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Gran Turismo 5: Installations-Analyse

Wie es funktioniert und was besser hätte sein müssen

Polyphony Digitals Gran Turismo 5 ist vermutlich das größte und an contentreichste Rennspiel, das jemals für Konsolen entwickelt wurde. Wie die PS3 diese phänomenale Menge an Gameplay handhaben würde, war immer eine interessante Frage. Die Enthüllung der 40-minütigen 6,5-GB-Installation in der letzten Woche, dicht gefolgt von einer offiziellen Stellungnahme Sonys, die Kontext und Erklärung nachreichte, ist tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs.

Lasst uns über Installationszeiten sprechen. Polyphony Digital warnt bei der Wahl der Installation, dass dieser Vorgang um die 50 Minuten dauern kann. Eine inoffizielle Quelle letzte Woche sagte, dass es zehn Minuten schneller vorüber sei. Wir entschieden uns daher, dies zu überprüfen und nutzten dazu unsere Haupt-PS3: Ein NTSC-Startgerät mit originaler 60 GB HDD, der wir die finale PAL-Version des Spiels zu schmecken gaben. Wenn man den Generationensprung bedenkt, den die Festplatten-Geschwindigkeit in den letzten vier Jahren seit dem Konsolenstart vollzogen hat, kann man davon ausgehen, dass es sich hierbei wahrscheinlich um das Worst-Case-Scenario für den Test handelt.

Dank der Wunder des Zeitraffer-Videos könnt ihr euch hier selbst ein Bild unserer Bestzeit machen. Warum das Video? Nun, beachtet wie der Fortschrittsbalken funktioniert. Die Anzeige ist alles andere als repräsentativ dafür, wie lange man tatsächlich noch warten muss. Die Chancen stehen gut, dass es mit der Anzahl der Files zu tun hat, die verarbeitet werden, und nicht mit der Zeit, die das Gerät benötigt, um sie zu übermitteln, daher das seltsame Timing. Dieses Video schließt auch die Installation des 1.01er Patches mit ein, was ebenfalls etwas Zeit kostet, was, wie ihr seht, eine ziemlich ungenaue Angabe ist.

Beinahe eine Dreiviertelstunde der GT5-Installation auf 30 Sekunden heruntergedampft.

Für uns kamen also mammutartige 42 Minuten heraus – das ist sogar ein neuer Rekord. Digital-Foundry-Leser mit besonders gutem Gedächtnis erinnern sich noch an unseren Test der PS3 Slim, bei dem ein Splitscreen-Vergleich enthüllte, dass das neue PS3-Modell das berüchtigte Devil May Cry 4 bedeutend schneller installierte als unser älteres Modell. Man kann demnach annehmen, dass man genau dasselbe bei GT5 beobachten wird.

Wir haben einen Blick auf die Festplatte unserer PS3 geworfen und festgestellt, dass das Spiel selektiv Daten aus gigantischen 12 GB auf der Blu-ray dearchiviert. Es extrahiert eine Vielzahl winziger Einzeldateien und speichert sie auf der Festplatte. Das bedeutet für den Festplattenkopf sehr viel Bewegung. Auf Festplatten wie der in meiner Launch-PS3 verursacht das eine gante Menge Suchzeit.

Wenn ihr eine ältere Maschine besitzt, könnte jetzt ein passender Zeitpunkt sein, die Festplatte zu ersetzen. 640 GB bieten derzeit ein lohnenswertes Preis-Speicher-Verhältnis. Platten mit höherer Dichte, wahrscheinlich mehr Onboard-Chache – das sollte euer System bedeutend verschnellern. Von dem gigantischen zusätzlichen Speicher ganz zu schweigen.

Die Installation von GT5 ist so fundamental wichtig für das Spiel, dass sie sogar ihr eigenes Untermenü in den Optionen bekommt. Hier einige Bilder, um das zu illustrieren. Interessanterweise gibt es sogar eine Option dafür, abzufragen, wie viel Platz genau GT5 nun auf der Platte belegt. Und sogar eine Recovery-Option wird geboten, sollten die Systemdateien korrumpiert werden.

Die Installation ist Polyphony so wichtig, dass sie ihr eigenes Optionsmenü bekommt!

Man kann also sagen, dass Polyphony Digital die Sache mit der Installation überaus wichtig nimmt. Man kommt allerdings nicht umhin, ihre Einbindung als eher schwach zu empfinden. Selbst nachdem das Spiel binnen 42 Minuten 6,5 GB auf die Platte geschrieben hat, installiert es noch weiter. Schaut euch die Vorschau eines neuen Autos an und das Spiel muss die Daten laden. Greift auf einen neuen Spielmodus zu und er muss zuerst installiert werden. Es verlangsamt das Tempo des Spiels und kompromittiert die Nutzerfreundlichkeit des ziemlich hübsch aussehenden Menüsystems.

