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She-Hulk Folge 3 – findet so langsam seine Stimme – und kann Wong bitte in jeder Marvel-Produktion vorkommen?

Ich bin für die Wong-Show!

Das ist er jetzt wohl – der Punkt, an dem ich komplett in der Serie angekommen bin und ich verstehe, wie ich sie nehmen muss. Ich war ja bis hierhin von She-Hulk schon ganz angetan , ohne dass es jetzt zwingendes Binge-Material wäre, das mein Leben auf den Kopf stellt, wie Better Call Saul gerade. Aber das hatte ich hiervon auch nicht erwartet. Ich finde es mittlerweile ziemlich stimmig, was hier passiert. Ob’s mehr an mir liegt oder an der Show, kann ich nicht sagen.

Ein wenig dünn ist She-Hulk in seiner Substanz immer noch – es ist halt tatsächlich eine Sitcom –, dafür ist die Show umso lustiger, was vor allem daran liegt, dass Tatiana Maslany und Tim Roth wirklich alles geben. Und natürlich am nächsten MCU-Gastauftritt, weil niemand geringerer als Wong, der schon an Doctor Strange und einigen Avengers Filmen mit das Beste war, nicht zu knapp seine Aufwartung macht. Wäre die Maslany nicht so gut, hätte ich nichts dagegen, würde er komplett das Steuer übernehmen. Denn bei der Reibung, die zwischen diesem Master of the Mystic Arts und einer Bande Juristen entsteht, kommt am anderen Ende purer Comedy-Goldstaub raus.

Walters Aussage 'für' ihren alten Kollegen, war ein weiterer Glanzpunkt einer guten dritten Folge.

Es ist durchweg schmunzelwürdig, was hier passiert, hier und da sogar ein bisschen mehr, auch wenn man an ein, zwei Stellen auch mal lose befürchtet, dass die Serie mit ihrem Sinn für Humor eine Idee zu weit geht. Im Grunde kommt sie aber immer wieder auf sicheres Terrain zurück. Oft genug geleitet durch das erfahrene und nahbare Schauspiel Maslanys, die mit Orphan Black ja schon bewiesen hat, dass sie sich notfalls auch zerteilt, um eine Show zu tragen.

Mit den Effekten bin ich allerdings immer noch nicht im Reinen. Es sind in erster Linie die Bewegungen, als wäre beim Motion Capture etwas schiefgelaufen, die dafür sorgen, dass ich She-Hulk ihre Präsenz nicht so ganz abnehme. Fällt mir besonders auf, wenn sie mit Sakko und weiten Schulterpolstern durch die Kanzlei wandelt. Man hat manchmal das Gefühl, die Bewegungen passen nicht zur… nun ja, Physik der Welt, in der wir leben. Aber im Grunde ist das in dieser Sorte Sendung sekundär. Wir sind halt mittlerweile auch ein wenig verwöhnt.

Lustig war die Szene in der eine vor mehreren Monaten bereits abgedrehte Serie den Social Media Shitstorm zu She-Hulk mehr oder weniger vorwegnimmt. Fast noch mehr Meta als Jenns mehrheitlich gelungene Ansprachen direkt ans Publikum. Wo das alles also hingeht? Gute Frage. Ist Blonskys/Abominations Läuterung nur ein Trick? Und wer steckt hinter dem nächtlichen Angriff auf Jenn (ein Highlight war ihr angsterfülltes Schreien, bis ihr einfällt, dass sie die letzte Person in dieser Szene ist, die sich fürchten sollte)? Und muss das überhaupt eine konkrete Richtung haben?

Schade, dass für die vielen Nebenfiguren nicht genügend Zeit bleibt. Daran könnte man noch arbeiten.

Nun, bei nur noch sechs weiteren Folgen muss es wohl, das hier kann einfach keine vor sich hin treibende Anwaltsshow mit wöchentlich wechselndem Fall sein, was ich gerade ziemlich bedauerlich finde. Wobei, wer weiß, ob sie in Staffel zwei nicht vielleicht mit Matt Murdoch zusammen eine Kanzlei aufmacht?

Der Weg bis hierhin war ein wenig holprig – und kann es auch weiter sein, wenn die Sendung die Balance zwischen Jennifers persönlicher Geschichte und einem größeren Ganzen nicht ganz hinbekommt (was bei Marvel-Serien mittlerweile fast schon Tradition hat) –, aber nach drei Folgen würde ich sagen, es hat sich gelohnt, ihn anzutreten. Nette, reuelose Unterhaltung.

Über den Autor
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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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