World of Warcraft Legion - Test

Das Add-on, auf das man seit BC und WotLK wartet. 

Gelungenes Add-on, das nervige Probleme löst, tolle Neuerungen bietet und das Potenzial hat, BC/WotLK als die besten WoW-Add-ons abzulösen.

Wer WoW schon länger spielt, hat sich sicher schon öfters die Frage gestellt: Gibt es jemals wieder ein so gutes Add-on wie Burning Crusade oder Wrath of the Lich King? Sind wir mal ehrlich, Pandaria war für die meisten Spieler nicht berauschend und Warlords of Draenor konnte man nach langen 21 Monaten auch nicht mehr sehen. Persönlich sehe ich Pandaria mittlerweile als den Tiefpunkt und WoD als den Wendepunkt an. Doch zurück zur ersten Frage: Ja, die schlechten Zeiten sind endlich vorbei, mit Legion geht's endlich wieder steil bergauf!

Nun zum schwierigen und wohl etwas längeren Teil: Was genau macht Legion anders oder besser als seine Vorgänger? Nun, das liegt nicht an dem einen großen Punkt, sondern an vielen kleinen Verbesserungen, die Probleme ausmerzen, an denen man sich schon lange gestört hat. Es sind bei Weitem zu viele für diesen Artikel, daher beschränk ich mich auf die Wichtigsten.

Von der tollen Geschichte will ich an dieser Stelle nichts verraten, daher nur so viel: Wer sich für die Handlung interessiert, wird nicht enttäuscht. Der Kampf nimmt kosmische Ausmaße an und vollführt einige drastische Wendungen, mit denen man definitiv nicht rechnet (@ Blizzard Lore-Abteilung: Das mit Ysera nehm ich euch übel, so was macht man nicht). Ebenso trifft man auf viele neue und altbekannte Charaktere, die (wieder) eine große Rolle im Gesamtgeschehen einnehmen dürfen.

Mutter, der Mann mit den Quests ist da!

Sieht man sich die Karte der verheerten Inseln das erste Mal an und vergleicht sie dann mit den Gebieten der letzten Erweiterungen, kommt man schnell auf den Gedanken, dass der Platz auf dem Planeten langsam zuneigen gehen muss und die neuen Gebiete deshalb immer kleiner werden. Die Fläche der Inseln mag zwar tatsächlich kleiner sein, denkt aber bloß nicht, es gäbe deswegen weniger zu tun - das Gegenteil ist der Fall.

Die Zonen sind bis zum Erbrechen mit Quests vollgestopft. Wann immer man denkt, "Gott sei dank, endlich hier fertig, ich kann den Questgeber nicht mehr sehen" hüpft ein neuer NPC mit Aufträgen hinter einem Busch hervor und wirft einem den nächsten Satz Jobs an den Kopf. Fast schon übertrieben haben es die Designer in der Endzone Suramar.

Hier mal ein paar Zahlen zum Vergleich: Am Ende von Pandaria gab es etwas mehr als 1500 Quests. Am Ende von WoD waren es weit über 1800. In Legion sind es jetzt schon so viele wie zu den Finalzeiten von WoD (davon rund 400 in Suramar) - und das, obwohl einige Queststränge noch gar nicht freigeschaltet sind und mit folgenden Patches sicher noch einige hundert Aufgaben hinzukommen. Um in WoD von Stufe 90 auf 100 zu kommen, musste man etwa vier bis fünf der sechs Startzonen durchquesten. In Legion braucht man für die zehn Stufen bis 110 nur etwa 1,5 bis 2,5 Zonen.

Neben den üblichen Töte-dies-und-sammle-das-Quests gibt es natürlich auch wieder einige spezielle und ganz humorvolle Aufträge. Wer sich beispielsweise schon immer gefragt hat, wie das Leben wohl als Questgeber ist, erfährt das in der Aufgabe Wächserne Befehlsgewalt in Hochberg.

Doch keine Sorge angesichts dieser Questfülle, das Leveln geht deutlich schneller vonstatten als in WoD, da die Wege nicht so lang ausfallen und es mehr Erfahrungspunkte und mehr Quellen gibt. Bei den Aufgaben an sich erfindet Blizzard das Rad aber nicht neu - wie auch, irgendwo hat man selbst die lustigsten und abgefahrensten Quests schon einmal gesehen.