Wenn ihr eine Option wählt, wird manchmal der ganze Bildschirm dunkel und signalisiert in der unteren rechten Ecke, dass das Spiel "Installiert...". Und alles, was Momente später passiert, ist, dass ein Fortschrittsbalken eingeblendet wird! Und auch dieser Fortschrittsbalken hat nicht viel damit zu tun, wie lange noch geladen wird. Selbst wenn man sein Auto und die Strecke gewählt hat und darauf wartet, dass das Rennen beginnt, kann noch im Hintergrund eine Installation stattfinden, vermutlich werden hier jegliche bisher ungecacheten Wagen auf die Festplatte geschrieben.

Allerdings besteht nur wenig Zweifel daran, dass die Installation dem Geschehen spürbar hilft. Hier ist ein Video von dem ersten Start des Spiels – ohne Installation. System-Dateien werden erschaffen, Menü-Hintergründe installiert. Autos werden auf die HDD gecached, während wir sie uns anschauen. Und dann kommen die verlängerten Wartezeiten hinzu, während unsere gewählte Strecke installiert und geladen wird. An diesem Punkt schneiden wir das entsprechende Material nach der Installation für einen Splitscreen-Vergleich hinzu.

Wir sind schon lange im Rennen, bevor das nicht installierte Spiel noch auf der Startlinie steht: Tatsächlich gibt es eine 40-sekündige Differenz bei den Ladezeiten. In diesem Beispiel sparen wir durch die Installation die Hälfte der Ladezeit.

Ein kurzer Blick auf GT5s dynamisches Installationssystem in Aktion – beachtet die andauernde 'Installing'-Einblendung unten rechts. Außerdem im Video: Ein Vergleichsvideo der Ladezeiten mit und ohne Installation.

Wenn euch die Größe oder Dauer der Installation abschreckt, lasst euch gesagt sein, dass Sony darauf hinweist, dass man GT5 auch ohne die Installation von Spieldaten und mit nur minimalem Platz auf der Festplatte spielen kann. Allerdings erscheint nach dem 1.01. Patch auch ein Hinweis, der es dem Spieler sehr ans Herz legt, die optionale Installation vorzunehmen.

Es lohnt sich, dem Ratschlag Folge zu leisten: Es ist einfach eine Tatsache, dass die dynamische Installation im Hintergrund beinahe quälend langsam ist – in unserem Test lud eine ungecachete Strecke mit ungecacheten Autos über 80 Sekunden. Es stimmt zwar, dass die Ladezeit beim nächsten Mal bedeutend kürzer ist. Allerdings widmet man sich hin und wieder auch etwas anderem, was erneut eine lange Ladepause nach sich zieht. Am besten ist es wirklich, die Installation vorzunehmen – 42 Minuten kann man gut mit einer Episode einer US-Fernsehshow totschlagen.

In einem Spiel, in dem der Entwickler so viel Mühen in die Installationsroutine gesteckt hat, ist es wirklich verwunderlich, dass es keine Option für eine vollständige Installation gibt. Schwer zu glauben, dass dies nicht all die genannten Probleme auf einen Streich beheben würde. Sobald ein Spielmodus geöffnet wurde oder die Vorschau eines Autos angesehen wird, könnte dieses Element auf der HDD gespeichert werden. Neu darauf zuzugreifen ginge schnell und problemlos. Indem man nur ausgewählte Daten häppchenweise auf die Festplatte schreibt, wird das Problem nur gelindert – aber keinesfalls gelöst. Und selbst die verbleibenden Installationen sind noch störend.

Das Problem dürfte sich nach ausgiebigeren Sitzungen von selbst lösen – vermutlich weil sich der HDD-Cache je nach euren Aktivitäten füllt. Eine Komplettinstallation würde natürlich sehr viel länger dauern als die jetzigen 40 bis 50 Minuten, würde aber vom ersten Rennen an ein besseres Spielerlebnis ermöglichen.

In vielerlei Hinsicht ist Gran Turismo 5 ein großartiges Spiel. Die schiere Menge an Content ist beinahe verblüffend groß und die Herausforderung, vor der Polyphony wegen des beschränkten RAMs des PlayStation 3 stand, war beachtlich. Unsere Meinung? Die Lösung, die der Entwickler gefunden hat, ist für dieses Spiel die richtige. Aber ihre Implementierung hätte bedeutend besser sein sollen...

Über den Autor

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Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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