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In Hardspace: Shipbreaker kann Ben auf kreative Art destruktiv sein - Unsere Spiele des Jahres 2022

Wo Alltag und Fiktion zusammenkommen.

Mir fiel die Wahl wegen des hervorragenden Pentiment gar nicht so leicht, aber am Ende war es tatsächlich Hardspace: Shipbreaker, das mich in diesem Jahr am stärksten in seinen unscheinbaren Bann gezogen hat. Das liegt zum einen daran, dass ich ohnehin gerne in Science-Fiction-Welten versinke, und zum anderen daran, dass mir das hier so angenehm leicht gemacht wird. Immerhin ist Hardspace: Shipbreaker kein Epos, bei dem man sich in einen vielschichtigen Plot sowie ein komplexes Kampfsystem hineindenken muss.

Es ist eine Alltagssimulation, die den Job eines Schiffsverschrotters nachstellt, der in einer fernen Zukunft ausgediente Raumschiffe abwrackt. Während im Radio gemütlicher Country läuft, hantiert man daher mit futuristischem Schweißbrenner und Laserlasso, um die teils riesigen Pötte Stück für Stück auseinanderzunehmen und den verbleibenden Schrott korrekt zu entsorgen.

Es gibt nichts Besseres, als den Rumpf eines Transporters sauber abzuschälen!

Das Gute daran: Dieses Nachahmen von normaler Arbeit hat mit den eher… einfachen Alltagssimulation unserer Wirklichkeit nicht viel gemein, sondern ist für sich genommen ein großartiges Spiel. Man klickt sich nämlich nicht nur durch eng vorgeschriebene Abläufe, sondern hantiert frei mit den Werkzeugen, während man die Statik der physikalisch komplexen Schiffskonstruktionen im Auge behält und sich so manchen Kniff ausdenkt, um die Arbeit effektiver oder einfach spaßig zu gestalten.

Trotz des entspannten Auseinanderbauens muss man ja viele Einzelteile in sich unversehrt lassen und richtig sortieren, um ausreichend Gewinn aus den Wracks zu ziehen. Schließlich ist Hardspace: Shipbreaker auch ein subtiler Fingerzeig auf reale Schiffsverschrotter, die unter desaströsen Sicherheitsbedingungen und zu absurd niedrigen Preisen echte Ozeanriesen zerlegen. Dem Spiel gelingt das mit einer augenzwinkernden Geschichte um Niedriglohn und die Gründung einer Gewerkschaft.

Auch wenn diese Einstellung nur im Intro existiert: Gibt es einen besseren Arbeitsplatz als ein Raumdock, in dem man schwerelos Wracks auseinandernimmt?

Während selbst Indie-Entwickler heutzutage fast ausschließlich bekannte Ideen nachbauen, zeigt Hardspace: Shipbreaker also mal wieder, dass in Videospielen noch Ideen stecken, die in dieser oder jener Form noch nie umgesetzt wurden. Bonusbienchen erhält es dafür, dass ihm das mit einem erstklassigen Spiel in einer schicken Science-Fiction gelingt!

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Benjamin Schmädig Avatar

Benjamin Schmädig

Redakteur

Für ihn ist WipEout 2097 der Grund, aus dem es Videospiele gibt – aber auch Indiesachen, Shooter sowie fast alles, das mit Weltraum zu tun hat. Sucht gute Storys, knackige Herausforderungen und freut sich, wenn die grauen Zellen nicht unterfordert werden.

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