Metro Redux - Mehr als nur HD, weniger als ein neues Metro

Neues Waffenfeedback und frische Spielmodi für zwei moderne Klassiker

Was bewährtes Altes in noch besser oder doch lieber den Blick fest in die Zukunft auf das nächste Produkt? Die Frage wird mit der zunehmenden Beliebtheit nach und nach sicher auch eine Frage der Ressourcen werden, schließlich programmieren sich hübschere Texturen und andere Verbesserungen nicht von allein. Das ist Arbeit, die ein Team schließlich auch in einen Nachfolger oder ein gänzlich anderes Spiel stecken könnte.

Dieser Argumentation scheint man sich auch bei Deep Silver und 4A-Games bewusst, denn man betonte im Rahmen einer kleinen Vorstellung von Metro Redux ganz deutlich, dass daran ein anderes Team arbeiten würde, das Kernteam sitzt bereits an einem neuen Spiel. Aber... würde sich das Kernteam nicht vielleicht auch über die Unterstützung freuen, die besagtes anderes Team geben könnte? Egal, ich für meinen Teil freu' mich. Ich liebe ein gutes Remake und in dem Falle trifft es ein Spiel, das schon sehr gut, aber eben noch nicht ganz da war, wo es eigentlich hingehört: ganz nach oben auf die Liste der spannendsten, weil abwechslungsreichsten und intelligentesten Shooter.

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Die Aussenbereiche profitieren immens von der neuen Schönheit.

Metro 2033 habe ich in vielerlei Hinsicht trotz seines höheren Alters noch weit mehr im Hinterkopf als seinen immer noch ausgezeichneten Nachfolger Last Light. 2033 bot eine sehr subtil verzweigte Geschichte, als eines der wenigen Spiele überhaupt gut umgesetzten und legitimen Stealth, gleichzeitig verbunden mit der Möglichkeit, es wie einen brachialen Shooter zu spielen, eleganten Pausen, um euch die (alb)traumhaft umgesetzte Umgebung näherzubringen, und einige der unheimlichsten Szenen in Spielen überhaupt. Das ist ein ordentliches Gesamtpaket, das heute sicher immer noch so gut funktioniert wie vor vier Jahren, vor allem, wenn man jetzt noch seine Schwächen ausmerzt.

Die technische Aufwertung auf die aktuelle 4A-Engine dürfte vor allem Konsolenspieler reizen, auf dem PC sah das Game schon immer nach mehr aus. Jetzt aber kommen also alle in den Genuss der zahlreichen Effekte, die dann im Nachfolger Last Light die Endzeit noch gruseliger wirken ließen, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gerade in den Außenbereichen wirkt vieles nun deutlich detaillierter, die Lichteffekte spielen sehr viel mehr mit eurer Vorstellungskraft. Kurz zusammengefasst: Die tote Umgebung wirkt nun deutlich lebendiger.

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Mehr Licht und tiefere Schatten sorgen für Atmosphäre.

Vor allem jedoch nahm man sich wohl die Kritik am Waffenfeedback von 2033 zu Herzen. Mitunter spielte es gefühlt keine Rolle, dass man mit einer Schrotflinte aus zwei Meter Entfernung auf etwas draufhielt, es hinterließ den Eindruck einer Wasserpistole und richtete auch so viel Schaden an. Beim nächsten Gegner zeigte sich dann wieder deutlich mehr Wirkung, und es war diese Inkonsistenz, die ganz schön nerven konnte. Auch das wurde nun auf das Niveau des Nachfolgers angehoben, womit es noch nicht zur Oberklasse in dieser Feature-Kategorie gehört, sich aber durchweg gut spielt.

Zwei neue Spielmodi sollen in 2033 und Last Light auch postnuklear Erfahrene zu einer neuen Runde einladen: Der Survival-Modus in 2033 begrenzt die Ressourcen noch weiter und ihr müsst bei jedem Schuss gut überlegen, ob er wirklich nötig ist. Der Spartaner-Modus von Last Light wird so ziemlich das Gegenteil. Genug Muni und genug Feinde; aus dem differenzierten Spiel wird ein geradliniges Shooter-Fest. Warum nicht, macht oft genug auch Spaß. Beide Spiele werden den Ranger-Modus bekommen, sodass die Harten auch mit wenig Munition, noch weniger Lebensenergie und ganz ohne Fadenkreuz auf die Kosten kommen. Für beide Spiele sind alle bisher erschienen Download-Inhalte im Paket enthalten.

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Die Momente, in denen Metro am hellsten glänzt: Wenn die Waffen mal schweigen.

Bei der Preisgestaltung scheint man sich bewusst, dass das nicht mehr ganz neue Titel sind, und so fällt dieser sehr fair aus. Als Download kostet jeder der beiden für PC wie auch Xbox One und PS4 20 Euro, 40 dann im Doppelpack und als Retail-Fassung. Viel zum Spielen für relativ kleines Geld also.

Metro Redux ist eine sichere Sache. Beide Spiele sind erprobt und gelungen, fast schon moderne Klassiker, die neben der Spur üblicher Shooter fahren. Beide haben eine stimmige, zuweilen intelligente Handlung, viel Atmosphäre, in der Redux dann auch ein konsistent gutes Spielgefühl, und schick sehen sie auch noch aus. Selbst wenn sie das nächste Metro ein wenig verzögert haben

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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