YouTube hat seine Meinung bezüglich eines Kanals geändert, der Videos einer Frauenrechtlerin in Red Dead Redemption 2 zeigt, die von einem Spieler malträtiert wird.

YouTuber Shirrako veröffentlichte letzte Woche das Video "Red Dead Redemption 2 - Beating Up Annoying Feminist", gefolgt von weiteren wie "Annoying Feminist Fed To Pigs", "Dropping Feminist To Hell & Killing The Devil" und "Annoying Feminist Fed To Alligator". Anscheinend hat er ein Problem mit Feministinnen.

Nachdem YouTube den Kanal zuerst sperrte, ist er jetzt wieder verfügbar und die Videos wurden mit einer Altersbeschränkung versehen.

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Nach Angaben von Ryan Wyatt, Global Head of Gaming bei YouTube, wurden die Videos erneut überprüft und man sei zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht gegen die Community-Richtlinien verstoßen. In einem weiteren Tweet bezeichnet er die Sperre des Kanals als Fehler und die zuständige Person werde darüber informiert, wie sich dieser Fehler in Zukunft vermeiden lässt.

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Den Richtlinien zufolge erhalten Content-Ersteller eine Verwarnung, wenn ihr ihre Videos "hasserfüllte Inhalte" umfassen. Dazu zählen unter anderem der Aufruf und die Billigung von Gewalt gegen einzelne Personen und Gruppen aufgrund ihrer Rasse oder Herkunft, Religion, Behinderung, ihres Geschlechts, des Alters, der Nationalität oder sexuellen Orientierung. Shirrakos Screenshots zufolge wurde sein Account jedoch gesperrt, weil die Videos "willkürliche Gewalt" zeigten.

Bevor ein Account gesperrt wird, sind drei Verwarnungen erforderlich, Shirrako habe zuvor allerdings keine Verwarnung erhalten. Es könnte auch sein, dass die Verwarnungen aufgrund der Mehrzahl an Videos gleichzeitig ausgesprochen wurden.

"YouTubes Community-Richtlinien untersagen neben anderen Dingen willkürliche Gewalt, Nacktheit, gefährliche und illegale Aktivitäten sowie Hassreden", heißt es in einem Statement gegenüber Eurogamer. "Kreative Formate wie Videospiele können schwierig zu bewerten sein. Aber wenn Inhalte die Grenze überschreiten und wir darauf aufmerksam gemacht werden, leiten wir Schritte ein, falls es nötig ist.

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Das ursprüngliche Video wurde über 1,6 Millionen Mal angeschaut und mehr als 18.000 Mal kommentiert. Viele unterstützen die Handlungen im Video und äußern sich abfällig gegenüber Feministen und Feministinnen, Begriffe wie "SJWs" und "libtards" fallen.

Zu den anderen kreativen Ergüssen des Kanals zählen neuerdings auch Videos wie "Deporting A Mexican" oder "Beating Up Chinese Man" - ohne Altersbeschränkungen. Anscheinend kennt er seine Zielgruppe gut genug.

Der Vorfall hat eine Reihe von Diskussionen ausgelöst, zum Beispiel ob YouTube Gameplay-Videos als Gewalt einstufen sollte oder welche Konsequenzen sich ergeben, wenn Spieler in Videospielen Entscheidungsfreiheit haben.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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