Assassin's Creed Valhalla: 7 Dinge, die Wikinger anders machen

Hey, hey, Wiki, hey Wiki, hey!

Nicht mehr ganz einen Monat, bevor Ubisoft das nächste Kapitel in Sachen Assassin's Creed aufschlägt, diesmal an der Ostküste Englands im 9. Jahrhundert nach Christus. Vieles wird man auch dieses Mal direkt wiedererkennen und das Spiel unmissverständlich als Teil der beliebten Serie identifizieren. Gleichzeitig machten Origins und zuletzt Odyssey eine Menge anders als die Teile, die ihnen vorangingen und beseitigten so viel von der Franchise-Müdigkeit, die so langsam einsetzte. Und auch Assassin's Creed Valhalla wird wieder ein paar Sachen von einer anderen Richtung anpacken und so versuchen, das Geschehen frisch zu halten.

Nach meinem Anspieltermin letzte Woche habe auch ich viel Vertrautes entdeckt, aber auch ein paar Unterschiede ausgemacht. Sieben davon habe ich beispielhaft hervorgehoben, um euch eine Vorstellung davon zu geben, inwieweit Spielgefühl und -Ablauf des neuesten Attentäter-Abenteuers von seinen direkten Vorgängern abweicht.

Assassin's Creed Valhalla: Ein Königreich für ein Langhaus

Den Basenbau von Assassin's Creed Valhalla haben wir ja bereits in einem anderen Artikel ausgiebig vorgestellt, aber in einer Liste der größten Unterschiede zu den letzten Spielen darf er einfach nicht fehlen. Ein solcher Dreh- und Angelpunkt verändert maßgeblich den Rhythmus und oft genug auch die Tonalität eines Spiels. Und das obwohl hier viele Systeme, die schon die letzten Spiele der Serie kannten, einfach anders verpackt wurden. Eine "Heimkehr" zwischen aufreibenden Missionen ist immer etwas Schönes und seinen Fortschritt anhand eines wachsenden, blühenden und immer wehrhafteren Lagers auch sehen und erleben zu können, eine Bereicherung für fast jedes Abenteuer, auf das man sich begibt. Das war auch in Valhalla für mich nicht anders. In den circa sechs Stunden, die ich es spielte, kam ich immer wieder gern hierher zurück, um nach dem Rechten zu sehen und mich mit Eivors Weggefährten zu unterhalten.

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Eivor und ihre Kumpanen kommen auch zwischen den Missionen zusammen.

Keine regenerierende Gesundheit

Eivors Gesundheit regeneriert sich auf andere Weise als die von Kassandra oder Alexios in Assassin's Creed Odyssey. Wo die beiden Griechen außerhalb der Kämpfe automatisch neue Lebensenergie erhielten und im Kampf auf verschiedene Fähigkeiten zurückgreifen konnten, um sich zu heilen, muss Eivor Beeren und Pilze essen, die in der Gegend wachsen. Sammelt ihr sie bei voller Gesundheit, wandern sie als Rationen in euer Säckerl - erinnert an Horizon, das System - und können im Kampf zur Auffrischung eurer Gesundheit verzehrt werden. Alternativ kann Eivor in seinem Gemach im Langhaus schlafen, um sich von seinen Wunden zu erholen. Fühlt sich etwas mehr oldschool an und tatsächlich kam ich während des Sturms einer Burg in enge Bedrängnis, als mir die Rationen ausgingen. Gleichzeitig kenne ich eine Menge Spiele mit ähnlichen Systemen, in denen die Versorgung mit Heilgegenständen irgendwann auch trivial war, weil sie im Überfluss vorhanden waren. Wir werden sehen, ob das Feature auch im weiteren Verlauf noch spannungsfördernd ist.

Quests für Entdecker in Assassin's Creed Valhalla

Auf der Karte von Assassin's Creed Valhalla locken Punkte von Interesse nun erstmal auf etwas mysteriösere Art als sonst. Konkret wird euch eingangs nie gesagt, was euch erwartet, wenn ihr einen Ort von Interesse das erste Mal ansteuert. Lediglich verschiedenfarbige Leuchtpunkte auf der Karte geben einen Hinweis, stellen sie doch entweder Reichtümer, Mysterien oder Geheimnisse in Aussicht. Während die Reichtümer fast immer nett in Gruften oder ähnlichem versteckte Schätze Waffen oder Ressourcen waren, führten Mysterien im Grunde immer zu hübschen kleinen Mini-Quests oder zumindest interessanten Begegnungen. Geheimnisse sind dagegen immer mit Hinweisen auf Sammelgegenstände verbunden. Eine schöne Art, freie Erkundung mit zumindest ein wenig Spielerführung zu verbinden. Ich bin diesen Lichtern immer gerne nachgejagt und konnte so etwas steuern, ob ich mich auf das Verbessern meines Camps konzentrieren (Reichtümer müssen in dem Fall her) oder noch tiefer in den Lore-Kaninchenbau Assassin's Creeds hinunterpurzeln wollte.

