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Überzeugt Dying Light 2 technisch auf PlayStation 5 und Xbox Series X/S?

Digital Foundry nimmt die Technik von Dying Light 2 auf den neuen Konsolen unter die Lupe.

Entwickler Techland ist dafür bekannt, mit seiner hauseigenen Technologie - der C-Engine, die in Dying Light 2 zum Einsatz kommt - eine außergewöhnliche Grafik zu liefern. Der Fokus liegt darauf, die aktuelle und die vorherige Konsolengeneration zu bedienen und gleichzeitig modernste Grafik auf der neuesten Hardware zu bieten. Das Studio verspricht uns eine hohe Detaildichte, nahtloses Streaming, verbesserte Physik, Animationen und KI. Unser erster Eindruck? Dying Light 2 kann erstaunlich aussehen - aber es ist kein Geheimnis, dass es dabei die GPU außergewöhnlich stark beansprucht.

Auf den PS5- und Series-X-Konsolen stehen drei verschiedene Rendering-Modi zur Verfügung. Alle davon haben etwas zu bieten, was man sich wünscht - aber es fehlt einfach an Leistung, um alles davon in einen Topf zu werfen. Dafür braucht man einen High-End-PC (wo Dying Light 2 noch mehr visuelle Features bietet) und darüber sprechen wir in einem weiteren Beitrag.

Die einfache Frage lautet also: Wie läuft das Spiel auf der PlayStation 5 und der Xbox Series X/S? Sind die 30fps- und 60fps-Modi für das Spiel am besten geeignet - oder solltet ihr auf die Raytracing-Features zurückgreifen? Keine Frage, Dying Light 2 sieht auf allen drei Current-Gen-Systemen großartig aus. Die Waldgebiete sehen wunderschön aus und es gibt kaum Anzeichen für Leistungseinbrüche. Selbst auf der Series S sind die Animationen, die Texturqualität und die Beleuchtung im Vergleich zu PS5 und Series X sehr gut - der große Nachteil liegt in der Auflösung und der Bildrate. Um die schlechte Nachricht gleich vorwegzunehmen: Die verschiedenen Rendering-Modi sind auf der Series S nicht vorhanden. Hier ist das Spiel auf native 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde beschränkt, Raytracing gibt es ebenso wenig. Und um das klarzustellen: Das 30fps-Ziel gilt auch für die Last-Gen-Konsolen - wir werden uns diese Versionen in den nächsten Tagen ansehen.

Auf PS5 und der Series X wird es ein wenig interessanter. Standardmäßig starten beide Geräte das Spiel im Leistungsmodus, in dem die Rendering-Auflösung auf 1080p festgesetzt ist, während die Bildrate auf 60 Bilder pro Sekunde abzielt - und hartnäckig eingehalten wird. Die schiere Konsistenz dieses Modus ist lobenswert, vor allem weil Techland nicht auf eine dynamische Auflösungsskalierung zurückgreift, um dieses Ziel zu erreichen. Allerdings sorgt die Kombination aus der relativ niedrigen Auflösung mit der temporalen Anti-Aliasing-Lösung dafür, dass die Darstellung definitiv weich wirkt. Gleichwohl sorgt die verbesserte Leistung für das beste Gefühl für Gewicht und Bewegung in den Parkour-Abschnitten des Spiels. Auch der Eingabe-Lag ist geringer. Es gibt Berichte über einen Modus mit variabler Bildwiederholrate, der exklusiv für die Series X verfügbar ist und die Bildwiederholrate auf 120Hz-Bildschirmen nicht mehr auf 60fps begrenzt, aber leider funktionierte das während des Testzeitraums nicht. Er sollte bald verfügbar sein und wir werden darüber berichten, wie gut er funktioniert.

