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In Zelda Tears of the Kingdom baut ihr magische Flugmaschinen, aber Ganon war ohne Stimme grusliger

Über den Trailer sprechen (ohne wie ein schnurrbartzwirbelnder Drei-Fragezeichen-Bösewicht zu klingen).

So langsam begreife auch ich, dass uns tatsächlich in gerade mal drei Monaten ein neues Zelda ins Haus steht. Ein komisches Gefühl, das auch nach fast 40 Jahren Videospielen irgendwie immer noch etwas Besonderes ist. Nintendo ist sich darüber vermutlich noch ein bisschen besser im Klaren, dass auch diese spezielle Entwicklungsreise so langsam zu Ende geht und sieht dem Release sicher auch mit wachsender Erleichterung entgegen. Der neue Trailer rückte jedenfalls mit vielen spielerischen und anderen inhaltlichen Details heraus.

Ich muss zugeben, dass es für mich mit einem Dämpfer losging. Wenn ich das richtig interpretiere, bekommt Ganon das erste Mal in der Serienhistorie eine Stimme und ich muss sagen, dass mir weder der Sprecher, der sich ganz schön B-Film-mäßig böse gibt, noch seine plakativen Zeilen von wahlloser Gewalt wirklich gefallen. Sollte es nicht Ganon sein, den wir zu Beginn hören: Geschenkt! Vergesst, was ich gesagt habe. Falls doch, ist es schade, einen so ikonischen Bösewicht so generisch zu präsentieren.

Ja, reiten und retten. Mehr brauche ich nicht.

Ganons Boshaftigkeit war für mich immer von einer mysteriösen Natur, die für gewöhnlich mit Wortkargheit einhergeht. Und wenn er sprach, dann oft von der Vergangenheit, was Beweggründe andeutete und Charakterzüge skizzierte, aus denen man ein unscharfes, aber spannenderes Bild von ihm gewann als das eines bartzwirbelnden Wahnsinnigen. Vielleicht vermutete ich hinter seinen Taten Motive, die ich nicht begreifen konnte. Auch, weil er nicht verbal zu mir sprach, oder zumindest nicht mit genozidalen Absichten durch die Vordertür kam. Schwierig zu beurteilen, anhand von 14 Sekunden Monolog in einem Zwei-Minuten-Trailer. Ich hoffe jedenfalls, sie entzaubern ihn im fertigen Spiel nicht komplett.

Ansonsten aber: Ja, das macht direkt Lust auf das eigentliche Spiel. Insbesondere, dass Nintendo wohl sehr genau hingeschaut hat, wenn die Fans auch Jahre nach dem Verkaufsstart von Breath of the Wild noch neue Wege fanden, Link unter abenteuerlicher Ausnutzung des Sandbox-Regelwerks durch Hyrule zu befördern. Wer denkt nicht gern an das erste Video einer improvisierten Flugmaschine zurück, als die Spieler anfingen, zwei Minenloren übereinanderzustapeln und auf der oberen zu stehen, während die untere per Zauberspruch in die Höhe gehoben wurde?

Na ja, ok. Autos und Flugzeuge bauen, macht sicher auch eine Menge Spaß.

Wie es scheint, gibt es derartige Werkzeuge nun als integralen Bestandteil von Tears of the Kingdom. Wir sehen Link an einer Stelle ein aus magischen Elementen zusammengesetztes Auto fahren, an anderer Stelle wurde die Gerätschaft zu einer Art Flugzeug. Zumindest sah es für mich so aus, als wären das vom Spieler kombinierte Elemente. Das erinnerte mich ein wenig an Rares etwas glückloses Banjo Kazooie Nuts and Bolts und könnte dafür sorgen, dass sich die Spieler noch mehr verrücktes Zeug einfallen lassen. Gut möglich, dass man neue Einzelteile findet und mit der Zeit immer mehr Maschinen denkbar werden – wenn man denn mag.

Das ergibt eine Menge Sinn, wenn man sich anschaut, wie sehr sich Hyrule diesmal auch in die Höhe erstreckt. Neue Fortbewegungsmöglichkeiten eröffnen den Level-Designern auch neue Optionen, ihre Welt zu gestalten. Wenn ein so verspielter Entwickler wie Nintendo frische Instrumente in seine Games hineinwirft, macht mich das jedenfalls immer neugierig, denn oft sind das Dinge, denen andere Studios anschließend auf Jahre hinaus hinterherrennen.

Ich bin bereit.

Der Rest vom Trailer? Das sezieren Zelda-Superfans sicher detailgenauer als ich, aber die rückwärts laufende Musik am Schluss hat mir einen ganz schönen Schauer über den Rücken gejagt. Ja, ich könnte mit einem stummen, unwirklichen Ganon besser leben, aber ansonsten war das alles schon sehr einladend und kitzelte meine Vorfreude ganz gewaltig. Was sagt ihr?

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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit über 20 Jahren über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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