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Grand Theft Auto 5: Wie gut ist die Performance auf PlayStation 5 und Xbox Series X wirklich?

Digital Foundry schaut sich die GTA-5-Performance auf PS5 und Xbox Series X genauer an.

Wir haben bereits einen Blick darauf geworfen, wie sich Grand Theft Auto 5 auf der neuen Konsolengeneration präsentiert. Wir haben die wichtigsten Verbesserungen im Vergleich zur Last-Gen-Hardware gesehen und was von der PC-Version übernommen wurde. Die große Frage, die noch offen ist, betrifft den Vergleich der Plattformen. Deshalb konzentrieren wir uns heute darauf, wie PlayStation 5 und Xbox Series X das verbesserte Spiel darstellen - ein detaillierter Blick auf die Xbox Series S folgt später.

Beginnen wir mit den Grundlagen. Sowohl auf der PS5 als auch auf der Series X gibt es drei Grafikmodi: Performance, Qualität und Performance RT - Letzterer unterstützt Raytracing-Sonnenschatten. Obwohl eine dynamische Auflösungsskalierung nicht ausgeschlossen werden kann, läuft der Qualitätsmodus in allen getesteten Szenarien mit einer scheinbar festen 4K-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde, während die Performance-Modi stattdessen auf 1440p eingestellt sind und 60 Bilder pro Sekunde erreichen sollen. Zusätzlich zu diesen drei Modi wird in GTA 5 zum ersten Mal HDR verwendet, außerdem gibt es Textur-Upgrades und Verbesserungen bei der Draw Distance im Vergleich zur Last-Gen-Version. Auf der PlayStation 5 erhält das Spiel zudem Unterstützung für haptisches Feedback und adaptive Trigger auf dem DualSense-Controller, was sich hervorragend dafür eignet, das Spielgefühl während der Schießereien in GTA 5 zu verbessern.

Die Ladezeiten wurden ebenfalls drastisch verbessert. Schnellreisen oder der Neustart von Missionen nehmen auf den Konsolen jetzt überhaupt keine Zeit mehr in Anspruch, sodass der einzige wirkliche Reibungspunkt bei den Ladezeiten das anfängliche Laden der offenen Welt ist. Der Einstieg in Trevors Wohnwagen dauert beispielsweise nur 20,76 Sekunden auf der Xbox Series X, auf der PlayStation 5 sind es 23,18 Sekunden. Gemessen an dem, was die neuen Konsolen können, ist das nicht besonders schnell, aber es ist eine deutliche Verbesserung in einer Welt, in der der gleiche Vorgang auf der PlayStation 4 mehr als zwei Minuten dauert.

Wenn ein Unterschied von 2,42 Sekunden bei den Ladezeiten nach Erbsenzählerei klingt, kann man zum gleichen Schluss kommen, wenn man sich die visuellen Unterschiede zwischen Xbox Series X und PlayStation 5 ansieht. Dabei sei angemerkt, dass es in Rockstars Engine eine echte Herausforderung ist, für gleiche Bedingungen zwecks einer genauen Analyse zu sorgen, was an der dynamischen Natur der offenen Welt selbst liegt: Tageszeit, Menschendichte, Verteilung der Autos, Wetter - all das variiert im Sekundentakt. Glücklicherweise werden in mehreren Missionen zu Beginn des Spiels all diese Elemente synchronisiert, sodass wir getrost sagen können, dass Texturen, Beleuchtung, Effekte und Draw Distance auf den Sony- und Microsoft-Konsolen übereinstimmen. Unabhängig vom Modus gibt es wenig, was die beiden trennt.

Es gibt jedoch ein paar bizarre Unterschiede, kleine Fußnoten, wenn ihr so wollt. Die PS5 rendert einen zusätzlichen Schatten unter Autos, um Blattwerk und an den Füßen der Charaktere, wohingegen die Series X das im Moment nicht zu tun scheint. Das passiert in allen drei Modi. Die Ambient Occlusion und die Umgebungsschatten sind jedoch bei beiden Systemen gleich. Es scheint, dass die PS5 eine zusätzliche projizierte Schattentextur rendert: Es handelt sich dabei um eine Technik, die von Rockstar verwendet wird und die sich von Screen-Space-Ambient-Occlusion oder typischen Schatten unterscheidet, indem eine Textur verwendet wird, um den Schatten an bestimmten Punkten darzustellen. Ob es sich nun um einen Bug oder ein einfaches Versehen handelt, aktuell scheint das auf der Series X zu fehlen und wir hoffen, dass es bald wieder eingepflegt wird.

