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Mario Party Superstars - Test: Warum habt ihr mir Buu Huu genommen?

Das neue Mario Party Superstars für Switch ist da und im Test erfahrt ihr, ob es begeistert oder nicht.
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Wunderschöne Neuauflage alter Bretter und Minispiele, aber mit zu vielen Glücksfeldern. Trotzdem kurzweilig, schnell und nostalgisch!

Ist Mario Party Superstars die perfekte Neuauflage? Sorry Nintendo, aber nein, das ist sie nicht. Wenngleich der neueste Teil der Reihe einen deutlich besseren Eindruck hinterlässt als der schwächelnde Vorgänger. Das liegt zum einen an dem großen Nostalgiefaktor, der hier mitschwingt, zum anderen daran, dass es einige Dinge besser macht. Manche aber eben auch nicht und es stellt sich die Frage, inwieweit Nintendo und die Entwickler hier auf das Feedback der Fans hören. Denn das gibt es auf jeden Fall. Es ist ein klitzekleines Bisschen enttäuschend, wenn ein Studio auf der einen Seite so viel richtig macht und auf der anderen Seite dann Kleinigkeiten einbaut, bei denen sich einfach die Frage nach dem Warum stellt.

Zum Beispiel: warum kann ich nicht Buu Huu spielen? Im Ernst, ich vermisse, den kleinen, niedlichen Geist, den ich abseits von Yoshi, Donkey Kong und Luigi immer gerne gespielt habe. Und ich kann ihn ebenso wenig freischalten. Hallo, Nintendo, was ist da los? Wenngleich andere Dinge schwerer wiegen als das. Die Glücksfelder, um genau zu sein. Was sie tun? Nun, sie bescheren euch Münzen, doppelte, dreifache Würfel oder reduzieren den Stern-Preis beim nächsten Kauf. Nette Sachen, über die sich keiner beschwert, wenn man sie bekommt, aber die Zahl der Glücksfelder pro Spielbrett wirkt ein wenig übertrieben. Je nach Würfelglück entsteht so der Eindruck, dass ihr regelrecht mit Münzen und anderen Boni zugeschmissen werdet, zumal häufig zwei Glücksfelder direkt hintereinander kommen. Die Chance, auf einem zu landen, ist somit nicht klein.

Zu viel Glück, zu wenig Skill

Klar, Glück spielt in der Reihe immer eine Rolle, vor allem beim Würfeln, aber beim letzten Teil war der Effekt bereits zu groß, wo er doch eher beim Skill in den Minispielen liegen sollte, um möglichst viele Münzen anzuhäufen. Ich kann verstehen, dass Nintendo bei einem solchen Familienspiel niemanden frustrieren und hier da noch ein paar Münzen verteilen möchte, aber dann sollte die richtige Balance getroffen werden. Und die haben die Entwickler hier bei den Glücksfeldern ein wenig verfehlt. Es wäre bereits spürbar besser, wenn es nicht zwei davon hintereinander gäbe oder sie sich optional deaktivieren ließen.

Charaktere bewegen sich deutlich schneller übers Spielbrett als in Super Mario Party. (Mario Party Superstars Test)

Es ist der einzige große Kritikpunkt, den ich habe, denn ansonsten beweisen die Entwickler ein gutes Händchen für Nostalgie. Die Spielbretter und Minispiele aus der Vergangenheit wurden wunderschön aufbereitet und modernisiert, ohne ihren einzigartigen Touch zu verlieren. Dazu die zauberhaften, liebevollen und witzigen Animationen, mit denen die Spielfiguren und Charaktere im Hintergrund wie im Vordergrund überzeugen. Es ist einfach wunderbar zu spielen und anzuschauen. Wer die alten Teile kennt, kommt aus den nostalgischen Gefühlen gar nicht mehr heraus.