Hat man es auf die Endstufe geschafft, wird man als Erstes einen deutlichen Sprung in ein Ausrüstungsloch bemerken. Sprich: Hat man mit Level 109 noch ein Dutzend Gegner stark überlegen in den Boden gestampft, sind es mit Level 110 plötzlich die Schergen, die das fiese Grinsen aufsetzen. Das liegt an der Endskalierung und wird innerhalb von wenigen Tagen besser, wenn man etwas Ausrüstung einkassiert hat, die auch dem Endlevel entspricht.

Ein weiterer Punkt, der mit Stufe 110 sofort ins Auge fällt, ist die Flut an Aufgaben. Aus dem einen Ziel - das Endlevel zu erreichen - werden plötzlich ganz viele. Die restlichen Zonen bieten noch unzählige Quests, die man für den Ruf bei den Fraktionen auch erledigen sollte. Apropos Fraktionen: Bisher gibt es sechs davon, bei denen man sich einschleimen kann. Dort warten dann Ausrüstungsgegenstände, Handwerksrezepte, Spielzeug, Haustiere und so weiter.

Nebenbei muss man seine Sammlung an Artefaktwaffen mit Millionen von Artefaktmacht-Punkten aufblasen, die Berufe mit ihren schier endlosen Questreihe voranbringen und die Klassenhalle will verbessert und mit Champions bestückt werden - Letztere scheucht man zu ihren Missionen. Hinzu kommen täglich Dutzende Welt-Quests, zehn Dungeons warten mit jeder Menge Beute und die "Mythisch+" Dungeons sowie der erste Raid stehen auch schon vor der Tür. Die To-do-Liste geht ewig so weiter, es sollte also in den nächsten Wochen und Monaten niemandem langweilig werden.

Klassenhalle: die minimalistische WoD-Garnison

Die Garnison mit ihren Untergebenen gibt es zwar auch in Legion in Form der Klassenhalle wieder, allerdings in sehr stark beschnittener Form. Nur noch knapp ein Dutzend Champions stehen zur Auswahl, von denen auch nur rund die Hälfte aktiv geschaltet werden kann. Unterm Strich lassen sich so maximal drei Missionen starten, von denen es auch selten mehr als sechs Stück gibt.

Über das Design der Klassenhallen kann man streiten. Bislang habe ich mir den Druidenhain, die Halle des Wächters der Magier und die Räuberhöhle der Schurken genauer angesehen, und kann nur sagen, sie fügen sich gut in die Klassenfantasie ein und gefallen mir allesamt. Letztere besonders: Einem NPC ein Passwort zuflüstern, damit sich ein Geheimgang hinter einem Bücherregal öffnet und den Weg in die geheime Schattenwelt unter Dalaran offenbart, erinnert einfach an zu viele Fantasy-Filme.

Wer sich am Design seiner Klassenhalle stört, muss damit aber bei Weitem nicht mehr solange auskommen, wie mit der Garnison in WoD. Die Hallen dienen eher als schnell erreichbarer Zwischenstopp, von dem man zu Welt-Quests und Dungeons aufbricht. Einzig wenn es darum geht, die Artefaktwaffe(n) zu verbessern, Missionen loszuschicken oder die Hallenverbesserungen zu erforschen, muss man hierher zurück.

Die Verbesserung der Artefaktwaffe ist in Legion der neue Weg, seinen Charakter stärker zu machen. Dafür muss die neue Ressource Artefaktmacht massenhaft gesammelt und eingelöst werden. Während die ersten Verbesserungen noch recht günstig ausfallen, steigen die Kosten ab der 13. rasant an.

Artefaktwaffen: plötzlich sind wir alle Legendär

Artefaktwaffen sind wohl die wichtigste Neuerung und das Aushängeschild von Legion. Da es beim Stufenaufstieg keine neuen Fähigkeiten für die Helden gibt, ist die Artefaktwaffe nun der zentrale Anlaufpunkt für Charakterverbesserungen. Für jede Talentspezialisierung einer jeden Klasse gibt es eine einzigartige Artefaktwaffe, die man sich über eine individuelle Questreihe gleich am Anfang des Add-ons sichert. Abgesehen von der einzigartigen Artefaktfähigkeit kann die Waffe zu Beginn noch nichts und fühlt sich dementsprechend nicht besonders "legendär" an.