Als Nächstes gibt es den Auflösungsmodus, der die Klarheit des Bildes dank einer Auflösung von 3200x1800 auf der PlayStation 5 und 3456x1944 auf der Xbox Series X drastisch erhöht. Das ist ein Anstieg der Pixelzahl um 16,6 Prozent für die Series X, was nur knapp unter dem Leistungsunterschied zwischen den GPUs der beiden Konsolen liegt. Es ist ein Vorteil für das Microsoft-Gerät, aber ein begrenzter in praktischer Hinsicht. Ein Hauch von zusätzlicher Klarheit ergibt sich daraus, hauptsächlich bei transparenten Elementen, aber in Wahrheit ist es schwer, den Unterschied zu erkennen, wenn man beide Versionen gegenüberstellt. In diesem Modus werden effektiv feste 30 Bilder pro Sekunde erreicht, die nur bei vereinzelten Effekten (z. B. beim Sprung ins Wasser) geringfügig unterschritten werden. In dieser Hinsicht laufen PS5 und Series X sehr ähnlich. Und die Series S? Stellt euch deren 30fps-Modus als eine etwas weniger stabile Version vor - immer noch sehr konstant, aber etwas anfälliger für Screen-Tearing.

Zuletzt haben wir noch den Qualitätsmodus, der die 30fps des Auflösungsmodus beibehält, kombiniert mit einer 1080p-Auflösung. Die verbleibende GPU-Leistung wird stattdessen in Raytracing-Schatten und Ambient Occlusion gesteckt, was vorrangig in Außenbereichen für deutlich mehr Tiefe und Realismus sorgt. Die Pflanzenwelt wird mit einer zusätzlichen Schattenschicht versehen. Bei aktivierten Raytracing-Schatten werden die Schatten der Charaktere logischerweise diffuser, je weiter sie sich von der Lichtquelle entfernen. Die Performance der PS5 und der Series X bleibt auch in diesem Modus zielsicher bei 30 Bildern pro Sekunde.

Die Auswirkungen können also sehr vielfältig sein, aber die Abstriche bei der Auflösung und der Leistung sind erheblich. Es ist schwer zu sagen, welchen Modus man wählen sollte: Ich habe die meiste Zeit meines Durchspielens im Leistungsmodus verbracht, da 60fps für mich am wichtigsten sind, aber die Raytracing-Schatten und Ambient Occlusion sind ein echtes Highlight auf der Konsole.

Xbox Series S
Xbox Series X (Performance Mode)
PlayStation 5 (Performance Mode)
Dying Light 2 bietet auf der PS5 und der Series X drei Modi, wobei der 60fps-Performance-Modus auf eine native Auflösung von 1920x1080 abzielt - hier ein Vergleich mit der Bildqualität der Xbox Series S bei 1080p und 30fps.
Xbox Series S
Xbox Series X (Performance Mode)
PlayStation 5 (Performance Mode)
Optisch sind die Kern-Features der drei Spiele im Leistungsmodus identisch, mit Ausnahme eines merkwürdigen Unterschieds bei den Schattierungen der Bäume auf der PS5.
Xbox Series S
Xbox Series X (Quality Mode)
PlayStation 5 (Quality Mode)
Wenn ihr auf PS5 und Series X in den Qualitätsmodus wechselt, verbessert Raytracing die Schattenqualität und die Ambient Occlusion unter Blattwerk radikal. Beachtet die Grasbüschel auf der rechten Seite dieses Bildes.
Xbox Series S
Xbox Series X (Quality Mode)
PlayStation 5 (Quality Mode)
Bei Innenräumen scheint es weniger Auswirkungen durch Raytracing zu geben, wobei die Series S im Inneren des Hauses ein vergleichbares Ergebnis erzielt - und im Außenbereich ein ganz anderes Maß an Schattierungen bietet.
Xbox Series S
Xbox Series X (Resolution Mode)
PlayStation 5 (Resolution Mode)
Wenn wir uns den Auflösungsmodus ansehen, rendert die PS5 mit 1800p, während die Xbox Series X auf 1944p zu bieten hat. Beides stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Standard-1080p-Bild der Series S dar, vor allem bei feinen Details wie dem Korb da vorne.
Xbox Series S
Xbox Series X (Resolution Mode)
PlayStation 5 (Resolution Mode)
Ebenso erscheinen Details in der Stadt in größerer Distanz in Fast-4K-Auflösung auf den beiden Premium-Geräten schärfer.
Resolution Mode
Performance Mode
Quality Mode
Ein Vergleich aller drei Modi, der sich nur auf die PS5 konzentriert. Raytracing hat einen enormen Einfluss auf das Rendering von Gras im Qualitätsmodus, indem es Raytracing-Schatten und Ambient Occlusion hinzufügt - sowie die Beleuchtung durch Taschenlampen für Innenbereiche.
Resolution Mode
Performance Mode
Quality Mode
Bei aktiviertem Raytracing werden die Schatten logischerweise diffuser, je nach Abstand von der Lichtquelle und dem verdeckenden Objekt.
Resolution Mode
Performance Mode
Quality Mode
Bei allen Vorteilen, die das Raytracing im Qualitätsmodus mit sich bringt, leidet die Klarheit darunter, dass nur mit 1080p gerendert wird - ein deutlicher Schritt nach unten gegenüber den 1800p im Auflösungsmodus der PS5. Außerdem gibt es unabhängig vom Modus leider nur Screen-Space-Reflexionen.