Mario Party Superstars legt ein hohes Tempo vor

Was mir obendrein ganz gut gefällt, ist das erhöhte Spieltempo. Wie schnell sich die Charaktere übers Spielbrett bewegen, dass sich einzelne Animationen bei Ereignissen beschleunigen lassen, verkürzte Lade- und Wartezeiten. Es fühlt sich temporeicher an, sodass am Ende auch ihr schneller wieder an der Reihe seid und weniger Leerlauf habt. Das zeigt sich alleine daran, dass im Vorgänger beim Start eines neuen Durchgangs zu lesen war, eine Partie über 20 Runden würde rund zwei Stunden beanspruchen - was der Fall war. Hier sind es für 20 Runden eine Stunde und nach jeder einzelnen wird auch endlich wieder gespeichert, ihr könnt also pausieren und später fortfahren. Gut, um spontan einfach eine Session anzufangen, ohne gleich zwei Stunden freiräumen zu müssen, um sie dann zwingend zu beenden und nicht mittendrin abzubrechen.

Glück gehabt, diesmal kein Besuch bei Bowser. (Mario Party Superstars Test)

An anderer Stelle werdet ihr diesmal auch mit Münzen belohnt, wenn ihr an der Start-Ziel-Linie vorbeikommt - wie war das mit dem Münzen-Overload? Fühlt sich in dem Moment ein wenig nach Monopoly an und ich bin nicht sicher, ob es das auch noch gebraucht hätte. In Sachen Spielbretter haben wir fünf Stück. Dafür, dass sich das Spiel bei seinen Minispielen bei Teil eins bis zehn bedient, fällt die Auswahl der Spielbretter im Vergleich dazu ein wenig... dürftig aus. Es hätten gerne mehr sein dürfen. So hat man erneut schnell alles gesehen - unabhängig davon, dass es bekannte sind - und sehnt sich nach mehr. Hoffentlich läuft das mit dem Post-Launch-Support diesmal besser, der beim Vorgänger trotz 13+ Millionen Verkäufen im Grunde nicht existent war. Mir egal, ob kostenlos, als Bezahl-DLC oder eine Mischung aus beidem, gebt mir mehr! Ich meine, mal ehrlich... wir haben ein Mario Golf oder Mario Tennis, die sich weit weniger verkaufen und über Updates mit neuen Inhalten versorgt werden, aber Super Mario Party nicht. Erklärt mir wer die Logik dahinter?

Am Ende spricht es ja für das Spiel, wenn ich mir mehr davon wünsche. Und ja, im Großen und Ganzen ist das hier eine wahre Freude, nicht allein aus den nostalgischen Gründen. Und nicht zuletzt deswegen, weil die Entwickler bei den Minispielen komplett auf die Bewegungssteuerung verzichten, ihr spielt nur mit den Sticks und Buttons. Ein Glück, endlich zählen wieder schnelle Finger statt komischer Bewegungen. Und ansonsten? Nun, einfach ausgedrückt: es ist halt ein Mario Party. Münzen sammeln, Minispiele absolvieren, Sterne kaufen. Ihr kennt den Ablauf. Am bewährten Konzept ändert sich (fast) nichts. Muss es auch nicht, damit es funktioniert. Womit wir zurück bei den Glücksfeldern wären...

Mario Party Superstars Test - Fazit

Kann es Nintendo uns mit Mario Party noch einmal so richtig recht machen? Gefühlt gibt es in den jüngeren Teilen der Reihe immer irgendeinen nervigen Störfaktor beziehungsweise fragwürdige Designentscheidungen, wobei Mario Party Superstars im Vergleich zu seinem Vorgänger das schnellere, kurzweiligere Spiel ist. Spielbretter kann man nie genug haben, schade also, dass es nur fünf sind. Und dass ein paar Charaktere gegenüber dem Vorgänger weggefallen sind, lässt hoffentlich darauf schließen, dass sie noch nachträglich kommen. Mario Party Superstars hat einen besseren Post-Launch-Support verdient als Super Mario Party, denn es ist das bessere Spiel der beiden. Gebt mir Buu Huu zurück! Und wenn ihr schon dabei seid, entfernt bitte ein paar der Glücksfelder.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Über den Autor

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur und seit 2006 bei Eurogamer.de. Er schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps. Benjamin spielt Videospiele hauptsächlich auf Konsolen. Seine Expertengebiete sind breit gefächert, von Shootern und Action-Adventures über RPGs bis hin zu Sportspielen und Rennspielen. Zu seinen Hobbys gehören Lego, Science Fiction, Bücher, Filme und Serien sowie Star Wars und Star Trek.

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