Cyberpunk 2077: Entwickler wehrt sich gegen Sammelklage

Kann CDPR dem juristischen Ärger entgehen?

  • Die erste Sammelklage gegen CD Projekt Red wurde eingereicht
  • Weitere Anwälte und Kanzleien prüfen eine Sammelklage gegen den Entwickler
  • CD Projekt Red kündigte an, sich gegen bestehende und kommende Klagen zur Wehr zu setzen

Die amerikanische Anwaltsfirma Rosen Law Firm hat nun die Drohung der Investoren an CD Projekt Red wahr gemacht und eine Sammelklage aufgrund von Irreführung gegen den Entwickler eingereicht.

In der Klage wird CDPR vorgeworfen, irreführende Aussagen über den unzumutbaren Zustand von Cyberpunk 2077 auf der Xbox One und der PS4 gemacht zu haben. Aufgrund der daraus resultierenden Entfernung des Titels aus dem PlayStation Store und den vielzähligen Rückerstattungen hätte das Unternehmen einen Ruf- und Vermögensschaden erlitten, der nun auf die Investoren zurückfalle. Weitere betroffene Kapitalgeber können sich der Klage bis Februar 2021 anschließen.

Noch im Januar 2020 hatte CD Projekt mitgeteilt, dass Cyberpunk 2077 "komplett und spielbar" sei. Man könne das Spiel von Tag eins an auf den Current-Gen-Konsolen spielen, hieß es weiter. Dass diese Aussage mehr als falsch ist, bedarf keiner Diskussion. Im Oktober diesen Jahres sagte CEO Adam Kicinski, dass nur eine leichte Optimierung möglich sei, damit das Spiel problemlos auf Xbox One und PS4 laufen würde.

Sehr euphemistisch ausgedrückt, lieber Adam. Das Spiel läuft auch nach mehreren Patches nicht ansatzweise so rund, wie es CD Projekt Red verkündet hatte. Auch die amerikanische Anwaltskanzlei Wolf Haldenstein Adler Freeman & Herz LLP möchte eine Sammelklage auf den Weg bringen. In dieser soll CDPR für die falsche Darstellung von Cyberpunk 2077 zur Rechenschaft gezogen werden.

In Polen, dem Heimatsland des Entwicklerstudios, könnte eine Sammelklage durch den Anwalt Mikolaj Orzechowski drohen. Dieser prüft derzeit eine Klage auf Basis einer Irreführung, die bewusst zum finanziellen Vorteil von CD Projekt Red genutzt wurde.

CD Projekt Red kündigte nun an, sich gegen die eingereichten und kommenden Klagen zur Wehr zu setzen. Immerhin vermeldete der Entwickler trotz der problembehafteten Veröffentlichung von Cyberpunk 2077 große Gewinnsummen.

"Die Kläger fordern das Gericht auf, darüber zu entscheiden, ob die Handlungen des Unternehmens und seiner Vorstandsmitglieder im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Cyberpunk 2077 eine Verletzung von Bundesgesetzen darstellten, d.h. ob sie Investoren in die Irre führten und dadurch Verluste verursachten", erklärte das Unternehmen und fügte hinzu, dass CDPR sich "energisch gegen solche Ansprüche verteidigen wolle".

Ob das gelingt? Die schlechte Performance des Spiels und die damit zusammenhängenden Rückerstattungsanfragen deuten zumindest stark auf eine Fehlkommunikation seitens des Entwicklers hin. Ob diese Falschaussagen die Intention einer Irreführung zum eigenen finanziellen Vorteil vorweisen, muss nun ein Gericht entscheiden.

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Melanie Weißmann

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