Viele weitere Quests und das Sammeln von Artefaktmacht - einer neuen Ressource speziell für die Waffen - sind nötig, um nach und nach die einzeln der 54 Verbesserungen freizuschalten. Dabei steigt mit jeder aktivierten Verbesserung der Bedarf an Artefaktmacht für die nächste Stufe. Um dem entgegenzuwirken, kann man in der Klassenhalle einen NPC mit der Erforschung des Artefakts beauftragen. Der liefert dann alle paar Tage ein Item ab, das die erhaltene Menge der Artefaktmacht dauerhaft um einen festen Prozentwert erhöht. So wird man nach und nach immer stärker. Das ist vor allem in den Instanzen zu spüren: Hat man zuvor noch vorsichtig Gruppe für Gruppe erledigt, rennt man mit etwas mehr Ausrüstung und 16 Punkten in der Waffe gleich bis zum ersten Boss durch und zieht alles mit, was einem vor die Nase kommt.

Um eine Artefaktwaffe vollständig zu verbessern, sind abermillionen Punkte Artefaktmacht nötig. Damit die Kosten auch in Relation zu den Punkte-Quellen stehen, muss man sein Artefakt in seiner Klassenhalle erforschen lassen. Das erhöht dauerhaft die erhaltene Menge an Artefaktmachtpunkten.

Doch selbst, wer alle Artefaktmacht-Quellen regelmäßig abklappert und die Erforschung vorantreibt, wird mehrere Monate damit beschäftigt sein, bis alle Verbesserungen freigeschaltet sind - und dann sind da immer noch die Artefakte der anderen Spezialisierung plus eine Artefakt-Angel für die Fischerfreunde. Man hat also mit Sicherheit genügend zu tun.

Hohe Mobilität: Wer braucht schon Flugreittiere, wenn man Spielzeug hat?

WoD konnte die Spieler lange nicht dazu animieren, die Spielwelt regelmäßig zu erkunden. Das lag hauptsächlich an der starken Fixierung auf die Garnison (in der man alles bekam, was man brauchte). Doch die langen Wege zu den wenigen Ruf-, Farm-, und Außenquests waren mindestens genauso sehr dafür verantwortlich. Erst mit Patch 6.3, als das Fliegen wieder gestattet wurde, hat sich die Situation etwas gebessert.

Auch in Legion ist das freie Fliegen vorerst nicht möglich. Allerdings vermisst man das auf der Höchststufe nicht wirklich. Der Grund dafür sind Spielzeuge und Hilfsmittel, die die Mobilität verbessern. So gibt es beispielsweise in Suramar jede Menge Teleporter und in Sturmheim und ein paar anderen Gebieten kann man sich per Greifhaken über das unwegsame Gebiet fortbewegen. Mit dem Himmelshorndrachen lassen sich große Distanzen überbrücken, wobei man nun aufgrund der hohen Abklingzeit doch lieber wieder zum Goblingleiterbausatz greift. Das beste und wichtigste Hilfsmittel ist jedoch die Pfeife des Flugmeisters, mit der man schnell zum nächsten Flugmeister kommt. Später kommen weitere Dinge wie Erfolge hinzu, die die Mobilität weiter erhöhen.

Das wohl wichtigste Item für die täglichen Aufgaben ist die Pfeife des Flugmeisters. Gerade bei den vielen Welt-Quests sorgt sie dafür, dass man die ewige Reiserei bequem und schnell über die Bühne bringt. Folglich ein richtiger und wichtiger Schritt, um die Spieler nachhaltig in die Welt hinaus zu locken.

Leider läuft seit 08. September ein Test-Hotfix, der dazu führt, das einige der Spielzeuge wie der Brulfaustgötze nutzlos wurden oder nun hohe Abklingzeiten aufweisen. Das wichtigste Item wurde aber nicht verändert. Zudem gibt es immer noch viele Hilfsmittel, die die Bewegungsfreiheit stark ausweiten. Ob der alte Zustand wieder zurückkehrt, lässt Blizzard zwar noch offen, sehr wahrscheinlich ist das aber leider nicht.

Kein Ruf farmen/grinden mehr

Bislang war es in WoW so, dass man den Rang "Freundlich", mit Glück "Wohlwollend", mit den Quests in den jeweiligen Zonen erreicht. Danach machte man sich daran, in kleinen abgesteckten Gebieten eine Ansammlung von Gegnern tagelang, Stunde um Stunde stupide umzuholzen und nebenbei auf dem 2. Monitor einen Film anzuschauen, bis man den gewünschten Ruf endlich erreicht hatte. Diese Zeiten sind mit Legion endlich Geschichte.