Der andere Unterschied? Auch hier ein eher kleines Manko: Die Cube-Map-Reflexionen in den Fahrzeugen sind auf der Xbox Series X von höherer Qualität - zumindest in bestimmten Momenten, wie zum Beispiel in der ersten Szene mit der Wiederinbesitznahme des Autos am Anfang der Geschichte. Dieser Unterschied tritt nur im Nicht-RT-Leistungsmodus auf und in den meisten späteren Szenen ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Ansonsten stimmen die Systeme in Bezug auf die visuellen Merkmale überein, wie man es bei einer relativ geringfügigen Überarbeitung eines bestehenden Spiels erwarten kann. Die Übereinstimmungen erstrecken sich auf alle Bereiche, die sich eigentlich hätten verbessern müssen. Die Qualität der Texturfilterung ist sehr schlecht, nur der 4K-Qualitätsmodus bietet eine Verbesserung (und das auch nur, weil die höhere Auflösung mehr Texturfilterungspunkte bietet).

PlayStation 5 (Fidelity Mode)
Xbox Series X (Fidelity Mode)
PS5 und Series X seht ihr hier zuerst in ihrem Qualitätsmodus. Beide liefern hier native 3840x2160, mit passender Textur- und Modellqualität.
PlayStation 5 (Fidelity Mode)
Xbox Series X (Fidelity Mode)
Seltsamerweise fehlen auf der Series X die Schatten unter Autos, Charakterfüßen und Pflanzen, die auf der PS5 vorhanden sind. Dies scheint auf das Fehlen der projizierten Schattentexturen für die Series X zurückzuführen zu sein - ein Schattentyp, der getrennt von den regulären Schatten des Spiels und SSAO läuft.
PlayStation 5 (Fidelity Mode)
Xbox Series X (Fidelity Mode)
Selbst im Qualitätsmodus arbeiten die Current-Gen-Geräte mit einer Einstellung für die Texturfilterung, die nur eine geringe Qualität aufweist. Das Ergebnis auf PS5 und Series X ist gleich und diese Einstellung bedeutet, dass Straßen in solchen Winkeln schon nach wenigen Metern verschwimmen.
PlayStation 5 (Performance RT Mode)
Xbox Series X (Performance RT Mode)
Im Performance-RT-Modus erreicht das Spiel auf beiden Geräten 60 Bilder pro Sekunde, wobei die Auflösung auf 1440p sinkt. Beeindruckend ist, dass die Raytracing-Schatten aktiviert bleiben.
PlayStation 5 (Performance RT Mode)
Xbox Series X (Performance RT Mode)
Die wichtigen Details der Welt sind im Performance-RT-Modus auf beiden Plattformen identisch, sogar in Bezug auf die Draw Distance und Dichte des Blattwerks.
PlayStation 5 (Performance RT Mode)
Xbox Series X (Performance RT Mode)
Auch die Raytracing-Schatten an der rechten Wand werden unabhängig von der Plattform in der gleichen Qualität dargestellt.
PlayStation 5 (Performance Mode)
Xbox Series X (Performance Mode)
Wenn ihr in den regulären Nicht-RT-Performance-Modus wechselt, rendern beide Konsolen wieder mit 2560x1440. Beachtet auch, dass die projizierten Schatten unter den Füßen auf der Series X fehlen, genau wie im Qualitätsmodus.
PlayStation 5 (Performance Mode)
Xbox Series X (Performance Mode)
Die Xbox Series X hat einen Vorteil bei der Qualität der Cube-Mapping-Reflexionen. Hier wird eine höhere Einstellung verwendet, um die Reflexionen auf den Karosserien zu verbessern. Dieser Vorteil tritt nur im Performance-Modus auf.
PlayStation 5 (Performance Mode)
Xbox Series X (Performance Mode)
Selbst bei deaktiviertem Raytracing sind die Schatten auf der PS5 und der Series X gleich gut.

PS5 und Series X liegen also dicht beieinander - aber wie sieht es mit der Performance aus? Im Allgemeinen erreichen alle Modi auf allen Systemen relativ konstant ihre 30 oder 60 Bilder pro Sekunde. Es gibt jedoch einige Momente, in denen die Leistung einbricht. Während der Missionen, hauptsächlich bei den explosiven Schrotflintenkämpfen mit Trevor, kommt es zu stärkeren Einbrüchen in den 50fps- und sogar 40fps-Bereich. Alles, was mit Explosionen und Fahrzeugen zu tun hat, belastet PS5 und Series X gleichermaßen. Beim Durchqueren der Stadt kann man auch Einbrüche der Bildrate erzwingen, indem man einfach eine Schießerei mit vielen Autos auf der Straße beginnt. Das ist in GTA nichts Ungewöhnliches und die Bildrate sinkt zwangsläufig stärker, je mehr man die Straßen verstopft. Das allgemeine Spielgeschehen in den Missionen läuft jedoch in der Regel so ab, wie es sollte.

