 343 zudem sicherstellen, dass sich Halo 4 auch wie Halo anfühlt: "Wenn ihr einen Techniker von damals, von 2001 oder gar 1999, fragen würdet, würde er einige Elemente des Codes wiedererkennen", so O'Connor. "Das hat damit zu tun, den Spirit, das Feeling und die Kernprinzipien des Spiels zu bewahren. Sie sind da drin."

"Aber wir haben auch die Engine auseinandergenommen und vieles davon neu gemacht, was ihr auch sicherlich anhand der Bildqualität und Rendering-Techniken gesehen habt. Aber wir haben auch Sachen die den Sound verändert, ein paar Verbesserungen am Netzcode vorgenommen. Und einige Dinge wurden auch radikal von Grund auf neu entwickelt, andere Sachen verbessert oder verfeinert. Es ist auf jeden Fall eine Evolution der Engine."

O'Connor zufolge können Diskussionen über Engines manchmal verwirrend sein, weil man etwas oft als neu bezeichnet, obwohl es im Grunde nur eine Evolution alter Technik ist.

"Halos Engine ist wirklich faszinierend, weil sie so viele verschiedene Dinge leistet. Es gibt diesen wirklich ansprechenden Physik-Aspekt. Die Sandbox-Umgebung. Die offene Welt. Die Art und Weise, wie das Streaming der Umgebungen funktioniert. Es ist eine große, komplizierte und verschachtelte Engine", sagt er. "Eine der größten Verbesserungen ist, dass wir sie formbarer und für die Grafiker komfortabler gemacht haben. Das alleine hätte schon für ein besseres Resultat gesorgt, selbst wenn wir ansonsten nichts verändert hätten."

Halo 4 wird unter anderem in nativem 720p laufen und auf zwei Discs ausgeliefert.

"Wir hatten diesmal den Luxus, dass zwischen Halo 3 und diesem Spiel viel Zeit vergangen ist. Selbst zwischen Halo: Reach und diesem Spiel. Ebenso hatten wir einen Vorteil, den andere Teams nicht haben. Wir konnten etwas mit Prototypen experimentieren, die Engine auseinandernehmen, um zu sehen, wie sie funktioniert und wo wir sie verbessern können, weil wir nicht einfach nur die nächste Fortsetzung machen wollten."

"Eine andere Sache ist die Technologie", erklärt er weiter. "Wir haben ein paar wirklich tolle Programmierer, die an diesen Problemen arbeiten und sie haben ein paar fantastische Codes geschrieben, um diese Dinge möglich zu machen. Und drittens haben wir mehr Pixel auf dem Bildschirm. Es ist natives 720p. Einer der Gründe dafür, warum es so gut aussieht, ist auch, dass wir unseren Grafikern die Werkzeuge gegeben haben, um effektiver zu arbeiten. Man bekommt wirklich sehr gutes Feedback, wenn die Grafiker dazu in der Lage sind anstatt von der Technologie und den Tools eingeschränkt zu werden."

Halo 4 zeige laut O'Connor, was die Xbox 360 auch nach sieben Jahren noch leisten könne. Und sie werde nicht einfach so verschwinden, wenn die nächste Xbox auf den Markt kommt.

"Die Konsole ist sieben Jahre alt, aber wir finden immer noch neue Tricks und Möglichkeiten, um mehr Performance rauszuholen", sagt er. "Sie hat es nach wie vor drauf. Es ist bereits eine der längsten Generationen, die wir hatten. Und einfach in Bezug darauf, ein Teil eures Home-Entertainments zu sein, sind Xbox 360 und PlayStation 3 wirklich unverzichtbar. Mann muss sie unter dem TV stehen haben. Ich kann mich einfach nicht davon trennen. Sie bietet so viele Möglichkeiten und dient als Hub für all diese Erlebnisse. Und obendrein kann man immer noch Erlebnisse in Triple-A-Qualität auf ihr anbieten. Ich liebe das. Sie bietet mir so viel, dass ich mir wahrlich keinen Grund vorstellen kann, sie wegzunehmen, selbst wenn in Zukunft bessere Hardware erscheint. Irgendwo im Haus wird sie immer noch nützlich sein."

"Als Beispiel nutze ich gerne folgendes: Wenn die Wii DVDs abspielen könnte und einen HDMI-Ausgang haben würde, hätte ich sie nicht längst in den Schrank gestellt. Sobald ich mit den Spielen fertig war, die ich darauf spielen wollte, hatte sie keinen weiteren Nutzen für mich. Es war also einfach, sie wegzuräumen. 360 und PS3 können aber einfach so viele verschiedene Dinge. Und das hält mich wiederum auch bei den Spielen, weil ich sie so oft nutze. Ich gehe ins Dashboard und manchmal werde ich von einem Spiel anstatt von einem Film abgelenkt. Es gibt einfach so viele mögliche Unterhaltungsformen, wenn ich das Dashboard aufrufe."

Halo 4 - Trailer

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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