Endlich ist es da! 18 Monate nach der ersten Veröffentlichung von GTA 5 gibt es jetzt die reale Chance für 60 FPS und mehr auf dem PC. Die PS4- und Xbox-One-Version haben es schon auf 1080p gehoben, aber auf dem PC gibt es viele Optionen, um noch weiter zu gehen. 4K, größere Fernsicht, bessere Effekte. Aber läuft es auch gut?

Und was braucht man eigentlich, um GTA 5 in 1080p mit 60 FPS gut laufen zu lassen, damit es so aussieht wie auf den neuen Konsolen? Um das herauszufinden, haben wir eine Reihe von Grafikkarten aus jeder Preisklasse ausprobiert. Am unteren Ende des Spektrums liegt Nvidias GTX 750 Ti, die ihr für etwa 120 Euro bekommt. Im Mittelfeld sind es AMDs R9 280 und 290 (um die 270 beziehungsweise 230 Euro) und an der Spitze steht Nvidias GTX 780 Ti für etwa 380 Euro. Jede von denen haben wir in einen Rechner mit der Quad-Core-CPU i7 4970K gesteckt, ausgestattet mit 16 GB RAM und einer schnellen SSD-Platte, auf der die 64 GB des Spiels installiert sind.

Da das aber nicht ganz fair wäre, schließlich kostet der i7-Prozessor allein schon über 300 Euro und passt auch nicht ganz zu der billigen GTX 750 Ti, nutzen wir als Gegenstück einen Rechner mit einem Core i3 4130. Ein Dual-Core-Prozessor, der für etwas über 100 Euro zu haben ist, ebenfalls mit 16 GB RAM im Hintergrund. Das ergibt vier Karten, zwei Rechner, also acht Kombinationen. Was ist also der effektivste Weg, um die 1080p mit 60 FPS zu erreichen?

Wir starten mit der GTX 750 Ti, dem Anwärter für die beste Preis-Leistung im unteren Bereich des Digital-Foundry-Vergleichs der besten Grafikkarten 2015. Der Treiber mit der Nummer 350.12 ist installiert und es geht los mit durchgehend hohen Einstellungen im Spiel. Damit sind DirectX-11-Features wie Tesselation und schönes Gras mit dabei, die Bevölkerungs- und Scaling-Regler werden auf 50 Prozent gesetzt. Das kommt ziemlich nah an die PS4- und Xbox-One-Versionen ran, FXAA ist eingeschaltet und die "weichen" Schatten gewählt. Seltsamerweise laufen immer noch jede Menge Filter-Effekte über die Schatten, so wie es auch auf den Konsolen der Fall ist, und das, obwohl 16x Anisotropisches Filtern eingeschaltet ist.

GTA 5 läuft in 1080p mit hohen Einstellungen auf Nvidias GTX 780 Ti und AMDs R9 280. Auf dem i7-PC springt die AMD-Karte über die 60-FPS-Marke, auf dem i3 jedoch ist die Nvidia-Karte der stabilere Kandidat.

1920x1080, FXAA, Hoch, 50% Distance Scaling GTX 750 Ti (Niedrigste/Durchschnittliche FPS) R9 280 (Niedrigste/Durchschnittliche FPS)
Core i3 4130 42,0 / 59,1 34,0 / 61,0
Core i7 4970K 47,0 / 86,0 73,0 / 92,8

Auf dem i7 4970 PC erreicht die GTX 750 Ti zwischen 50 und 70 FPS, wobei es die größten Einbrüche im Innenstadt-Gebiet gibt. Mit den hohen Einstellungen für Texturen und Shader füllt das die 2.047 MB RAM der Karte bis zu 2.024 MB, es reicht also gerade so. Die gute Nachricht dabei ist, dass es sich tadellos spielen lässt, wobei absolut stabile 60 FPS auf dieser Karte dann erreicht werden, wenn man die Schatten auf normale Qualität stellt.

Mit einer i3-4130-CPU stellt sich die Situation ein wenig anders dar. Wie erwartet sorgt der Wechsel zu einem Dual-Core-Prozessor mit 3,4 GHz für Probleme beim Rendering der Stadtgebiete. Das zügige Fahren durch verkehrsreiche Straßen sorgt für größere Einbrüche bis auf 50 FPS. Ausgleichen können wir das ein wenig, indem wir die Sichtweite und Bevölkerungsdichte auf 20 Prozent setzen, aber sonst hilft nur wenig. Selbst wenn wir alle Einstellungen auf „normal“ setzen, können wir in solchen Momenten, in denen die Engine viel zu tun hat, nur wenige Frames pro Sekunde zurückgewinnen. Alles in allem ist es die Reduzierung der Qualität nicht wert und auf den hohen Einstellungen sorgt die 750 Ti die meiste Zeit noch immer für 60 FPS, auch wenn sie diese Framerate nicht ganz so perfekt aufrechterhalten kann, wie wir gehofft haben.