Kurioserweise fallen sowohl die PS5 als auch die Series X in verschiedenen Bereichen und in unterschiedlichem Ausmaß im Performance-RT-Modus unter ihre angestrebten Bildraten. In der Mission "Mr. Philips", in der Trevor randaliert, sinkt die Bildrate auf der PS5 in den explosivsten Szenen in den 40er-Bereich. Das ist ein deutlicher, sichtbarer Einbruch in einem Erlebnis, das ansonsten mit 60fps läuft und die sich nähernden Biker holprig aussehen lässt. Auf der Xbox Series X gibt es auch Einbrüche, aber dieses Mal im 50fps-Bereich. In anderen Missionen verhält es sich jedoch umgekehrt: Die PS5 läuft weiterhin mit 60 Bildern pro Sekunde, während die Series X darunter einbricht. Verschiedene Szenarien scheinen verschiedene Konsolen zu begünstigen. Die Quintessenz? Beide sind in der Lage, unter 60 Bilder pro Sekunde zu fallen, allerdings nie so lange, dass es das Spielerlebnis stört.

Natürlich könnt ihr den Nicht-RT-Performance-Modus verwenden, um die Auswirkungen dieser Einbrüche zu verringern. Leider ist es nicht ganz möglich, in allen Szenarien 60fps zu erreichen, aber dieser Modus verkleinert die Lücke etwas. Die Mission "Mr. Philips" mit Trevor zum Beispiel fällt in diesem Modus auf der PS5 nur während der größten Explosion kurz auf 55fps. Die meisten anderen Missionen, die ansonsten einen Einbruch unter 60fps aufweisen, laufen hier auf der PS5 mit 60fps, was eine gute Nachricht ist und dem Performance-Modus eine Daseinsberechtigung gibt. Beim Wechsel zur Series X haben sich die Ergebnisse ebenfalls verbessert, auch wenn die Leistungseinbrüche merklich häufiger auftreten als auf der PS5.

Im 4K-Qualitätsmodus ist die Leistung bei maximal 30 Bildern pro Sekunde stabil, selbst wenn man eine Massenkarambolage in den Straßen von Los Santos erzwingt. Es ist jedoch möglich, Einbrüche darunter zu erzwingen, wenn man einen großen Stau mit Raketen und Granaten kombiniert. Während der Missionen konnte ich nur einen einzigen Einbruch feststellen: Ja, Mr. Philips schlägt zurück und verursacht diesmal einen Einbruch auf 20fps auf der PlayStation 5, während die Auswirkungen auf der Series X mit 27fps viel weniger ausgeprägt waren. Sowohl bei diesem als auch bei anderen Leistungseinbrüchen muss ich mich fragen, ob die Implementierung einer dynamischen Auflösungsskalierung den Unterschied ausmachen könnte.

Die neue, verbesserte Version von Grand Theft Auto 5 basiert zwar immer noch stark auf den bestehenden Versionen des Spiels, erledigt aber ihren Job auf den Current-Gen-Konsolen. Und wie es vielleicht vorherzusehen war, sind PS5 und Series X schwer auseinanderzuhalten. Die Bildraten sind im Großen und Ganzen vergleichbar. Je nachdem, welchen Modus ihr verwendet und welche Mission ihr spielt, kann entweder die PS5 oder die Series X ein wenig mehr oder weniger stark einbrechen. Was den visuellen Vergleich angeht, so sagt es auch viel aus, dass der Hauptunterschied darin besteht, dass der Series X die Schatten unter den Autos fehlen, die auf der PS5 vorhanden sind. Damit enden die spürbaren Unterschiede. Draw Distance, Weltdetails, Physik, Qualität der Raytracing-Schatten - all das ist im Wesentlichen gleichwertig.

Während die Ambitionen dieses neuen Remasters fragwürdig sind (ebenso wie die Entscheidung, es kostenpflichtig zu machen, wenn man bereits die PS4- oder Xbox-One-Version besitzt), hat sich zumindest das Spielerlebnis für Konsolenbesitzer dank der 60fps-Modi drastisch verbessert. Im Ernst, das ist die wichtigste Änderung im Spiel, mit tiefgreifenden Verbesserungen bei einem der größten Probleme des Spiels: der Eingabeverzögerung. So attraktiv der 4K-Qualitätsmodus auch aussieht, es ist schwer, hier zu 30fps zurückzukehren. Wenn ihr das Spiel noch nicht gespielt habt, ist dies die beste Art, es zu spielen. Und wenn ihr ein Fan von GTA Online seid, ist die höhere Bildrate eine große Verbesserung. Diejenigen, die nach einem umfassend überarbeiteten Erlebnis suchen, das die Möglichkeiten der neuen Hardware voll ausschöpft, könnten jedoch etwas enttäuscht sein.


Im englischen Original von Thomas Morgan, Senior Staff Writer, Digital Foundry

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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