Der Ruf kommt zwar auch hier zunächst über die Hauptquest der Zone, danach treten aber die Welt-Quests und die Abgesandtenquests an die Reihe des Grindens. Für jede normale Welt-Quest gibt es etwa 75 Ruf bei der beauftragenden Fraktion. Die Abgesandtenquests sind eine Art Meta-Quest, für die man stets vier bis fünf Welt-Quests einer bestimmten Fraktion abschließen muss. Belohnt wird das dann mit 1.500 Rufpunkten bei einer Fraktion.

Die Abgesandtenquests erledigen sich quasi von selbst, während man die Welt-Quests abklappert. Wer jedoch nicht so viel Zeit hat, um die Anforderungen zu erfüllen, ist keinem großen Druck ausgesetzt - es gibt pro Tag immer nur eine Abgesandtenquest und man kann bis zu drei Stück auflaufen lassen. Unterm Strich dauert das Steigern des Rufs in etwa genausolange oder etwas länger als in WoD. Dafür entfällt aber das lästige, hirnfreie Meucheln der immer gleichen Gegner.

Mehr Endgamecontent außerhalb von Schlachtzügen

Endgamecontent in der PvE-Sektion bedeutete bislang, mit 10 bis 30 Leuten an mehreren Tagen die Woche einen Schlachtzug zu besuchen, um an die beste Ausrüstung im Spiel zu kommen. Das ist extrem zeitaufwendig und für den Großteil der Spielerschaft leider einfach nicht machbar. Da blieb einem nur, alle Quests abzuarbeiten, die bestmögliche Ausrüstung aus allen Dungeons zu farmen und den Ruf bei den Fraktionen zu maximieren. Das hatte man nach drei bis vier Monaten erledigt. Danach war Langeweile angesagt.

Dass sich das Entwicklerteam ein klassisches Spiel greift, und es als Bossfähigkeit übernimmt, gehört schon fast zum guten Ton (Schachevent in Karazhan, Ping-Pong in der Drachenseele etc.). Dieses Mal ist das Hütchenspiel dran. Bei 50% Gesundheit versteckt sich Ularogg in einem Felsen und mischt ihn mit anderen gut durch. Die Gruppe muss den Richtigen finden und zerstören, damit der Boss wieder zum Vorschein kommt.

Damit Spieler in Legion einen längeren Anreiz zum Daddeln haben, wurden die Welt-Quests und die neue Dungeon-Schwierigkeitsstufe "Mystisch+" eingeführt, die ich im Ersteindruck bereits etwas näher erläutert habe. Die neuen Myth+ Dungeons öffnen ihre Pforten zwar erst am 21. September, dennoch steht jetzt schon fest, dass sie die beste Alternative für kleine Gruppen und Spieler ohne Zeit für einen Schlachtzug sind. Der Grund: Myth+ Dungeons werden zwar mit jeder Stufe schwieriger, weil der Schaden der Gegner steigt und sie zusätzliche Fähigkeiten bekommen, dafür wird aber auch die Beute besser. Und zwar so gut, das sie mit den Items aus Schlachtzügen gleichwertig sind (Sets ausgenommen).

Die Welt-Quests erwiesen sich in den wenigen vergangenen Tagen bislang als Erfolg und die Chancen stehen gut, dass sie auch weiterhin interessant bleiben. Das liegt hauptsächlich an den Belohnungen. Egal ob Gold, Ressourcen, Handwerksmaterial, Artefaktmacht oder Ausrüstungsgegenstände - für jeden ist eine entsprechende Quest dabei. Es gibt keinen Zwang, alle Quests zu erledigen, es spricht aber auch nichts dagegen. Abgesehen von den PvP-Quests, die alle zwei Stunden neu erscheinen, hat man auch immer mehrere Stunden bis Tage Zeit, um die Quests abzuschließen. Zudem dauert es dank der zuvor erwähnten hohen Mobilität meistens auch nur fünf bis zehn Minuten, um eine Quest anzusteuern, abzuschließen und zur nächsten aufzubrechen.

Dutzende Welt-Quests sollen die Spieler über das Add-on hinweg bei Laune halten. Aus diesem Grund ist auch für jeden Geschmack und für jeden Beutebedarf etwas Passendes dabei. Die Auswahl reicht von Beruf- und Handwerksmaterialien, Kampfhaustiere, Ressourcen für die Garnison, PvP, Sammel- und Tötungsquests bin hin zu Rätseln und Geschicklichkeitsspielchen.