Das Gute ist, dass sich die GTX 750 Ti im Zusammenspiel mit einer Budget-CPU sehr viel besser schlägt als die rivalisierende AMD R9 280. Letztere kostet zwar etwas mehr, 60 FPS bei 1080p sind damit jedoch ausgeschlossen, selbst wenn ihr alle Einstellungen auf die niedrigste Stufe setzt. Auf hohen Einstellungen sind Einbrüche bis 35 FPS nicht ungewöhnlich, was erneut auf Probleme hinweist, wenn man AMD-Karten zusammen mit schwächeren CPUs nutzt. Im Gegensatz zur Nvidia 750 Ti ist ein 30-FPS-Lock nötig, wenn ihr 1080p und Einstellungen anstrebt, die den Current-Gen-Konsolen entsprechen.

Der Wechsel zurück zu einem i7-4970K-Prozessor ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die R9 280 kommt hier souverän mit hohen Einstellungen zurecht und in der Praxis ist sogar genug Arbeitsspeicher-Spielraum für eine sehr hohe Qualität bei Texturen, Partikeln, Gras und Tessellation vorhanden - zusammen mit 2x MSAA reicht es noch immer, um problemlos 60 FPS zu erreichen. Damit füllt ihr 2,5 GB des 3-GB-GDDR5-Arbeitsspeichers der Karte. Eine Erhöhung der Detaildichte der Spielwelt auf 100 Prozent und Post-Effekte können aber die Performance beeinflussen. Belassen wir es bei den hohen Einstellungen, bewegt sich die Framerate in einer anderen Klasse als bei der 750 Ti mit gleichen Einstellungen, ein i7-Prozessor ist jedoch ein Muss.

Unser Benchmark mit sehr hohen Einstellungen, diesmal mit 2x MSAA, zeigt die AMD R9 290 und die GTX 780 Ti. Die Resultate sind beeindruckend, wenn man bedenkt, dass AMDs Karte deutlich billiger ist als Nvidias GPU - erneut ist aber unbedingt ein Quad-Core-Prozessor erforderlich, um die 60-FPS-Grenze zu überschreiten.

1920x1080, 2x MSAA, sehr hoch, 100% Distance Scaling R9 290 (Niedrigste/Durchschnittliche FPS) GTX 780 Ti ( Niedrigste/Durchschnittliche FPS)
Core i3 4130 30,0 / 56,2 40,0 /63,4
Core i7 4970K 54,0 / 70,2 57,0 / 78,0

AMDs Beta-Treiber (Version 15.4) sind ebenfalls entscheidend, wenn ihr GTA 5 spielt. Bei der Verwendung der normalen Omega-Treiber (14.12) gab es heftige Ruckler mit der R9 290, durch ein Update der Treiber konnten wir in Benchmark-Tests bis zu 20 FPS dazugewinnen. Mit einem i7 4790K und selbst bei sehr hohen Einstellungen, mit 2x MSAA und Schiebereglern auf 100 Prozent erwies es sich damit als einfach, die 60 FPS mit der 290 zu erreichen. Ultra-Qualitätseinstellungen bei den Post-Effekten sind ebenfalls ohne größere Einbußen möglich. Mit der richtigen Balance bei den Einstellungen könnt ihr mit dieser CPU definitiv 60 FPS bei 1080p erreichen. Angesichts des Preises von 300 bis 320 Euro ist das fantastisch und in puncto Grafikqualität liegt ihr damit über der PS4.

Was die günstigere i3 4130 CPU betrifft, bekommt die R9 290 jedoch sofort Probleme. Dem Diagnosetool von MSI zufolge werden alle vier Prozessor-Threads zu 90 bis 100 Prozent ausgelastet, während wir durch Los Santos fahren - jeder geht der Reihe nach bis an die Decke. Kurz gesagt: Einbrüche unter 60 FPS gehören zur Realität mit dieser Karte. Und das unabhängig davon, wie niedrig wir die Grafikeinstellungen festlegen. Hiermit rettet man allerdings noch etwas mehr von der Performance als mit der R9 280, einfach indem man die Voreinstellungen auf "Hoch" herunterschraubt, unsere Ziel-Bildrate ist aber nicht zu halten. Überraschend, wenn man bedenkt, wie eindrucksvoll und kosteneffektiv die R9 290 auf einem i7-PC läuft.

