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Dying Light 2 auf PC ist ein Grafik-Biest, das die Konsolen hinter sich lässt

Wie schlägt sich Dying Light 2 auf dem PC? Ziemlich gut, findet Digital Foundry.

Dying Light 2 ist ein wahres Grafik-Biest, das auf dem PC am besten zur Geltung kommt. Ja, es ist ein Cross-Gen-Titel, aber einer, bei dem die C-Engine von Techland eine Skalierbarkeit bietet, die weit über die Grenzen der Last-Gen-Geräte hinausgeht - und vielleicht sogar über die der Current-Gen-Alternativen. Das ist der Punkt, an dem High-End-PC-Hardware in den Vordergrund rückt, auf der Dying Light 2 eine Reihe von hardwarebeschleunigten Raytracing-Features einsetzt, die das Spiel radikal verändern. Nur ein kleiner, begrenzter Teil dieser RT-Features kommt in den PS5- und Series-X-Versionen zum Einsatz. Ja, man kann dieses Spiel spielen und eine gute Erfahrung auf den Konsolen haben, aber unterm Strich ist es so: Die PC-Version geht noch viel, viel weiter.

Egal, ob ihr nun eine RT-fähige Karte verwendet oder nicht, ich habe eine Reihe von Empfehlungen für optimierte Einstellungen zusammengestellt. Aber bevor wir uns damit befassen, ist es wichtig, die Konsolen-Versionen mit der PC-Fassung zu vergleichen. In der Regel verwenden die Konsolen-Versionen eines Spiels ein Sammelsurium verschiedener PC-äquivalenter Einstellungen - die optimierte Einstellungsauswahl des Entwicklers.

Bei Dying Light 2 scheint Techland jedoch einen anderen Ansatz gewählt zu haben. Die Basis-Konsolen der letzten Generation laufen mit einer globalen Voreinstellung, die der niedrigen Einstellung des PCs entspricht. Auf den verbesserten Last-Gen-Geräten steigt dieser Wert auf mittel und für die PS5 und Xbox Series X auf hoch.

Wenn wir über die Konsolen-Versionen hinausgehen, haben wir eine PC-Version, die eindeutig hohe Ambitionen für die Plattform hat - aber ich war ein wenig enttäuscht, als ich feststellte, dass die Zahl der möglichen Einstellungen etwas begrenzter schien als beim Vorgänger. Das mag an der anfänglichen Reaktion auf die Optionen des Vorgängers liegen - der Detailgrad-Schieberegler (selbst auf Minimum) bot bekanntlich höhere Draw Distances als die Konsolen-Versionen. Viele PC-Spieler haben den Schieberegler jedoch bis zum Anschlag aufgedreht, was die Leistung effektiv beeinträchtigte. Diesmal gibt es keine Detailstufenregler für Geometrie und Shadow Maps.

Diese Änderung hat einige Auswirkungen: Erstens sieht Dying Light 2 standardmäßig viel besser aus als sein Vorgänger, weil die Basisqualität der Grafik viel höher ist. Zweitens bedeutet diese höhere Basis, dass Dying Light 2 auf leistungsschwächerer Hardware schlechter skaliert als sein Vorgänger. Die Grafik ist besser, was bedeutet, dass es eine leistungsfähigere GPU-Hardware erfordert, aber einzelne Bereiche der Grafik sind jetzt "nicht skalierbar", was den niedrigeren GPUs hätte helfen können.

Was die Skalierung von Dying Light 2 über die PS5- und Xbox-Series X-Versionen hinaus anbelangt, stimmt es, dass die Rastereinstellungen über das hohe Niveau der Konsolen hinausgehen können. Aber ihr werdet feststellen, dass ich sie sparsam verwendet habe. In Wahrheit erscheint die hohe Einstellung in vielen Szenarien fast wie ein Overkill. Es ist das Raytracing, das auf dem PC transformativ wirkt, hauptsächlich durch die Ray Traced Global Illumination (RTGI), die das Licht in den Umgebungen genau abbildet und die Szene komplett anders aussehen lässt. Schatten, Ambient Occlusion und Reflexionen sind ebenfalls von Vorteil, aber um ein optimales Gleichgewicht zwischen Leistung und Bildqualität zu erreichen, ist RTGI das Hauptaugenmerk.

