Xbox-Spieler erleben endlich, warum Hunt Showdown eines der aktuell spannendsten Spiele ist

Beta übers Wochenende hinaus verlängert. Worauf wartet ihr noch?

Nach einiger Wartezeit ist nun endlich die Beta-Version von Hunt: Showdown auf der Xbox One anspielbar. Einzige Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft im Xbox Insider Programm. Wie ihr euch dafür anmeldet, entnehmt ihr Cryteks Blogeintrag zum Thema. Die Serverkapazitäten sind begrenzt, aber die Beta läuft noch bis Montag um 15:00 Uhr, sodass ihr reichlich Zeit haben solltet, euch für eine Partie einzureihen.

Und bitte, bitte: Tut euch den Gefallen! Lediglich, wer keine Lust oder Zeit hat, dieses Wochenende den aktuell spannendsten und originellsten Mix aus PVE und PVP zu entdecken, ist vorerst entschuldigt. Ich sah der Ankündigung der Konsolenversion jedenfalls sehr gespannt entgegen. Im Lauf der Early-Access-Phase auf PC ist die Spielerbasis naturgemäß stark geschrumpft, obwohl das Spiel immer besser wurde. Der Titel kann neuerliche Mundpropaganda durch eine Konsolenversion also im Anlauf auf den echten Start der Version 1.0 gut gebrauchen.

Allerdings ist Hunt Showdown auf dem PC als sehr ressourcenintensiv verschrien, wenngleich es kürzlich spürbare Fortschritte bei der Performance gab. Und das letzte Mal, dass ein populäres Multiplayer-Spiel vom PC mit einer großen, offenen Karte auf Konsole an den Start ging, war das technisch ziemlich holprig (*hust*PUBG*hust*). Wie schlimm würde Hunt erst laufen, das mit Triple-A-Grafik, ungezählten interaktiven Elementen, KI-Akteuren und mit diversen Gegenständen marodierenden Spielern sein Glück versucht?

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Ich selbst konnte die Xbox-Version noch nicht ausprobieren, erste Videos lassen aber auf eine im Rahmen des Erwartbaren ordentliche Bildrate bei natürlich sichtlich abgespeckter, aber immer noch schöner Grafik schließen. Nagelt mich nicht darauf fest und probiert es lieber selbst, aber mir scheint, damit kann man arbeiten. Für den ersten Versuch mehr als in Ordnung.

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Die zweite Karte spielt in der Nähe diverser Forts, eines großen Gefängnisses und einer Fischerei. Bis man hier jedes Detail und jede Taktische Feinheit entdeckt, vergehen Hunderte Stunden.

Wer bislang noch nichts vom Spiel gehört hat, kann sich unser umfassendes Interview mit Cryteks Lead Designer Dennis Schwarz noch geben, das in viele interessante Einzelheiten des Designs hinter dem Titel eintaucht (dafür klickt ihr hier: Hunt Showdown ist ein Multiplayer-Spiel für Leute, die Solo-Titel lieben). Für mich ist es das beste und schon im Early Access ausgereifteste Spiel, das Crytek je gemacht hat.

Vielleicht so viel über den allgemeinen Ablauf: Allein oder zu zweit müsst ihr ein oder zwei Bossgegner auf einer ein mal ein Kilometer großen Karte ausfindig machen, erledigen und mit einem Beweis ihrer Verbannung von der Karte evakuieren. Insgesamt konkurrieren allerdings zehn Spieler um die Beute, die ihnen Geld sowie neue Ränge und Fertigkeiten garantieren. Wer stirbt, verliert seinen unter Umständen schon sehr gut hochgezüchteten Charakter plus eine Reihe bisweilen recht teurer Ausrüstung.

Heimlichkeit, Täuschung und - wenn es darauf ankommt - Zielsicherheit mit archaischen Westernwaffen (die sich zum Teil einige martialische und sehr unterhaltsame Freiheiten gegenüber der historischen Vorlage liefern), sind die Dinge, auf die es ankommt. Es ist ein eher langsamer Shooter, der in Sachen Spannung an beste DayZ-Zeiten gemahnt, liefert seine intensivsten Momente aber zuverlässiger und in höherer Taktung. Den richtigen Moment auszumachen, in dem man vom Lauern in den Angriffsmodus umschaltet, macht einen großen Teil des taktischen Reizes von Hunt Showdown aus.

Auch die stringente künstlerische Vision hinter dem Spiel beeindruckt, vor allem, wenn man bedenkt, wie generisch supersoldatig der Output Cryteks bisher rüberkam. Nicht viele Mehrspieler-Shooter begreifen sich selbst als Erlebnis. Hunt aber baut eine richtiggehend gruselige eigene Mythologie mit entschieden eigensinniger Atmosphäre auf, die den Titel fast wie eine Art Western-Resident Evil wirken lassen. Hier griff man nicht einfach auf bequeme Monster-Archetypen zurück, sondern schuf lieber sein eigenes Ungeziefer-Pantheon, in dem selbst die Zombies, die andernorts als beliebiges Kanonenfutter eingesetzt werden, wirken, als wären sie nur ein Ausdruck, ein Symptom einer alles verzehrenden, transformierenden Fäulnis, die über das Land kriecht.

Die Waffen und Ausrüstung haken sich da stimmungsvoll ein, wenn ihr Stacheldrahtgranaten werft, um Ausgänge zu versperren oder stürmende Gegenspieler gleich in der Luft zu zerreißen. Oder wenn ihr eine in den Kolben einer Winchester eingearbeitete Machete über dem Kopf schwingt, um an einem im Weg stehenden Zombie keine Munition zu verschwenden oder eure Position nur nicht zu verraten. Auch die schön zwischen Schlachthöfen, Farmen, Sägewerken und Kirchen dahinfließende Landschaft ist ein kleiner Kunstgriff, zeugt an jeder Ecke von dem Leben, das die kleine untergegangene Gemeinde hier einst führte.

Dass die Gebäudekomplexe selbst kleine, spannende Multiplayer-Maps mit gut verborgenen Ein- und Ausgängen, irrsinnigen Blickwinkeln und anderen taktischen Winkelzügen sind, macht diesen verlorenen Landstrich zu einer spielerischen und visuellen Glanzleistung. Und das ist nur die erste von zwei Maps - die andere ist noch spektakulärer.

Ihr seht schon, ich liebe Hunt Showdown - und ich glaube, wenn ihr ihm die Chance gebt, werden nicht wenige von euch es genauso lieben. Das Spiel hat einen sehr guten Early Access hinter sich, hat mittlerweile einen exzellenten Quickplay-Modus bekommen, der bestens zum Aufwärmen und Üben geeignet ist, und neue Feinde und Waffen groß und klein veränderten das Meta über die vergangenen Monate immer wieder. Hier stecken so viele gute Design-Ideen drin - von den Fallen, die man aufstellt, den an sich ungefährlichen Tieren, die ihr aufschrecken könnt, von rasselnden Ketten und knarzenden Scherben am Boden, die allesamt eure Position verraten können, habe ich noch gar nicht angefangen -, es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn das hier nicht mit dem finalen Release ein großes, langlebiges Ding mit treuer Fangemeinde würde. Probiert es aus - und gebt mal bitte Rückmeldung, wie es euch erging. Dieses Spiel hat jedes Augenpaar verdient, dass man darauf wirft.

Entwickler/Publisher: Crytek Erscheint für: PC, Xbox One - Geplante Veröffentlichung: Early Access läuft - Angespielt auf Plattform:PC

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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