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Halo Infinite: Koop-Kampagne getestet - Weiterhin ein großer Spaß?

Und wir schauen uns an, wie die PC-Version auf dem Steam Deck läuft.

Sieben Monate nach der Veröffentlichung entwickelt sich Halo Infinite weiter: 343 Industries hat eine erweiterte Beta-Testphase für die Koop-Kampagne gestartet. Dies ist ein entscheidendes Feature für einen Halo-Titel, das beim Debüt des Spiels schmerzlich vermisst wurde. Und es ist eindeutig eine Herausforderung für den Entwickler. Schließlich hat sich Halo von einem linearen Shooter zu einem Open-World-Erlebnis mit einem hohen Maß an Freiheit für den Spieler gewandelt. Die Vorstellung, dass bis zu vier Spielerinnen und Spieler die Karte bereisen und tun können, was sie wollen, würde nicht wirklich Sinn ergeben. 343s Lösungen sind einschränkend, aber sie funktionieren. Der Gesamteindruck ist positiv.

Die ersten Eindrücke deuten auf ein Koop-Erlebnis hin, das denen der Vorgänger ähnelt, aber nur aufgrund der Art der ersten beiden Kampagnenkapitel. Diese sind völlig linear und 343s Strategie, die Spieler zusammenzuhalten, ist einfach: Es gibt bestimmte "Punkte ohne Wiederkehr", wie das Passieren einer Tür, die sich permanent hinter einem schließt, oder das Starten einer neuen Zwischensequenz, die die Position für alle Spieler zurücksetzt. In diesem Sinne hatte ich nie das Gefühl, dass das Spiel uns künstlich enger zusammenhält, es fühlte sich an wie ein klassisches Halo-Koop-Erlebnis.

Natürlich ändert sich das in der offenen Welt, weil es einfach so sein muss, denn 343 hat ein sogenanntes Operationsgebiet (Area of Operation, AOO) eingerichtet. Dieses ist grob definiert als ein maximaler Abstand von 300 Metern zwischen den Spielern, wobei die Warnungen bei etwa 250 Metern beginnen. Sobald der Abstand zu groß ist, wird der Spieler, der am weitesten vom nächsten Ziel entfernt ist, automatisch getötet und spawnt näher an seinem Teammitglied. Das Endergebnis ist, dass die Freiheit eingeschränkt wird, das Team aber zusammenbleibt und sich auf das nächste Ziel konzentrieren muss.

Ein näherer Blick auf die Testphase der Koop-Kampagne in Halo Infinite, die am 1. August 2022 endet.

Es ist ungemein befriedigend, dicht beieinander zu bleiben und gleichzeitig gemeinsam Ziele zu erreichen. Sich gegen Feinde zu verbünden, zusammenzuarbeiten oder einfach nur das Gelände gemeinsam zu durchqueren, fühlt sich genauso natürlich und spaßig an wie in jedem anderen Halo-Titel zuvor. Vielleicht sogar noch mehr, da sich das Durchqueren der größeren Geländeabschnitte in diesem Spiel im Einzelspielermodus etwas einsam anfühlt, aber in einem Koop-Szenario wirklich Spaß macht, wenn eine Person zum Beispiel auf dem Schützenplatz eines Warthogs und die andere am Steuer sitzen kann.

Was die tatsächliche Netzwerkstabilität angeht, so haben wir das System auf Herz und Nieren geprüft, indem wir ein Zwei-Spieler-Kampagnen-Koop-Spiel mit mir in Berlin und meinem Kollegen Oliver Mackenzie in British Columbia, Kanada, gespielt haben. Das entspricht einer Entfernung von 8.000 Kilometer zwischen uns. Wir haben es auch auf sehr unterschiedlichen PC-Systemen getestet, wobei ich mit einem Mainstream-Gerät mit Ryzen 5 3600/RTX 2060 gegen Oliver auf dem Steam Deck (mit Halo Infinite unter Windows) antrat. Obwohl sich die Tests auf PCs verschiedener Konfigurationen beschränken, sind natürlich auch Konsolenbesitzer eingeladen, an der Party teilzunehmen, da Cross-Play zwischen den Systemen voll unterstützt wird, genau wie bei den Standard-Multiplayer-Modi.

