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Track & Field

Oylmpia, ich komme!

Was für ein Zufall – in genau 365 Tagen beginnen in Peking die Olympischen Sommerspiele 2008. Die Nationen der Welt treten zum sportlich fairen Wettkampf gegeneinander an, von den Radfahrern mal abgesehen, und das ewige Feuer versprüht den olympischen Geist. Als digitale Hommage an das bedeutendste Sportereignis der Welt veröffentlichte Konami jüngst auf Xbox Live Arcade Track & Field, einigen Spielhallenathleten besser bekannt als Hyper Olmypic, und den meisten Zockern noch als legendärer Joystick-Killer in bester Erinnerung.

Sicher, 'The Darkness' sieht besser aus, kann man aber nicht zu viert spielen.

Was haben wir die Pads und Sticks an ihre Belastungsgrenzen und oft genau auch darüber hinaus gebracht, um unseren nächtelangen Track& Field-Marathons frönen zu können. Jetzt darf das Xbox 360-Pad zum Button-Mashing herhalten, denn mehr als drei Tasten werden auch beim XBLA-Wettkampf nicht benötigt.

Keine Ahnung, wer 1983 bei Konami für die Zusammenstellung der Sportarten verantwortlich war, aber eine repräsentative Auswahl der populärsten Sportarten dürfte Track & Field sicherlich nicht sein. Vielmehr scheint die möglichst einfache Umsetzbarkeit auf eine 3-Button-Steuerung der Selektions-Schlüssel gewesen zu sein. Konamis Olympiade beschränkt sich deshalb auf lediglich sechs Sportarten: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Speerwurf, 110-Meter Hürden, Hammerwerfen und Hochsprung, die in wunderschöner Monotonie (und das meine ich durchaus positiv) auf das immer gleiche Gameplay setzen, das schon Tausende von Competition Pro-Sticks das Leben kostete.

Wer beim Speerwerfen steil nach oben zielt, schießt wortwörtlich den Vogel ab.

Per X und B-Button heißt es Tempo machen, mit dem A-Knopf wird der Absprungwinkel bestimmt – also zumindest dann, wenn es Sinn macht. Sähe beim 100 Meter-Lauf ja auch saudämlich aus. Auch wenn es skurril anmutet und Freunde an Eurem Verstand zweifeln lässt, die ideale Haltung des Controllers lautet: quer. So schnellen Mittel- und Zeigefinger im Stakkato auf die Buttons und mit dem Daumen der anderen Hand lässt sich der Absprungbutton ideal bedienen – aber wie schon immer bei Track & Field findet jeder Sportler seine individuelle Idealhaltung.

Man mag es kaum glauben, aber fast 25 Jahre nach dem Automaten wirkt Track & Field in keiner Weise überholt. Mal abgesehen von der völlig antiquierten Optik, die trotz hochskalierter Grafik mit ihrer eigenwilligen Farbwahl und dieser widerlichen, türkisen Schrift Augenkrebs provoziert. Aber wie ist das doch so oft beim Sport: Man soll keine gute Figur machen, sondern Leistung zeigen. Genauer gesagt Höchstleistungen, die entweder per Xbox Live verglichen werden oder im direkten Wettkampf mit bis zu drei Online-Athleten ersportelt werden.

Und spätestens dann ist der Ehrgeiz geweckt, und die Hatz nach dem Highscore, der besten Zeit, dem höchsten Sprung oder dem weitesten Wurf hat begonnen. Denn Track & Field ist nichts anderes, als der Wunsch nach Perfektion. Mit jedem Versuch nähert sich der Sportler seiner Bestmarke, feilt geschickt am idealen Absprung, testet den besten Absprungwinkel und nährt dadurch die eigene Hoffnung, auch online die Olympiamedaille zu erobern.

Faszinierend, wie so ein einfaches Spielkonzept mit simpelster Steuerung dank der Jagd nach Highscores seine Faszination in keiner Weise eingebüßt. Schade nur, dass Konami als kleines Goodie nicht noch ein, zwei Disziplinen aus der einige Jahre später erschienen NES-Fassung als Bonus dazu gepackt hat. Trotz dieses kleinen Patzers ist Track & Field eines der besten Beispiele für Arcade-Klassiker, die auch nach über 20 Jahren spielerisch keine Ermüdungserscheinungen zeigen. Sofern man auf Retro-Titel steht, versteht sich.

Hobby-Athleten dürfen seit dem 8.August für 400 Microsoft-Punkte die olympische Flamme entzünden.

6 / 10

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