Assaults und Raids - Belagerungen und Raubzüge

Eivor und seine Landsleute sind erzählerisch in einer interessanten Lage: Sie sind unsere Helden und gleichzeitig aber auch Invasoren in England. Das macht das Spiel unumstößlich klar, wenn nach und nach Burgen, Klöster und Dörfer unter blutrünstiger Führung unseres Protagonisten erstürmt und schließlich geplündert werden. Besonders die Assaults, die den Belagerungsteil einer... nun ja... Belagerungsschlacht um eine Burg einfach ausklammern und direkt mit dem Sturm auf die Mauern und das Tor beginnen, sind ziemlich spektakulär. Helft ihr mit dem Rammbock oder erklimmt ihr über eine Leiter die Zinnen? Durch verschiedene Höfe und Wälle hinweg müsst ihr auf dem Weg zum Boss einer Feste immer priorisieren, ob ihr nun Bogenschützen ausschalten wollt, euch gegen Nahkämpfer ins Getümmel stürzt oder spezielle, besonders starke Feinde ins Visier nehmen wollt.

Mir haben diese Angriffe auf englische Stellungen viel Spaß gemacht, weil das Schlachtengefühl besser rüberkam als in Odysseys Massengetümmeln. Allerdings hat man hier und da schon ganze Gegnergruppen spawnen sehen. Und ich muss tatsächlich sagen, dass mir beim Plündern eines Dorfes rund um ein altes Kloster herum schon ein wenig anders wurde. So nett war das nicht, was hier passierte. Wikinger nehmen eben keine Gefangenen...

Schwachpunkte an Gegnern

Hatten in Odyssey vornehmlich die Boote sichtbare strukturelle Schwachstellen, die zu treffen für zusätzlichen Schaden sorgte, so sieht Eivor an den verschiedenen Feinden nun ebenfalls rötlich glühende Achillesversen. Trifft man dort - je nach Gegnerklasse kann das das Knie, der Ellbogen oder der Rücken sein -, richtet man besonders große Verletzungen an und versetzt den Feind in einen kurzen Lähmungszustand, indem man ihm bisweilen sogar spektakulär den Rest geben kann. Eine schöne neue Option, die Reihen der Gegner schon aus der Ferne kurz zu lichten oder aufzuweichen, bevor man sich auf sie stürzt.

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Ich war ein Infanterist in Assassin's Creed - dann bekam ich einen Pfeil ins Knie.

Weniger Assassinierungen in Assassin's Creed Valhalla

In meinen fast sechs Stunden, in denen die Eroberung eines Gebietes namens Ledecestershire im Vordergrund stand, verübte ich nur sehr wenige echte Attentate. Die Zahl der Feinde, die ich mit der versteckten Klinge tötete, kann ich an einer Hand abzählen, was vor allem daran lag, dass ich viele Siedlungen in Raids einfach stürmte, weil die Schlachten so viel Spaß machten. Wer schleichen will, kann das immer noch tun, aber in meiner Questline ging es darum, jemand mit rechtmäßigem Anspruch auf den Thron zum Herrscher zu machen und den aktuellen König ins Exil zu schicken. Das hätten Altair oder Ezio vermutlich noch anders geregelt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass man im weiteren Spielverlauf noch in größere Städte und Siedlungen eindringt und sich dort deutlich heimlicher verhalten muss. Das Spiel gibt das in jedem Fall her.

Gut gefallen hat mir auch das neue QTE bei Assassinierungen besonders starker Feinde. Anstatt wie in Origins Attentate höherrangiger Gegner einfach unmöglich zu machen, müsst ihr hier in einem engen Zeitfenster eine zusätzliche Taste drücken. Nichts zu Fummeliges oder etwas, das aus dem Spiel reißen würde. Es ist einfach nur ein etwas schwierigeres Attentat und das passt gut zu Assassin's Creed.

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Social Stealth kommt mit Assassin's Creed Valhalla zurück

Auch wenn ich mangels größerer ziviler Bereiche noch nicht wirklich die Rückkehr des Social Stealth - also das Verstecken in der Menge - gewinnbringend einsetzen konnte, so sah ich doch schon einige auch neue Möglichkeiten dazu. Neu ist zum Beispiel, an bestimmten Posten in einer Siedlung so zu tun, als arbeite man. Und während man sich so als mittelalterlicher Street-Food-Anbieter unauffällig macht, darf man unbehelligt auf ein Opfer warten. Das ist alles andere als selbstverständlich, denn andernorts werden die Nordmänner von den Engländern schnell als die Invasoren erkannt, die sie sind. Zum Glück kann man mit dem neuen Kreismenü jederzeit seine Kapuze aufsetzen. Schön, dass Assassin's Creed Valhalla neben der Wikinger-Haudrauf-Methode auch solche ruhigeren Möglichkeiten bietet.

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Einfach unter das arbeitende Volk mischen. Und dann - abwarten.

So viel für's Erste von mir. Ich hatte in sechs Stunden Assassin's Creed Valhalla jedenfalls genug Spaß, dass ich mich auf das fertige Produkt freue. Am Freitag bekommt ihr einen ausführlichen Eindruck von der Kampagne von mir.

  • Entwickler / Publisher: Ubisoft Montreal / Ubisoft
  • Plattformen: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X
  • Release-Datum: 10. November
  • Sprache: Deutsch, Englisch und weitere
  • Preis: ca. 70 Euro

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel. test

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