Die Paarung aus GTX 780 Ti und i3-Budget-Prozessor bringt weniger Probleme mit sich. Die Flaschenhälse bleiben die gleichen: Die dicht bevölkerten, physikbeeinflussten Bereiche des Spiels, aber wenn man die Effekte auf Hoch stellt und die Bevölkerung etwas herunterschraubt, sind 60 FPS machbar. Allerdings sieht man selten eine so teure Karte im Tandem mit einem derart schwachen Prozessor, daher ist dieses Modell eher ein hypothetisches.

In einem i7-System langt Nvidias Karte in die Vollen. Hier ist für die 780 Ti weniger die Frage, ob 1080p60 möglich sind, man muss sich eher überlegen, welche Effekte man noch dazuschalten will. Wie schon bei der R9 290 gibt es Spielraum, um Ultra-Effekte oberhalb der Sehr-Hoch-Einstellung zu aktivieren. Und sogar erweiterte Optionen wie Schatten höherer Qualität sind möglich. All das funktioniert auch in 60 FPS, auch wenn die RAM-Grenze der GPU von verfügbaren 3.071 MB mit 3.016 belegten MB beinahe erreicht wird. Daher ist der Sichtweiten-Balken von hier an ein "No-Go-Area" für diese Karten-Prozessor-Kombination. Hier nach oben zu justieren erfordert mit jedem Schritt mehr Speicher, was sich auf die Performance auswirkt. Dieser Bereich ist Rechenmonstern wie der Titan X vorbehalten.

GTA5cpu280_000
Ein Schnappschuss von Grand Theft Auto 5 auf einer R9 280 mit Core i3 3140 CPU. Wie ihr oben rechts ablesen könnt, ist der Dual-Core-Prozessor schon auf normalen Einstellungen ein Flaschenhals, jeder der vier Threads ist zu 100 Prozent ausgelastet.

Alles in allem ist GTA 5 auf dem PC ein sehr anpassungsfähiges Produkt, das den meisten PC-Konfigurationen Chancen auf guten Spielgenuss einräumt. Von Budget-GPUs bis hin zu Enthusiasten-Karten, Rockstars definitive GTA-5-Version skaliert exzellent über alle getesteten Komponenten hinweg. Das liegt nicht zuletzt an der erschöpfend breiten Auswahl an Grafik-Einstellungen. Der einzige Stolperstein liegt darin, dass die Engine für KI- und Physikoperationen auf schnelle Multi-Threading-CPUs angewiesen ist. Immerhin ist es immer noch besser optimiert als es GTA 4 auf dem PC seinerzeit war.

Wir vergleichen die PC- und Konsolenfassung schon bald in einer Technik-Analyse. Aber in Sachen Performance ist es keine Frage, dass Rockstar sein Bestes gab. Das Spiel ist nur wenige Bugs von der Perfektion entfernt. Da gäbe es zum Beispiel den seltsamen 59-Hz-Output (anstelle des 60-Hz-Standards der meisten Monitore), der bei V-Sync in Bewegung für ein leichtes Stottern sorgt. Auch kleinere Probleme mit dem Schattensystem sind vorhanden. Aber selbst günstige PCs übertreffen schon die GTA-5-Versionen auf PS4 und Xbox One. Die GTX 750 Ti im Zusammenspiel mit einem i3-4130 ist bereits ein echter Erfolg in dieser Hinsicht. Mit diesem Komponenten aus einem PC für etwas über 400 Euro sind 1080p60 auf hohen Einstellungen machbar.

Wenn es um einen Quad-Core-i7 geht, liefert die R9 290 das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ab. Da sie gut 140 Euro günstiger ist als die GTX 780 Ti, ist es angesichts des geringen Unterschieds bei der Performance sinnvoll, AMD den Zuschlag zu geben. Allerdings muss man betonen, dass dies nur gilt, wenn zusätzlich andere Spitzenkomponenten genutzt werden, insbesondere eine starke CPU. Egal, wie man sich auch entscheidet, 60-FPS-Gameplay und überlegene Sichtweiten bedeuten, dass sich die 18 Monate Wartezeit auf die PC-Version gelohnt haben.

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Über den Autor:

Thomas Morgan

Thomas Morgan

Senior Staff Writer, Digital Foundry

32-bit era nostalgic and gadget enthusiast Tom has been writing for Eurogamer and Digital Foundry since 2011. His favourite games include Gitaroo Man, F-Zero GX and StarCraft 2.

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