Für hohe Motivation über das gesamte Add-on hinweg soll vor allem die Skalierung der Belohnung sorgen. So erhöht man die erhaltenen Artefaktmacht-Punkte mittels Artefaktforschung und die Ausrüstungsgegenstände skalieren mit dem eigenen Ausrüstungslevel. Sprich, man hat immer eine kleine Chance, ein besseres Item zu ergattern. Oftmals ist es auch leichter, einen Gegenstand über eine Welt-Quest zu bekommen, als auf den richtigen Drop im Schlachtzug zu warten.

Die technische Seite

Mit jedem Add-on polierten die Entwickler auch die Optik auf - so auch in Legion. Sofern einem der Comiclook von WOW nicht generell widerstrebt, muss das zehn Jahre alte Spiel auch mit neuen Titeln keinen Vergleich scheuen. Die Server laufen seit dem Start weiterhin zu 99% stabil. Einzig an Stoßzeiten und am Wochenende waren sporadisch kurze Lags zu bemerken - abgesehen von einem größeren Lag, der mit einer DDOS-Attacke auf die Server zusammenhing.

Auf der anderen Seite sind aber auch ein paar altbekannte Probleme zu bemerken, die es schon seit Jahren gibt. Beispielsweise leiden die Tierherrschafts-Jäger weiterhin an Begleitern, die gerne an irgendwelchen Kanten hängenbleiben und dann passiv dabei zuschauen, wie der Jäger vom Elite-Gegner umgenietet wird. Alternativ wächst der Begleiter immer weiter an und ist dann so groß wie ein Haus.

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Die gewaltige Raubkatze sollte eigentlich nicht größer sein, als der Boss oder sein Besitzer. Zunächst ein recht lustiger Fehler, wenn das Begleittier aber immer weiter wächst, sieht man irgendwann nicht mehr, auf was man Feuert oder ob man irgendwelchen Attacken ausweichen muss.

Die regulären Quests in den Zonen liefen alle so gut wie problemlos. Allerdings gibt es derzeit noch ein paar wenig verkäferte Welt-Quests, die nicht auf der Karte als solche markiert werden. In selbige stolpert man dann einfach auf gut Glück beim Vorbeireiten hinein. Mittlerweile gibt es aber aus der Entwicklungsabteilung bereits eine Reaktion darauf, die einen baldigen Fix erwarten lässt.

Wer nach weiteren Haaren in der Suppe sucht, kann auch noch kleine Problemchen finden: Einige Respawnzeiten sind für den momentanen Spieleransturm zu hoch (vor allem die stark überfarmten PvP-Questspots) und der Schadensunterschied zwischen einigen Klassen ist gerade zu Beginn wieder sehr stark bemerkbar. So liefern sich derzeit Hexenmeister - die eigentlich todbringende dämonische Zerstörungsmaschinen sein sollten - mit dem Heiler in der Gruppe einen Kampf um den letzten Platz, während Jäger und Krieger nur eine Taste drücken und das Schadens-Meter explodiert. Auch das ist nicht unüblich bei einem Add-on-Start, weshalb in der Regel nach etwa drei Wochen eine große Balancing-Welle folgt. Dennoch ist es für die Spieler momentan sehr frustrierend.

Nach Pandaria und WoD hat man im Stillen darauf gehofft, dass es Legion besser machen würde als seine Vorgänger. Immerhin hat man bereits bei der neuen Content-Patch-Philosophie gesehen, dass das Entwicklerteam die Probleme an der richtigen Stelle erkannt hat. Zu deren Lösung holte man sich einige Designer aus dem Diablo-3-Team dazu, um die dort gut funktionierenden Ideen auch für WoW umzusetzen. Und was soll ich sagen, Legion ist ein Knüller geworden. Unzählige kleine Verbesserungen und Neuerungen feilen an den kleinen Ecken und Kanten, an denen man sich bislang immer gestört hat, und sorgen so für ein rundum besseres Spielvergnügen. Wie lange die neuen eingeführten Welt-Quests und Myth+ Dungeons die Spieler bei Laune halten können, wird sich zeigen. Legion hat aber definitiv das Potenzial zum großen/größten Wurf unter allen bisherigen WoW-Add-ons.

Entwickler/Publisher: Blizzard Entertainment - Blizzard Entertainment - Erscheint für: PC, Mac - Preis: ca. 40 Euro (Standard-Version) - Erscheint am: Erhältlich - Getestete Version: PC - Sprache: Deutsch (Untertitel), Englisch und andere - Mikrotransaktionen: Nein

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