Ihr erinnert euch mit Sicherheit noch an das Desaster zum Launch von Star Wars Battlefront 2. Mikrotransaktionen deaktivierte DICE zügig. Später warf das Studio das Fortschrittssystem des Spiels, das mit Fähigkeiten verbessernden Sternenkarten in Lootboxen verknüpft war, komplett über den Haufen. Seitdem funktioniert das System so, wie es zu erwarten ist: Ohne etwaige Pay-to-win-Sorgen und allein mit dem spielerischen Können verbunden.

In der letzten Woche erschien das umfangreiche Geonosis-Update für das Spiel und fügte ihm, wie der Name schon sagt, unter anderem den aus Episode 2 bekannten Planeten als neuen Kampfschauplatz hinzu. Die Karte ist im Modus Galaktischer Angriff spielbar und ein wunderbarer Neuzugang zum Map-Pool des Shooters. Geonosis bietet euch viele offene Areale mit ebenso vielen taktischen Optionen und einer tollen Inszenierung. Das Schlachtfeld sieht absolut schön aus - im Rahmen dessen, wie sich ein solcher Ort als "schön" bezeichnen lässt -, hält locker mit ILMs CGI-Schlachtfest aus dem zweiten der Prequel-Filme mit [... die es leider nie gegeben hat. Könnt ihr euch vorstellen, was das für eine Katastrophe gewesen wäre? - Anm. Alex].

Ihr kämpft zum einen auf der Seite der Klontruppen und rückt gegen die verteidigende Droidenarmee vor. Dabei geht es um den Schutz der mächtigen AT-TEs, das größte steuerbare Fahrzeug im Spiel. Nachdem ihr diese auf das Schlachtfeld ruft, stampfen sie langsam in Richtung Front. Spieler haben die Möglichkeit, ihre speziellen Fähigkeiten zu nutzen. Mit dem Ionenangriff der Massentreiber-Kanone schaltet ihr kurzzeitig die Schilde der Hardcell-Transporter auf Geonosis aus, um diese verwundbar zu machen. Stürzen diese dann um, hüllen sie das Schlachtfeld vorübergehend in eine Staubwolke. Obendrein versorgt ihr Kameraden in der Nähe mit stärkenden Buffs.

Die Geonosis-Karte ist offen gestaltet und bietet viele Wege.

Ebenso erwarten euch mit dem BARC-Speeder der Republik und dem STAP der Separatisten noch zwei weitere neue Fahrzeuge für den Einsatz. Unterstützung erhalten die Truppen der Republik durch einen neuen Helden: Obi-Wan Kenobi. Kenobi hindert Feinde per Gedankentrick daran, Fähigkeiten zu nutzen, mit seinem defensiven Ansturm prescht er nach vorne und wehrt Blaster-Beschuss ab, als wedele er lästige Insekten aus der Luft. Der volle Ansturm holt innerhalb einer von euch kontrollierbaren Reichweite Gegner von ihren Füßen und schleudert sie durch die Luft. Aufseiten der Separatisten ist General Grievous seit Ende Oktober im Einsatz.

Wie zur Veröffentlichung eignet sich Battlefront nach einem Jahr noch immer wunderbar für ein paar Runden zwischendurch. Damals trübte das nervige Fortschrittssystem das alles. Zum Glück ist es passé und mittlerweile sind zahlreiche neue Inhalte hinzugekommen. Darunter neue Maps für verschiedene Modi (Crait, D'Qar, Bespin, Kessel und eine Nacht-Version von Tatooine) und zusätzliche Modi wie Jetpack Cargo, Ewok Hunt und Hero Showdown. Was Content betrifft, hat DICE in jedem Fall einiges geliefert und das Spiel umfassend erweitert.

Eines der Ziele besteht darin, die Hardcell-Transporter zu zerstören.

Das im September hinzugefügte Squad-Spawn-System funktioniert ebenso wunderbar und lässt euch bei Kollegen eures Trupps ins Gefecht einsteigen. Das reduziert die Wege zur Front und ihr greift direkt ins Geschehen ein - es gibt weniger Leerlauf. Andere Probleme des Spiels sind erhalten geblieben. Nervig ist, dass es weiterhin keine vernünftige Auswahlmöglichkeit für Maps gibt. Im Vorgänger war das noch möglich. Es ist mir unverständlich, wieso DICE das gestrichen hat. Ich brauchte alleine fünf Minuten, um wiederholt nach einem Match zu suchen, in dem Geonosis läuft. Erfreulicherweise ist es möglich, die Warteschlange innerhalb von ein paar Sekunden zu verlassen, falls euch die ausgewählte Karte nicht zusagt. Eine optimale Lösung sieht jedoch anders aus.

Und was mich heute noch stört, ist die Vermischung der einzelnen Zeitlinien untereinander. In meinen Gefechten auf Geonosis sah ich Luke Skywalker oder Darth Maul unter den kämpfenden Helden. Und das passt nicht. Hey, Luke war zu dem Zeitpunkt noch flüssig. Und doch läuft er munter über die staubige Oberfläche des neuen Planeten. Wenn ihr bedenkt, dass das Spiel sich abgesehen davon weitestgehend an den Kanon hält und nicht zum Beispiel Rebellen und Imperium auf Geonosis kämpfen lässt ... Warum es bei den Helden eine Ausnahme gibt, erschließt sich mir weiterhin nicht.

Kämpft euch Schritt für Schritt die Frontlinie entlang.

Battlefront 2 macht ein Jahr später so viel Spaß wie damals, ist weniger nervig und um zahlreiche Inhalte gewachsen. Für Neueinsteiger ist es ein guter Zeitpunkt, um in das Spiel reinzuschnuppern, wenn ihr es bislang ausgelassen habt. Genügend Mitspieler sind vorhanden und der Nachschub an neuem Content hält an. Im Winter kommen noch Count Dooku und Anakin Skywalker als neue Helden hinzu. Und DICE arbeitet an einem neuen, großen Spielmodus, in dem es um die Eroberung von Kontrollpunkten und um die Zerstörung von Großkampfschiffen geht. Das klingt nach Spaß. Wie es darüber hinaus im nächsten Jahr weitergeht - wenn noch was kommt -, erfahren wir aller Voraussicht nach in nicht allzu ferner Zukunft.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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