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Bleibt stark: The Last of Us HBO-Serie entfernt die Sporen des Spiels

Große Änderungen an der Lore des Spiels - aber neu ist die Idee nicht.

HBOs The-Last-of-Us-Serie startet nächste Woche und sieht in ersten Trailern vielversprechend aus. Auch das Personal ist gut gewählt, Pedro Pascal, Bella Ramsey und Anna Torv sind tolle Schauspieler und Chernobyl-Schöpfer Craig Mazin als Showrunner bekommt kreative Schützenhilfe von den Autoren der Spiele. Und doch war es klar, dass die Serie sich ihre Freiheiten nehmen würde.

Eine neue Abweichung der Show wurde nun im Rahmen eines Interviews bekannt - und sie ändert die Zombieapokalypse, wie wir sie kennen, deutlich. Wie es aussieht, wird sich der Cordyceps-Pilz, der diesen Weltuntergang einleitete und die Menschen zu gefährlichen Monstern macht, in der Sendung nicht mehr über Sporen verbreiten. Die vielen Szenarien im Spiel, in denen Joel sich eine Gasmaske überzieht, um sich in geschlossenen Gebäuden nicht anzustecken, werden also aller Voraussicht nach nicht Teil des Konzepts der Serie sein. Stattdessen gibt es eine Art rankende Wurzeln, die ein "verbundenes Netzwerk" bilden können.

Ein neuer Trailer zu HBOs The Last of Us.

Dies bestätigten Craig Mazin und Neil Druckmann in einem Interview mit Collider, in dem es auch um Pandemien ging und wie die spezielle Seuche in der Serie dargestellt wird.

Realität trifft auf Fiktion

Vorweg: Obwohl auch ich Änderungen wie diese grundsätzlich kritisch sehe, wies mich ein Mykologe in einem Reality-Check-Interview zu The Last of Us bereits darauf hin, dass die Ausbreitung per Sporen, wie sie im Spiel gezeigt werden, nicht plausibel sei. Die mikrofeinen Partikel müssten eigentlich überall sein und hängen ja auch in der Kleidung und so weiter. Lest euch das zweiteilige Interview gern noch mal durch.

Nun aber zu Mazins und Druckmanns Meinung zum Thema:

Uns war es wichtig, dass das Publikum heute klüger ist, was Pandemien angeht, als noch vor fünf Jahren", so Mazin. "Wir wollen nicht so tun, als wüssten sie nichts darüber."

"Ein großer Teil des Grundes dafür, dass die Serie so beginnt, wie sie beginnt, mit der Szene in den 60ern [vermutlich die Szene aus einem mittlerweile gelöschten "Hinter den Kulissen"-Video, in dem eine Talkshow Krankheiten zum Thema hatte], liegt darin, zu sagen, ‘schau, der Kontext ist, dass es virale Pandemien gibt, die ziemlich gefährlich sind. Aber es gibt noch etwas Schlimmeres. Und das mag seltsam klingen, aber lass mich erklären, warum.' Und dann begreifst du, 'Oh, das ist gar nicht gut.'

"Und außerdem ist schon die ganze Zeit unter uns. Wenn der Ausbruch also stattfindet, kommt er nicht plötzlich oder kapriziös. Es passiert einfach endlich. Es musste einfach passieren. Wir sind nur zufällig da, um zu sehen, wie es passiert", erklärt er.

Druckmann erklärt dann, wie die Infektion sich in der Sendung ausbreitet, offenbar wollte man den Schauspielern nicht ständig die Gasmasken aufsetzen, was schließlich dazu führte, Ranken anstelle von Sporen in der Luft zu nutzen.

"Und dann, wenn man nur daran denkt, dass es einen Übergang von einem Infizierten zum nächsten gibt, und nach Art eines Pilzes ein verbundenes Netzwerk bildet. Das wuchs zu einem sehr beängstigen Gedanken, dass sie alle vereint gegen uns zusammenarbeiten. Ich mochte dieses Konzept sehr, das wir für die Show entwickelten.

Anna Torv als Tess und Pedro Pascal als Joel in HBOs The Last of Us, das auf WOW am 16. Januar zu sehen ist.

Auch mit ComicBook sprachen die beiden darüber.

"Im Spiel... trifft man auf Sporen und man muss eine Gasmaske aufsetzen. In der Welt, die wir [mit der Show] erschaffen, wenn wir da Sporen in die Luft blasen, wäre es ziemlich eindeutig, dass sie sich überall verteilen würden und jeder allzeit eine Maske tragen müsste und dass wahrscheinlich alle infiziert wären", so Mazin.

"Deshalb forderten wir uns heraus, eine neue, interessante Art zu entwickeln, wie sich der Pilz verbreitet. Hauptsächlich aber, glaube ich, dass wir der Seele und dem Geist des Spiels gerecht werden."

Neu ist die Idee für The Last of Us aber nicht

Interessanterweise sind diese Ranken auch Teil des ursprünglichen Concept Art des The-Last-of-Us-Spiels. Auf Reddit zeigt User Imissbreakingbad die Bilder unten, auf denen die Ranken auf der Suche nach Wirten "über den Boden glitschen".

Naughty Dog Concept, gesehen auf Reddit.
Naughty Dog Concept, gesehen auf Reddit.

Im Tweet unten hört ihr sogar ein paar im Spiel ungenutzte Dialogzeilen, die über die Ranken sprechen, die nach einer kleinen Berührung so hart zurückschnellen, dass sie einem den Arm brechen könnten. Die Idee ist also nicht neu, beziehungsweise gehörte bis zu einem gewissen Punkt zum Spiel.

Was Änderungen gegenüber dem Spiel angeht, auch sprachen Druckmann und Mazin bereits:

"Im Spiel passieren Dinge, die in der Serie einfach nicht funktionieren würden", so Druckmann bei einem kürzlichen Roundtable-Interview (Quelle: GameSpot). Mazin fügt hinzu: "Neil sagte immer: 'Wir können alles Mögliche ändern, aber wir müssen über das Warum sprechen. Und wenn es keinen guten Grund gibt – wenn wir es nicht besser machen können - lass' uns liefern, was wir haben.'

Nach einigen Vorschlägen Mazins habe Druckmann entgegnet, dass Naughty Dog diese für das Spiel hätte haben sollen. "Das große Geheimnis ist, dass Neil Druckmann sich der Geschichte des Spiels so sicher ist, dass er mit mir flexibel sein konnte."

Was haltet ihr von der Änderung? Ich fand es immer reichlich bequem, dass die feinen Sporen nicht an Joels Hemd oder in die Ritzen seines Rucksacks krochen, insofern kann ich die Änderung gut verstehen. Pedro Pascal ist im Mandalorian auch schon genug unter einer Maske versteckt und überhaupt, denke ich bei diesen Ranken an einen meiner Lieblingsfilme: Bodysnatchers - Die Körperfresser kommen von 1978. Da war das schon recht gruslig, wie die feinen Tentakel sich ihre Opfer suchten.

Nächsten Montag könnt ihr The Last of Us auf Sky Wow sehen. Ich bin jedenfalls bereit für eine neue Runde an Serienkritiken.

Über den Autor
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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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