Wenn es um optimierte Einstellungen geht, ist nur eine Empfehlung nicht ganz ausreichend. Es ist klar, dass dieses Spiel die GPU so stark beansprucht, dass mehrere Optionen erforderlich sind, um eine anständige Leistung auf einer breiten Palette an Hardware zu erhalten. Daher habe ich für Grafikprozessoren der unteren Leistungsklasse eine Reihe von Einstellungen entwickelt, die den größten Teil der visuellen Pracht des Spiels beibehalten, aber in bestimmten Szenarien einige Artefakte erzeugen (z. B. bei der volumetrischen Rendering-Qualität). Die mittlere Option ist sehr ähnlich, entfernt aber die Abstriche, die ich machen musste, um ein gutes Erlebnis zu bekommen - dies sind unsere empfohlenen Einstellungen, die für eine großartige Leistung auf einer RTX 2060 oder besser sorgen sollten. Und das bevor DLSS ins Spiel kommt, das Nvidia-Besitzer unbedingt nutzen sollten, wenn sie die Möglichkeit haben.

Letztlich haben wir noch RT-optimierte Einstellungen, die auf einer RTX 3080 im DLSS-Performance-Modus 4K-Auflösung mit festen 60 Bildern pro Sekunde liefern sollten. Weniger leistungsfähige RTX-Karten sollten in der Lage sein, bei niedrigeren Auflösungen gute Ergebnisse zu liefern.

Normalerweise streben wir bei optimierten Einstellungen 60fps an (oder besser gesagt ein Minimum von 60fps für diejenigen, die ohne Beschränkung spielen). Aber bei niedrigeren Einstellungen auf einer GTX 1060 oder RX 580 haben wir es mit einem Spiel zu tun, das die Grafikhardware wirklich ausreizt. Hier kann ein gewisses Maß an Spielraum erforderlich sein. Wenn ihr einen Monitor mit FreeSync- oder G-Sync-Unterstützung verwendet, ist das kein Problem, aber wenn ihr keine Unterstützung für variable Bildwiederholraten habt, besteht eine alternative Option darin, eine individuelle 50-Hz-Bildschirmauflösung zu nutzen, die euer Framerateziel senkt.

Optimierte Einstellungen Einsteiger Mittelklasse Optimiert für RT
Async Compute An An An
Anti-Aliasing Qualität Hoch Hoch Hoch
Motion Blur Qualität Niedrig Niedrig Niedrig
Sun Shadows Qualität PCF PCF PCF
Contact Shadows Qualität Aus Ultra Ultra
Ambient Occlusion Qualität Niedrig Niedrig Ultra RT
Global Illumination Qualität Niedrig Hoch Ultra RT
Reflexions-Qualität Niedrig Niedrig Niedrig
Raytracing-Taschenlampe Aus Aus Aus
Volumetrischer Nebel Niedrig Mittel Mittel

Was die Leistung im Allgemeinen betrifft, würde ich Dying Light 2 als ziemlich gut bewerten. Die allgemeine Performance ist flüssig, obwohl es einige kleinere Ruckler gibt - möglicherweise ein Schluckauf bei der Shader-Kompilierung während des Spielens (ich würde es vorziehen, wenn diese vor dem Spielen zwischengespeichert würden). Zweitens muss ich darauf hinweisen, dass sich der Testcode während des Testzeitraums erheblich geändert hat und sich weiterhin ändert. DLSS sah insgesamt großartig aus, als ich es getestet habe, wies aber einige seltsame Fehler auf - sowohl Nvidia als auch Techland sind sich dessen bewusst und wir erwarten, dass diese behoben werden. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass die Raytracing-Effekte besser skalierbar sein müssen, denn man kann mit Sicherheit sagen, dass das derzeitige Setup Probleme für AMD-Hardware mit sich bringt. Die RT-Unterstützung ist weniger leistungsfähig als die von Nvidia, wobei FSR die Bildwiederholrate zwar verbessert, aber nicht in dem Maße, wie es nötig wäre, um die Leistungseinbußen zu kompensieren. Und dabei sind die Einbußen bei der Bildqualität noch nicht einmal mit einkalkuliert.

Als PC-Enthusiast bin ich von diesem Spiel begeistert - gerade weil Techland ein Spiel abgeliefert hat, das weit über die aktuellen Einschränkungen der Konsolen hinausgeht. In unserem Artikel, der sich auf die Xbox-Series-X- und PlayStation-5-Versionen konzentrierte, ging es darum, sich zwischen drei Funktionen zu entscheiden: hohe Auflösung, Bildrate oder Raytracing-Funktionen. Auf dem PC erlaubt das Spiel den Nutzern, alle drei Funktionen zu kombinieren, sofern es die Hardware zulässt. Und selbst wenn ihr Dying Light 2 mit eurem aktuellen System nicht in vollem Umfang genießen könnt, so ist die Skalierbarkeit doch gegeben, um in Zukunft hoffentlich erschwinglichere Hardware zu nutzen. Und wenn man die ehrgeizigen Pläne von Techland für die Langlebigkeit des Spiels bedenkt, ist das eine gute Nachricht.


Im englischen Original von Alex Battaglia, Video Producer, Digital Foundry

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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