Bald ist es an der Zeit, ein weiteres Mal in den Wilden Westen zu ziehen. Mit Red Dead Redemption 2 arbeitet Rockstar zur Zeit an seinem ersten echten Current-Gen-Projekt. Ihr erinnert euch: Grand Theft Auto 5 feierte seine Premiere auf Xbox 360 und PlayStation 3, erst später folgten Umsetzungen für PC, Xbox One und PlayStation 4.

Mit dem Prequel zu Red Dead Redemption möchte Rockstar nach eigenen Angaben über die Grenzen der üblichen offenen Spielwelten hinausgehen und mehr Beständigkeit, Details und Immersion bieten. Darüber hinaus verspricht das Studio eine neue Open-World-Multiplayer-Erfahrung, zu der aber noch keine Details vorliegen.

Um die eigene Vision zu verwirklichen, kombiniert Rockstar die Kräfte all seiner Teams. Mitarbeiter der Studios in Edinburgh, San Diego, New York, Toronto und New England arbeiten gemeinsam an dem Spiel, in dem es um Ehre und Loyalität geht.

Schauplatz ist das Amerika des Jahres 1899, in dem das Ende der Wild-West-Ära anbricht und Gesetzeshüter Jagd auf die letzten Outlaw-Gangs machen. Im Mittelpunkt stehen Arthur Morgan und die Van-der-Linde-Gang, die sich nach einem fehlgeschlagenen Raub im Städtchen Blackwater auf der Flucht befinden. Während sie sich bemühen, ihren Verfolgern zu entgehen, ziehen sie raubend, stehlend und kämpfend durch Amerika. Nicht nur durch das Gesetz steht Ärger ins Haus, innere Konflikte drohen die Gang auseinanderzureißen und es gilt, sich zwischen den eigenen Idealen und der Loyalität gegenüber der Bande zu entscheiden.

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Schießereien sind im Wilden Westen nichts seltenes.

Morgan ist eine der Führungspersönlichkeiten der Van-der-Linde-Gang und überzeugt davon, dass Dutch die richtigen Entscheidungen für die Bande trifft. Gleichermaßen ist er für die Umsetzung dieser Pläne verantwortlich. Dutch nahm Morgan als kleinen Jungen in die Bande auf, für ihn ist es eine Art Familie und daher steht er ihr loyal gegenüber.

Um seine Familie zu schützen, tut ihr mit Arthur alles, was nötig ist. Wie weit ihr dabei geht, bleibt euch überlassen. Eure Handlungen bestimmen, wie viel Ansehen ihr innerhalb der Spielwelt habt und das Ehresystem umfasst verschiedene Stufen mit unterschiedlichen Konsequenzen und Möglichkeiten. Wie diese im Detail aussehen, bleibt abzuwarten.

Unter der Führung von Dutch befindet sich die Gang auf der Suche nach einem Ort, an dem das Gesetz sie nicht behelligt. Mit dabei ist John Marston, der Hauptcharakter aus Red Dead Redemption. Hier seht ihr ihn als Mitglied von Dutchs Gang auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit. Da Arthur seine Mitstreiter als Familie ansieht, pflegt ihr enge Beziehungen zu ihnen. Rockstar verspricht, dass ihr diese Charaktere bis ins Detail kennenlernt. Arthurs Verhältnis zur Gang sei der Schlüsselaspekt der Geschichte und des Spielablaufs.

Zu den weiteren Mitgliedern der Band zählen neben Dutch, Arthur und John noch Bill Williamson, Javier Escuella, Micah Bell, Sadie Adler, Charles Smith, Hosea Matthews, Karen, Lenny oder Pearson. Ihr habt zu jeder Zeit die Möglichkeit, mit ihnen zu interagieren, Gespräche zu führen. Daraus resultieren neue Informationen, Aktivitäten oder Missionen. Steht euch der Sinn nach einem Raubzug oder der Jagd? Dann fragt einfach nach, ob einer von ihnen mitkommen möchte.