Zusammengefasst erhalten PS5- und Xbox-Series-X-Besitzer in Dying Light 2 eine wahre Fülle an Optionen: Raytracing-Schatten, 60fps und 4K-Unterstützung sind alle einen Blick wert. Es ist jedoch eine Schande, dass alle drei Modi herausragende Funktionen haben, es aber in jedem Fall einen Kompromiss gibt. Um sie alle - mit noch mehr Grafik-Upgrades - gleichzeitig zu nutzen, benötigt Dying Light 2 einen High-End-PC mit einer RTX-Karte (ja, DLSS ist auch eine wichtige Voraussetzung). Dennoch ist die Auswahl, die Techland anbietet, zumindest ein starkes Zeichen für die neue Hardware-Generation, die den Spielern alle Optionen in die Hand gibt. Auch wenn Nutzer der Series S nur sehr wenig erhalten, was über das Basisspiel mit 1080p und 30fps hinausgeht.

Die größte Offenbarung für mich ist, wie effektiv die Raytracing-Schatten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort sind. Dying Light 2 schafft viele günstige Momente, um dies zu zeigen, sogar von Anfang an mit der tief stehenden Sonne, die Schatten über die Wälder wirft. Es ist eine enorme Verbesserung gegenüber den anderen Modi und eine Überlegung wert für jeden, der diese Woche neu in Dying Light 2 einsteigt. Anderen wird es schwerfallen, nicht mit 60fps zu spielen - aber zumindest haben die Spieler die Wahl.

Es gibt noch viel zu berichten über Dying Light 2. Als Nächstes wollen wir unsere PC-Berichterstattung abliefern, in der wir die atemberaubenden Grafikfunktionen, die Leistungsanalyse für verschiedene Hardware und - natürlich - die optimierten Einstellungen vorstellen. Ferner werden wir auch einen Blick darauf werfen, wie sich dieser grafikintensive Titel auf den Last-Gen-Konsolen schlägt (Spoiler: Rechnet mit reduzierten Grafikeinstellungen, unterschiedlichen Auflösungsstufen und einer 30fps-Obergrenze) und ob sich ein "Next-Gen"-Spiel besser auf ältere Hardware skalieren lässt als beispielsweise Cyberpunk 2077. Es gibt also noch viel zu tun, aber wie sieht's im Hier und Jetzt aus? Wir können die Current-Gen-Versionen des Spiels uneingeschränkt empfehlen - solange sich Besitzer der Series S bewusst sind, dass ihre Möglichkeiten etwas eingeschränkter sind.


Im englischen Original von Thomas Morgan, Senior Staff Writer, Digital Foundry

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