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Dead Cells und Castlevania passen so gut zusammen, dass der neue DLC eine Entäuschung ist

Am Ende bleibt nur ein weiterer Run.

Dead Cells ist schon lange mein neues Dark Souls, mein Go-to-Game, wenn ich mich entspannen will. Nicht, weil ich es einfach finde, sondern weil ich es schlicht so lange gespielt habe, dass ich wirklich gut darin bin. Gibt es so etwas wie entspannte Konzentration? Ist das dieses Zen-Ding? Wie auch immer, Dead Cells hat es einfach für mich. Das und es ist mit dem besten Options-Menü der Welt gesegnet. Ich sage immer, dass jedes Spiel von mehr Optionen profitieren kann und selten war das wahrer als in Dead Cells. Nein, ich mag nicht alle Waffen, ich habe meine 20 oder so Favoriten und keine Lust einen Run mit Schrott zu bestehen. Außerdem kann ich mir aussuchen, ob ich jetzt Hardcore spielen will, um die letzten Achievements einzusammeln, oder lieber ein wenig Entspannungs-grinde und mir nach jedem Stage volle Energie gönne. Optionen sind super.

Alte Bekannte trefft ihr genug im Castlevania DLC für Dead Cells.

Aber auch DLCs, wenn man es denn richtig macht und selten machte ein Spiel es besser als Dead Cells. Es hat aber auch ein dankbares Gerüst für Erweiterungen: Statt neue Gebiete getrennt zu sehen und zu spielen, werden sie einfach in den Ablauf als Optionen eingebunden. Gerade erst vor ein oder zwei Wochen habe ich eine neue Route entdeckt, das versunkene Schiff. Bezahlt habe ich den DLC sicher schon vor einem Weilchen, aber nie so aktiv danach gesucht. Neue Wege ergeben sich halt manchmal.

So passiv geht der neueste DLC da nicht ran, sicher auch, weil es zwar nicht das erste Cross-over mit einem anderen Spiel ist – zig seltsame Kostüme können davon zeugen –, aber der erste mit echten thematischen Leveln. Dabei kommt nun endlich zusammen, was immer schon zusammengehörte: Dead Cells hat jetzt Castlevania-Stages. Und Gegner, Waffen, Kostüme und Musik. Sogar ein klein wenig Story. Denn im ersten Stage schon lauert euch Belmont auf und verkündet, dass nur ihr die Welt retten könnt oder so. Keine Zeit für Erklärungen, da geht es zum Schloss, der übliche, dezente Dead-Cells-Humor darf dabei nicht fehlen.

Der Stil und Charme ist schon gut getroffen, aber ein wenig mehr Inspiration als nur die Schlosshalle hätte man sich schon holen dürfen.

Zweieinhalb neue Level oder, wie man heute sagt, Biome habt ihr zur Auswahl. Vom Start weg erreicht ihr das Areal vor dem Schloss und dann das Schloss. Wenn ihr dann den Uhrenturm erreicht, könnt ihr später das Schloss weiter erkunden, es ist aber ein sehr ähnliches Areal wie zuvor, deshalb zweieinhalb. Zwei neue Bosse warten auf euch, wobei der Kampf gegen Dracula zum Ende – Überraschung, natürlich ist er es – den Run beendet. Im Grunde wechselt ihr also vom Uhrenturm in das Schloss und dann zum finalen Boss. Der Run ist von der Länge her etwas kürzer.

Es gibt Gimmicks wie Dracula, der mal im Level auftaucht und für ein paar Sekunden alles auf den Kopf stellt, aber beim Gameplay hätte Dead Cells ruhig etwas mutiger werden dürfen. Im Grunde alles wie immer.

Beide Gebiete haben ihre kleinen Geheimnisse und versteckten Story-Areale, in denen ihr Simon, Alucard und Maria trefft, ein paar Goodies findet, aber am Ende war ich etwas enttäuscht. Gerade das Schloss, das sich aus sehr vielen schon allein optischen Elementen hätte bedienen können, wirkt wie eine etwas lieblose Auswahl des Startgebietes von Symphony. Auch die Gegner überzeugen nicht alle. Buers können keine Treppen rollen, die Werwölfe sind nur ein Reskin der grünen Berserker, da wäre mehr gegangen. Immerhin gibt es ein paar Knochenwerfer und Axt-Ritter. Hier wurde viel Potenzial liegengelassen – oder für einen weiteren DLC aufgehoben.

Sonst kommt der Fanservice aber nicht zu kurz. Zig Musikstücke wurden nett remixed, die Waffen passen ganz gut, wobei ich noch keine echte Peitsche habe und auch nach jetzt drei Runs bleiben ein paar Geheimnisse über. Dazu sagt Dracula „Have at you!“. Das plus eine Reihe mal mehr oder weniger gelungene Kopfnicker in Richtung von Konamis ehemaliger Flaggschiff-Serie erfreuen genug.

Fanservice gibt es genug im Castlevania DLC für Dead Cells.

Übrig bleibt ein weiterer netter DLC, der euch in Dead-Cells-Runs wieder einmal mehr Optionen gibt. Auch wenn die beiden neuen Biome nicht so spannend sind wie das riesige versunkene Schiff und Dracula als Boss trotz zwei Phasen nicht so frisch daherkommt wie der Leuchtturm oder der Riese möchte ich mehr Wege nicht missen. Die Hoffnung nach der Ankündigung war zuerst eine Art „vollwertiges“ Castlevania, das die Dead-Cells-Engine nutzt. Es blieb bei einem netten weiteren Levelpack mit Fanservice für 10 Euro. Meh, wenn ich nicht zu viel Spaß mit Dead Cells, einem der besten Games überhaupt, hätte, dann wäre ich wohl enttäuscht.

In diesem artikel

Dead Cells

Android, PS4, Xbox One, PC, Nintendo Switch

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Martin Woger Avatar

Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.
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