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MultiVersus angespielt: Endlich ein würdiges Super Smash Bros für Xbox und PlayStation?

Das Potenzial ist da.

Der ein oder andere hat in der Vergangenheit neidisch in Richtung Nintendo und dessen Smash-Bros-Reihe geschielt. Vergleichbare Spiele gab es auf den anderen Konsolen selten und wenn doch, waren sie häufig nicht das Gelbe vom Ei. Jetzt wagt unter anderem Warner einen Versuch und greift mit beiden Händen in sein umfassendes Portfolio an bekannten Marken, um sie in MultiVersus zu vereinen. Das Resultat kann sich sehen lassen.

Zahlreiche Marken wie DC, Looney Tunes, Game of Thrones und so weiter in einem Spiel zusammenzuwürfeln, klingt erst einmal nach einer Möglichkeit, um schnelles Geld zu verdienen. Dass angesichts des Free-to-play-Modells von MultiVersus in Zukunft noch viele weitere Charaktere folgen werden, davon ist wohl auszugehen. Das nützt aber alles nichts, wenn es bei den Basics nicht stimmt. Was das angeht, sorgt die Closed Alpha von MultiVersus für Hoffnung.

Ausgehend von den Tagen, an denen ich MultiVerse spielte, kann ich schon einmal sagen, dass es sich gut anfühlt. Und dabei hat der Titel noch einiges an Entwicklungszeit vor sich. Umso besser, wenn man frühzeitig Feedback im Rahmen von Alpha und auch einer kommenden Beta sammelt. 15 Charaktere waren während der Closed Alpha verfügbar und die repräsentierten bereits ein bunt zusammengewürfelten Franchises von Warner Bros.

Game of Looney Tunes

Wir haben etwa Bugs Bunny von den Looney Tunes, das DC-Universum ist mit Batman und Superman vertreten, Tom und Jerry geben sich die Ehre, ebenso Garnet aus Steven Universe und Arya Stark aus Game of Thrones. Wenn man bedenkt, was Warner sonst noch so im Portfolio hat, etwa die Flintstones, Matrix, Mad Max und andere, bieten sich da noch viele andere potenzielle Charaktere an. Es könnte ein wichtiger Faktor für die Langlebigkeit sein.

Das Auge für Details ist bereits jetzt nicht von der Hand zu weisen. Jeder Charakter ist vertont und bei der Mehrzahl davon sind das die Sprecher, die ihr mit ihnen verbindet. Wir hören John DiMaggio und Jerermy Shada bei Finn und Jake aus Adventure Time, Matthew Lillard als Shaggy und auch Maisie Williams leiht Arya Stark in MultiVersus ihre Stimme. Bei Jake könnt ihr sogar Cake als zusätzlichen Skin freischalten und hier ist die Originalsprecherin mit an Bord.

Ein paar wilde Kombinationen sind möglich.

Das geht so weit, dass ihr je nachdem, gegen wen ihr kämpft, unterschiedliche Kommentare von den Charakteren zu hören bekommt. Aber all diese Spielereien und Details nützen euch wenig, wenn es spielerisch nicht stimmt und sich katastrophal anfühlt. Die gute Nachricht ist, dass das nicht der Fall ist. Natürlich ist MultiVerse kein 1:1-Klon von Nintendos Brawler, aber nah genug dran. Die Kämpfer und Kämpferinnen lassen sich gut handhaben und es hinterlässt ein befriedigendes Gefühl, seine Widersacher zu verprügeln und Treffer zu landen. Wie bei Smash Bros geht es darum, seine Konkurrenten so weit zu schwächen, bis ihr sie über den Bildschirmrand hinweg ins Aus schlagen könnt.

Wer seinen Gegnern dabei eine individuelle Nachricht hinterlassen möchte, hat die Möglichkeit dazu. Ihr könnt selbst anpassen, ob eine Animation abgespielt wird. Was gibt’s schöneres, als einen Gegner mit einem "That's all folks" aus dem Kampf zu verabschieden? Schadenfreude als Gameplay-Element, wenn ihr so wollt.

Ein kompetenter Auftritt von MultiVersus

Die einzelnen Charaktere teilen sich jeweils in fünf Kategorien mit eigenen Moves auf, vom Tank über Supporter bis hin zu Magiern. Taz hat zum Beispiel die Fähigkeit, Gegner für kurze Zeit in ein wehrloses Brathähnchen zu verwandeln, wenn er sie nur häufig genug trifft. Hinzu kommen die effektiven Team-Moves, mit denen ihr eurem Mitspieler oder eurer Mitspielerin aus einer gefährlichen Situation helfen könnt oder starke Attacken initiiert. Das fördert in entsprechenden Spielvarianten, in denen nicht jeder gegen jeden spielt, das Zusammenspiel.

Abhängig davon, mit wem ihr spielt, kann aber natürlich auch wie in Smash Bros das totale Chaos ausbrechen. Man erwartet es aber auch nicht anders. Im Großen und Ganzen macht das aber bereits eine Menge Spaß. Die Animationen wirken rund, die Moves durchdacht und die Zusammenführung zahlreicher Marken könnte Spieler und Spielerinnen anlocken. Zumal MultiVersus nichts kostet, ihr könnt es umsonst herunterladen. Im Hintergrund steckt ein bisher gut funktionierender Rollback-Netcode, der zumindest in der Closed Alpha keine Probleme machte, MultiVersus den Rücken.

Es spielt jeder gegen jeden, aber auch Team-Modi sind vorhanden.

Es steckt eine Menge Potenzial in MultiVersus. Die Frage ist, wie weit Warner bereit ist, in die Vollen zu gehen und das Spiel zu unterstützen. Klar ist, dass ein Battle-Pass-System mit kostenloser und Premium-Stufe gibt. Und es ist wohl davon auszugehen, dass sich die Sachen später zum Launch nicht so schnell freischalten lassen wie im Rahmen der Closed Alpha. Schließlich möchte Warner Geld verdienen, insofern bleibt abzuwarten, wie sich dieses System entwickelt.

Letztlich bleibt festzuhalten, dass MultiVersus in der Closed Alpha für unterhaltsame Matches sorgte und sein Potenzial als Brawler verdeutlicht hat. Wer sich nach einem Smash-Bros-ähnlichen Spiel auf PC, PlayStation oder Xbox sehnt, sollte sich den Titel bei nächster Gelegenheit oder spätestens zum Release einmal näher anschauen. In puncto Anziehungskraft könnte es dank der zahlreichen Marken ein echter Konkurrent werden. Warten wir ab, was die Beta und der Launch noch bringen.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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