Da die Bande mobil ist, braucht sie ein Camp zum Übernachten. Jeder der Outlaws trägt seinen Teil zur Aufrechterhaltung bei, wozu Geld, Nahrung und Vorräte nötig sind. Es besteht nicht die Verpflichtung, sich daran zu beteiligen. Schafft ihr Dinge heran, belohnt euch das Spiel jedoch dafür. Wie viel Zeit ihr dort verbringt, liegt ebenso an euch. Keine Lust auf das Camp-Leben? Dann brecht auf und erkundet die offene Welt.

Die einzelnen Camp-Standorte verändern sich mit der Zeit und dienen zugleich als Ausgangspunkte für die Missionen des Spiels. Begleiter-Aktivitäten starten dort und ihr habt die Möglichkeit, mit den anderen Gangmitgliedern zu plaudern. Wo sich das Camp befindet, hängt vom aktuellen Verlauf der Hauptgeschichte ab.

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Die Welt von Red Dead Redemption 2 ist sicher für einige malerische Momente gut. Hoffentlich gibt es einen Fotomodus.

Wie im Vorgänger ist die Welt ein großer Spielplatz, in dem ihr euch austobt. Die Wege sind lang und euer Pferd ist ein nützliches Hilfsmittel, um diese schnell zu bewältigen. Verschiedene Pferderassen und unterschiedlichen Persönlichkeiten erwarten euch in Red Dead Redemption 2. Außerdem reagieren sie zum Beispiel auf das Terrain, Wasser, Angst, Stress und Interaktionen mit Arthur.

Kümmert euch um euer Pferd, indem ihr es pflegt, füttert und beruhigt, wenn es Aufregung oder Angst verspürt. Arthurs Bindung zu seinem Pferd wirkt sich direkt aus. Je mehr beide gemeinsam erlebt haben, desto einfacher ist es für euch, den Vierbeiner in schwierigen Situationen zu beruhigen. Darüber hinaus verbessert ihr Statuswerte wie die Ausdauer oder Geschwindigkeit. Euer Pferd dient als Transportmittel für euch und befördert gleichermaßen weitere Waffen, die Kadaver getöteter Tiere und andere Gegenstände. Braucht oder möchtet ihr ein neues Pferd haben? Fangt es mit den Lasso oder auf andere Art und Weise, zähmt es und reitet es zu.

Davon, dass es Rockstars erstes echtes Current-Gen-Projekt ist, profitieren nach Angaben des Entwicklerstudios viele verschiedene Bereiche. Vom Welt- und Missionsdesign über die Grafik und Animationen bis hin zur KI. All das leiste seinen Beitrag bei der Umsetzung einer glaubhaften Spielwelt. Rockstar setzt auf Detailverliebtheit bei Waffen, Wetter, Bewegungen und vielem mehr.

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Keine Lust auf Raubzüge? Geht einfach auf die Jagd.

Weiterhin möchten die Macher dafür sorgen, dass es mehr Optionen gibt, um Interaktionen und Begegnungen mit Charakteren, Tieren und der Umgebung ohne Waffe zu lösen. Alle Konversationen seht ihr direkt in der Spielwelt und nahezu jeder Charakter lässt sich ansprechen. Je nach Gesprächspartner und Kontext läuft das alles anders ab und Arthur hat verschiedene Möglichkeiten.

Schüchtert den Zeugen eines Verbrechers weiter ein. Und wenn ihr gerade dabei seid, raubt ihr ihn noch aus. Lenkt den Fahrer einer Kutsche ab, bittet um eine Mitfahrgelegenheit oder überfallt sie. Andernorts gibt euch ein Gesetzeshüter eine letzte Warnung und fordert euch auf zu verschwinden, bevor es zum Schusswechsel kommt. Ob und bis zu welchem Grad ihr Situationen eskalieren lasst, liegt in eurer Hand.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Rockstar viel für Red Dead Redemption 2 verspricht. Vor allem geht es den Entwicklern um die Liebe zum Detail in zahlreichen Aspekten des Spiels. Wie gut ihnen die Umsetzung dieses Vorhabens gelingt, wie sehr die Spielwelt und Geschichte euch bei Laune halten und was der Multiplayer-Part zu bieten hat, sehen wir im Oktober.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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