Was das eigentliche Gameplay anbelangt, hat alles bestens funktioniert, vor allem in den ersten linearen Kapiteln der Kampagne. Trotz der großen Entfernung zwischen uns waren Verbindungsabbrüche, Latenz und andere Störungen während des Spiels erstaunlich selten. Besonders wichtig ist, dass es keine spürbare Eingabelatenz für Nicht-Host-Spieler gab, wie wir sie aus Titeln der Master Chief Collection kennen. Obwohl mein Gerät mit fast 120 Bildern pro Sekunde läuft und das Steam Deck auf 30 Bilder pro Sekunde eingestellt ist, war die Latenzzeit im Spiel vom Abfeuern einer Waffe bis zum Auftreffen des Geschosses auf beiden Systemen mit 166 ms gleich lang. Der einzige Bereich, in dem sich die Latenz visuell bemerkbar machte, war das Werfen von Objekten in der Ego-Perspektive, das eine synchronisierte Netzwerkdarstellung hat. Beim Werfen von explosiven Power Cores zum Beispiel gibt es eine visuelle Verzögerung, wenn sie die Hände verlassen, was seltsam aussieht. Trotzdem beeinträchtigt es das Gameplay nicht, da sie immer noch dort landen, wohin man sie geworfen hat, der Vorgang sieht nur etwas seltsam aus.

Unser letzter Blick auf Halo Infinite zeigte ein Spiel mit vielen technischen Verbesserungen, aber es gibt noch viel zu tun. Zum Beispiel ist die kaputte V-Synchronisation in der PC-Version (mit regelmäßigen Frame Drops) fast ein Jahr nach der Meldung des Problems immer noch nicht behoben worden.

Es gibt Probleme, wenn man sich in die offene Welt begibt, aber das scheint im Wesentlichen an den bizarr hohen PC-Systemanforderungen von Halo zu liegen. Ich musste die Leistung auf meinem Ryzen-5-3600-basierten System auf 60 fps herunterschrauben, um ein konstantes Performanceniveau zu erreichen, während das Steam Deck selbst bei mittleren Einstellungen und einer Obergrenze von 30 fps von enormem Stottern geplagt war. Das tritt unabhängig davon auf, ob man online oder offline spielt. Natürlich haben lokale Performanceprobleme schwerwiegende Auswirkungen auf den einzelnen Spieler, aber da Halo Infinite mit dedizierten Servern läuft, scheint dies keine Auswirkungen auf andere Personen in der gleichen Spielinstanz zu haben.

Ich habe allerdings einige Unterschiede in der Latenz zwischen uns festgestellt, als wir auf eine leistungsfähigere Hardware umgestiegen sind. Das scheint damit zusammenzuhängen, wie nah der Benutzer am dedizierten Server ist, wobei Oliver in Nordamerika eine geringere Latenz hatte als ich in Europa. Sieht die Koop-Option für die Kampagne also gut aus? Ja. Ist sie schon für alle Benutzer einsatzbereit? Ich würde sagen noch nicht, denn es gibt noch eine Reihe von Fehlern im Spiel. Die Latenzzeit ist zwar akzeptabel, aber in vier Stunden Spielzeit sind zwei Spielabstürze aufgetreten, und zwar immer während des Ladens. In allen Fällen mussten wir das Spiel manuell von Windows aus beenden und unsere Koop-Sitzung neu starten.

Letztendlich hatte ich aber viel Spaß dabei, das Spiel erneut zu spielen. Trotz der Einschränkungen, die das Koop-Spiel in einer offenen Welt mit sich bringt, ist das Erlebnis insgesamt hervorragend. Und es ist definitiv die Art, wie ich meinen Kampagnen-Durchlauf von Halo Infinite beenden möchte. Ich habe bisher jede Halo-Kampagne im Koop-Modus absolviert, was das Fehlen dieses Modus bei der Veröffentlichung von Halo Infinite so enttäuschend macht, aber selbst wenn man das Spiel bereits abgeschlossen hat, ist die zusätzliche Koop-Kampagne definitiv ein großer Fortschritt und ich freue mich auf die offizielle Veröffentlichung des Upgrades.


Im englischen Original von Alex Battaglia, Video Producer, Digital Foundry

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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